Walther LP3

  • Hallo Freunde,


    Ich hab eine LP3 ergattert die laut Händler frisch gewartet sein sollte. "Das ganze Innenleben, alles neu!" ...so hieß es. Es wäre nicht das erste mal dass ich eine Waffe mit diesem Versprechen kaufe und es sich als Schwachsinn rausstellt. Deshalb hab ich da nicht viel drauf gegeben.


    Als ich sie heute auspackte und begutachtete, viel mir erst mal auf dass eine neue Laufdichtung drin war. Sollte das Versprechen diesmal wirklich stimmen? Da kam aber direkt die erste Ernüchterung als die Dichtung plötzlich raus sprang. :rolleyes: Die Farbe war schon komisch und die Größe passt auch nicht zu 100%. Einfach nur irgendein O-Ring.


    Na gut, kein Thema. Kann man ja einen passenden einsetzen und gut ist. Dann die nächste Ernüchterung. Sie lässt sich nur mit einem sehr enormen Kraftaufwand komprimieren. Ich bin nun schon nicht gerade schwächlich, aber selbst ich muss da verdammt heftig drücken. Normalerweise sollte das sehr leicht gehen, wie in folgendem Video zu sehen.


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    Warum das so ist erschließt sich wohl aus einem weiteren Symptom. Die Kolbendichtung macht quitschende und knartschende Geräusche wie Gummi auf einer Glasscheibe. Der Kolben lässt sich nur ruckweise bewegen. Also läuft der Kolben samt Dichtung komplett trocken. Was mich nicht wundert. Der Rest der Pistole war ja auch staubtrocken. Weder Fett noch Öl dran zu finden.


    Was bleibt also weiter übrig? Richtig, einmal Lupi-Salat zum mitnehmen.



    Siehe da, Die Kolbendichtung scheint tatsächlich neu zu sein. Die Ventildichtung aber garantiert nicht...


    Jedenfalls hab ich den Kolben dann mal ordentlich geschmiert und wieder in den Zylinder geschoben. Schon allein das ging verdammt schwer. Als der Kolben wieder in Arbeitsstellung war, musste ich feststellen dass das Problem nicht behoben war. Die Kolbendichtung sitzt so übertrieben stramm im Zylinder dass man ihn kaum bewegt bekommt. Und wenn dann nur mit grausigen Geräuschen, trotz guter Schmierung.


    An der Dichtung rum zu schleifen damit sie leichtgängiger wird scheint mir jetzt nicht so die optimale Lösung zu sein. Allerdings hab ich mir schon überlegt den besseren Kolben von Gotha zu verbauen, da ist die Dichtung wenigstens leichter zu tauschen.


    Auf jeden Fall wollte ich vorher mal nachfragen ob hier vielleicht noch jemand Ideen oder Empfehlungen hat.


    Und ob eventuell jemand noch eine Anleitung für die LP3 hat. Ich hab mich schon tot gesucht, ist einfach nix zu finden als Download bis auf ein paar zusammenhangslose Scans einzelner Seiten. Wenn da jemand was hat, meldet euch bitte.

    Gruß Patrick

    Edited 4 times, last by PR90 ().

  • Also ich meinte die kleine Dichtung im Ventil, die ist auf dem Bild nicht zu sehen.
    Wenn ich den Kolben bestelle, mach ich aber auch gleich alle Dichtungen mit. Gotha hat ja alles da.

    Gruß Patrick

  • Meine ganzen Egun-Käufe haben auch immer anspruchsvolle Probleme obwohl sie immer "werksneu", "komplett überholt" und "Bestzustand" sind. :rolleyes:

    mir scheint, das ist immer häufiger der Fall ... hab da auch so meine schmerzlichen Erfahrungen und erst gestern eine Diana 50 zurückgeschickt.
    Die LP 3 hatte ich auch auf dem Schirm - witzig, dass ich jetzt hier drüber lese.


    Darf man die Namen der Verkäufer eigentlich hier veröffentlichen?


    Aber es gibt auch schöne Beispiele - die letzte HW 97 die ich ersteigert habe ist "ganz gut im Schuss" ;):D;)


    Schönes Wochenende !!
    Ingo

  • So, die LP3 läuft wieder. Ich hab die Kolbendichtung leicht angeschliffen, alles gereinigt und mit LM47 geschmiert. Jetzt lässt sie sich sauber komprimieren, ohne komische Geräusche und ohne sich die Hand zu brechen. So super leicht wie im Video gehts aber immer noch nicht. Ich denke mal die Dichtung muss sich noch etwas einschleifen.



