Match-Griff Feinwerkbau 100 mit Ballistol nachölen?

  • Hallo zusammen,


    kann ich den Griff einer FWB 100 Lupi, der eh schon dunkler ist und lange nicht mehr geölt wurde, auch mit Ballsitol Universalöl nachölen?


    Also einreiben, nach 15 Minuten den Rest wegwischen und einen Tag trocknen lassen?


    Das Öl soll sogar lebensmittelecht sein, daher wohl perfekt um keine fiesen Chemikalien am Griff zu haben. Hab da leider etwas bedenken bei vielen anderen Produkten und wollte möglichst natürlich arbeiten, vielleicht sogar mit normalem Walnussöl aus der Küche. Schaftol scheidet für mich persönlich aus, weil es weder speichelecht noch für Kinderspielzeug geeignet ist. Das sind für mich die erforderlichen Zulassungen, sonst will ich das Zeug nicht länger in der Hand haben.


    Was denkt ihr, oder habt ihr Erfahrung mit dem "normalen" Ballistol Universalöl?


    Danke für Eure Tipps!

  • Würde kein Balistol nehmen. Lieber Leinöl, Leinölfirnis, ....


    Gruß Play

    Feinwerkbau: (FWB 600, 601,602, 603, 300S, 65, 100, 150), Steyr 110, Anschütz SA 2001, Walther: (LGM2, LG90, LGR, WLA, P88), AR20, Air Magnum, Single, Weihrauch: (HW30, HW77, HW40, HW 75), Colt ((CO2):1911, M45 CQBP, SAA), Umarex: (MP40, C96, HPP, SA177), Smith & Wesson: ((CO2): 586, Chiefs Spezial), GSG: (M11, CP1-M, CR600W, PR900W, P08), Crosman: (2240, 1377), Norconia: (P1, QB78d), Diana: (D75, Stormrider, Chaser), Jandao (Tomahawk, Chase Star, Pony)

  • Ab in den Obi und eine Dose Holzöl (Leinölfirnis) gekauft! Ballistol härtet nicht aus. Das gibt auf Dauer so ein klebriges Griffgefühl.

    Es grüßt der Ottokar :^)

  • Äh... um mal zu widersprechen...in normalen Ballilstol ist kein Lösungsmittel vorhanden, außer in den Spraydosen. Das verflüchtigt sich allerdings nach einiger Zeit. Jahrelang habe ich nichts anderes am Griff meiner FWB 65 verwendet, da klebt nichts.


    Heute nehme ich gerne Poliboy Möbelpflege aus dem Supermarkt, bei Leinölfirnis hatte ich eher das Gefühl von Klebrigkeit.


    Wie man sieht 1000 verschiedene Meinungen...

    Edited once, last by Jogi67: Buchstaben vergessen ().

  • Ich würde den Griff auf jeden Fall zuerst einmal mit milder Seifenlauge abbürsten,
    damit Ablagerungen, Handschweiss oder ähnliches so gut wie möglich entfernt werden.
    Sonst könnte es sein, das es nachher fleckig wird, weil das Öl zur Behandlung ungleichmäßig einzieht.
    Seifenreste gut abwaschen und den Griff komplett durchtrocknen lassen.


    Je nach Oberfläche (wenn nicht punziert oder Fischhaut) dann mit feiner 0000 Stahwolle abreiben und danach mit Leinölfirnis einreiben, Überschuss nach 10-15 Min abwischen. Nach 24 h noch mal einreiben und wieder abwischen. Das Ganze wiederholen, bis kein Leinölfirnis mehr aufgenommen wird.


    Für das Finish habe ich schon einiges ausprobiert: Leinölfirnis, English Walnut Oil, Hartöl, Rustins Danish Oil oder Tru Oil.
    Die ersten beiden ergeben ein eher seidenmattes Finish, die anderen eine eher glänzende Oberfläche.
    Nur das Ballistol Universalöl habe ich für so etwas noch nie verwendet, da kann ich jetzt nichts zu sagen...

    Edited once, last by michel_xi ().

  • Ich würde auch kein Balistol nutzen dafür.
    Balistol ist nichts anderes als medizinisches Weissöl. Es wird nicht aushärten und dadurch ist es möglich, dass der Griff irgendwann schmierig wird.
    Leinöl, besser noch Leinölfirnis ist in der Regel auch zugelassen für Kinderspielzeug und ist ein absoluter Klassiker in der Holzbehandlung.
    Auch Hartöl taug und ist trocken ebenfalls spielzeuggeeignet aber etwas robuster als Leinölfirnis.

    "Büchsen kann man nie zuviele haben!"
    Pippi Langstrumpf

    "A shotgun, in my opinion, must have three things: Boom, Boom, Boom."

    Phil Robertson

  • Ich ergänze noch:
    Alle "normalen" Öle reagieren im besten Fall nicht mit dem Holz. Sie durchweichen das Holz einfach, was in meinen Augen kontraproduktiv ist. Außerdem hat man bei Benutzung immer ölige Hände.
    Leinöl ist da sehr speziell. Es wird aus gepressten Leinsamen gewonnen und mit Zusätzen zu Leinölfirnis gemacht. Das besondere daran ist, es geht eine chemische Verbindung mit den Holzstoffen einher, die es fest werden lassen. Deswegen kann man gut geölte Holzschäfte polieren und sind wasserabweisend. Besonders praktisch ist gegenüber einer Lackierung auch, dass man Dellen im Holz selbst relativ leicht ausbessern und nach dem ölen wieder neu aufpolieren kann. Das ist der Grund, warum insbesondere Jagdwaffen einen geölten Schaft haben, auch weil diese schon mal im Regen draußen sind. Synthetikschäfte mal ausgenommen.
    Nebenbei - Holzgriffe von Matchwaffen stammen oft von Rink oder Nil. Die sind immer geölt und der Hersteller empfihlt aus gutem Grund eine regelmäßige Nachölung mit speziellen Schaftölen, die als Grundsubstand immer Leinöl enthalten.

  • Danke für eure Rückmeldungen. Dann lass ich das mit dem Ballistol sein und kaufe doch den Leinölfirnis. Ist wohl vernünftiger.

    Moin,
    hier eine vielleicht noch interessante Ergänzung zum Thema :


    Ich habe mir vor ca. 6 Monaten eine Feinwerkbau 601 auf eGun besorgt. Sehr gut erhalten, aber durch die Jahre war der Schaft doch schon etwas mitgenommen, logischerweise.
    Vielleicht weiß jemand, womit die Schichtholzschäfte von FWB behandelt wurden ? Ich glaube nicht, daß das Ölschäfte waren.
    Trotzdem habe ich die 601 entschäftet, mit 600er Papier beearbeitet, was ja nur ein Glätten und kein Lackabtrag bedeutet, UND mit normalem Ballistol aus der 0,5 Liter Flasche zwei mal behandelt.
    Ein SUPER Ergebnis !!!!!!!
    Der Schaft ist dunkler geworden, was mich nicht stört, aber er ist super glatt, nichts klebt, alles bestens !!
    Offensichtlich taugt Ballistol sogar zur Nachbehandlung/leichten Überarbeitung von lackierten Schäften.


    Mit dem Scherell Schaftöl von Ballistol bin ich hingegen gar nicht so richtig zufrieden.
    Gruß

  • Was ist gegen das Scherell zu meckern? Es ist nur teuer, aber angesichts der benötigten Mengen reichen die 50 ml ein halbes Waffenleben. Dafür gibt es in verschiedenen Tönungen und riecht recht gut.

  • Die FWB 60x Schichtholzschäfte sind lackiert. Gibt es als seidenmatt, ... Aber auch hier ist Leinölfirnis eindeutig schöner / besser.


    Gruß Play

    Feinwerkbau: (FWB 600, 601,602, 603, 300S, 65, 100, 150), Steyr 110, Anschütz SA 2001, Walther: (LGM2, LG90, LGR, WLA, P88), AR20, Air Magnum, Single, Weihrauch: (HW30, HW77, HW40, HW 75), Colt ((CO2):1911, M45 CQBP, SAA), Umarex: (MP40, C96, HPP, SA177), Smith & Wesson: ((CO2): 586, Chiefs Spezial), GSG: (M11, CP1-M, CR600W, PR900W, P08), Crosman: (2240, 1377), Norconia: (P1, QB78d), Diana: (D75, Stormrider, Chaser), Jandao (Tomahawk, Chase Star, Pony)