    Auf dem Chrony macht sie mit JSB Match 4,51mm 0,500g bei einem Schnitt aus 10 Schuss 115m/s, also 3,3J. Das klingt erst mal schlapp, ist aber normal bei dieser Pistole. Die Kompressionskammer im Griff ist ja nicht besonders groß. Dafür ist sie ziemlich konstant. Bei 10 Schuss hatte ich eine maximale Abweichung von 3m/s.



    Das macht sich auch auf der Scheibe bemerkbar. Trotz ihres Alters schafft sie noch gute Streukreise.
    10m aufgelegt, 10 Schuss, ein Ausreißer der mir geschuldet war:



    Der leichte Hochschuss kommt daher weil ich die Visierung auf 5m eingestellt habe, für den FWK D2. Mal sehen ob ich damit ein paar PCP-Lupis nass machen kann. :D Die Höhenstreuung ist der Tatsache geschuldet dass ich mit Kimme und Korn nicht so richtig klar komme. Da möchte ich nun mithilfe der LP3 dran arbeiten.



    Gruß Patrick

  • Ich finde die ist auch echt durchdacht. Da sich der Großteil der Mechanik im Griff befindet ist die absolut null Kopflastig. Die kannst du den ganzen Tag mit ausgestrecktem Arm halten.

    Gruß Patrick

  • Dazu reicht die Baikal MP46 allemal aus

    Klar, aber auf meiner MP-46M hab ich gerade ein RD drauf. :D Und da war mir die offene Visierung einfach zu grob, auch mit den feinsten Einsätzen. Bei der LP3 ist die Visierung besser finde ich.


    Allerdings hat die Baikal mehrere Vorteile gegenüber der LP3. Eine höhere V0 --> saubere Löcher in der Scheibe z.B.
    Und die lässt sich wirklich super leicht komprimieren. Der große nachteil hingegen ist das Gewicht und die Kopflastigkeit.


    Ein anderer Vorteil der LP3 ist, dass sie durch die geringe Mündungsenergie kaum ein Geräusch von sich gibt. Die kann man ohne Schalli in einer Mietwohnung schießen. Und dann halt diese kompakte Bauform und das Handling, das ist schon was Besonderes.



    Nunja PCP nass machen ist soeine Sache kommt auf den Schütze an, eine LP10 ist nur so gut wie der Steuermann hinter der:D

    Ja stimmt. Aber ich gehe einfach mal davon aus dass die meisten die eine relativ teure Lupi haben und regelmäßig damit schießen schon ein bisschen was drauf haben. Ein paar der Schützen die man beim FWK antrifft haben schließlich mal Wettkämpfe geschossen und den einen oder anderen Platz auf dem Treppchen geholt. Ich weiß noch wie ich trainieren musste um da überhaupt mal ganz oben mitmischen zu können. Also völlige Laien sind das garantiert nicht. :D


    Jetzt hab ich schon eine Weile keine Lupi mehr in der Hand gehabt, da muss ich erst mal wieder rein kommen. Hab eben ein paar Probeschüsse gemacht, also alles verlernt man nicht, das geht schon noch ganz gut. Aber es ist definitiv wieder mehr Luft nach oben. Außerdem hat das ganze ja auch den Hintergrund einen Ansporn zu haben die LP3 zu schießen, damit sich die Kolbendichtung endlich einläuft. Das könnte ein paar hundert Schuss dauern.

    Gruß Patrick

  • Kleiner Zwischenstand:


    Nach nun etwa 500 Schuss geht das Komprimieren zunehmend leichter. Man merkt auch dass es von Scheibe zu Scheibe besser wird. Die V0 hat sich auf 111m/s eingepegelt und bei 10 Schuss hab ich eine maximale Abweichung von 2m/s. Den Abzug konnte ich super auf meine Bedürfnisse einstellen, der ist echt top.


    Ein erstes Ergebnis für den FWK hab ich auch schon eingereicht. Ich bin mit dem Ergebnis erst mal recht zufrieden, auch wenn ich damit sicher noch nicht unter den besten Dreien lande. Das liegt aktuell aber eher an mir als an der Pistole.


    Fakt ist dass ich mit Kimme und Korn noch nie so gut geschossen habe wie mit der LP3 jetzt. Das Ding gefällt mir echt gut vom Handling her.


    Und das ist wohl die einzige Lupi deren Visierung einen hämisch angrinst... :D


    Gruß Patrick