  • Um mich, meine Erfahrung als Tischler noch mal einzubringen :


    im hochwertigen Möbelbereich haben wir ausschliesslich mit BIOFA Hartöl gearbeitet, mit allerbesten Ergebnissen, aber sicherlich gibt es auch andere gute Hartöle. Dieses Öl habe ich auch für meine selbstgebaute Echtholzküche verwendet, musste aber leider feststellen, daß unentdeckte Wassereinwirkung auf der Arbeitsplatte die Oberfläche ruiniert, was aber bei geölten Flächen reparabel ist, wenn die Feuchtigkeit nicht allzulange einwirken konnte.
    Also habe ich mich mal für Scherell Schaftöl rotbraun entschieden, weil ich auch einfach mal weg von dem Kackbraun der Standart-Buchenholzschäfte wollte und ein spezielles Schaftöl ja wohl der Knaller sein muß.. Weit gefehlt.
    Ich habe zeitgleich einen Airmagnumschaft sowie einen von einer QB78 bearbeitet.
    Die Produktbeschreibung sagt aus, daß, weil das Öl ja so hochwertig ist, natürlich im Gegensatz zur Konkurrenz, das Holz mit jeder Behandlung farbintensiver wird. Ich hänge mal ein Bild mit an, nach gefühlten 50 Ölungen ist da nichts rotbraun, das Bild täuscht nicht.
    Ich habe dieses Schaftöl zum ersten Mal verwendet und ging nach der Gebrauchsanweisung vor. Gerade im Hirnholzbereich war das Öl bis zu letzt nach jedem Auftrag sofort weg/eingezogen.
    Leider läuft das Öl aus dem Schaft, wenn er warm wird !!
    Grob geschätzt eine halbe Rolle Küchentücher zum Aufsaugen des Öls auf dem Heizkörper habe ich verbraucht. Nachdem das Gewehr 2 Monate im Schrank stand, habe ich nach dem Abreiben immer noch rote Tücher.
    Das Chinagewehr ist durch die Hälfte an Ölungen wesentlich dunkler geworden.

  • Sieht aus wie ein Indianer (rot). ;)


    Gruß Play

    Feinwerkbau: (FWB 600, 601,602, 603, 300S, 65, 100, 150), Steyr 110, Anschütz SA 2001, Walther: (LGM2, LG90, LGR, WLA, P88), AR20, Air Magnum, Single, Weihrauch: (HW30, HW77, HW40, HW 75), Colt ((CO2):1911, M45 CQBP, SAA), Umarex: (MP40, C96, HPP, SA177), Smith & Wesson: ((CO2): 586, Chiefs Spezial), GSG: (M11, CP1-M, CR600W, PR900W, P08), Crosman: (2240, 1377), Norconia: (P1, QB78d), Diana: (D75, Stormrider, Chaser), Jandao (Tomahawk, Chase Star, Pony)

  • Was ist gegen das Scherell zu meckern? Es ist nur teuer, aber angesichts der benötigten Mengen reichen die 50 ml ein halbes Waffenleben. Dafür gibt es in verschiedenen Tönungen und riecht recht gut.

    Einziges Problem von Schaftol ist, dass es nicht aushärtet und relativ schnell wieder ausgewaschen wird, zumindest nach meiner Erfahrung damit, hinsichtlich Regen und Handschweiss.

    "Büchsen kann man nie zuviele haben!"
    Pippi Langstrumpf

    "A shotgun, in my opinion, must have three things: Boom, Boom, Boom."

    Phil Robertson

  • Und bevor mir einer sagt, das läge an den 50 Ölungen :
    als letztes habe ich zwei Pistolengriffe abgeschliffen, 1x Diana Bandit, 1x CP1-M,
    und, ich bin ja lernfähig,
    gerademal ZWEI mal mit dem Schaftöl behandelt. Wobei ich der halben Literflasche noch ein 50ccl Fläschchen Dunkelbraun beigefügt habe. Wenn Interesse, kann ich ein Bild posten, da ist auf jeden Fall kaum Farbe drin.


    Trotzdem, nach zwei Wochen habe ich IMMER noch rote Abdrücke, wenn ich die Teile auf Zewas stelle!

  • Sieht aus wie ein Indianer (rot). ;)


    Gruß Play

    Aber das gute ist,
    es passt wirklich ganz gut zum Gold der Verschlussschraube und der (sogenannten) Spiegel im Holz.