Zoraki.HP01 vs. Weihrauch HW40

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  • Zoraki.HP01 vs. Weihrauch HW40

    Zoraki HP-01 vs. HW40

    Der Test basiert lediglich auf meinen persönlichen Eindrücken. Technische Details unter:

    muzzle.de/N7/Druckluft/Zoraki_HP01/zoraki_hp01.html
    Und
    muzzle.de/N3/Druckluft/Weihrau…/weihrauch_hw_40_pca.html

    Für ganz Unterfahrene: Beide werden mit vorkomprimierter Luft (anstatt mit Federkraft, wie die sog. "Preller") angetrieben. Beides sind rückstoßfreie Waffen. Wer sich für einen Vorkromprimierer im Freizeitbereich interessiert, stößt zwangsläufig auf die wohl marktführende HW40. Die Zoraki ist, vermutlich wegen des Preises, vielleicht auch wegen des Misstrauens gegenüber türkischer Fertigungsqualität, deutlich seltener anzutreffen. Die HW75, den großen Bruder der HW40, hätte ich gerne noch daneben gestellt, konnte sie aber nicht testen.

    Optik und Handling

    Die Zoraki ist was für Jungs, die auf große Knarren stehen. Sie liegt, dank einstellbarem Formgriff (also Matchgriff mit verstellbarer Handballenauflage), extrem gut und sicher in der Hand. Das Gewicht von knapp über einem Kilogramm tut sein Übriges, um den Eindruck einer schweren, soliden und wuchtigen Waffe zu verstärken. Normalerweise steh ich mehr auf Metall und Holz, was mir aber bei der Zoraki nicht weiter abgeht, im Gegenteil: Hier passt das Plastik.



    Die HW 40, nichts gegen die Pistole mit einem ausgezeichnetem Preis-Leistungsverhältnis, wirkt dagegen wie ein Spielzeugwaffe. Für meinen Geschmack zu leicht. Die Zoraki wirkt da um einiges besser verarbeitet, was sich u.a. an der Sicherung bemerkbar macht.

    Die Power und das Pumpen

    Die Zoraki mit drei Pumpvorgängen entspricht in etwa der Kraft einer HW 45, ist aber deutlich lauter. Ein heller, scharfer Knall (auch mit zwei Pumphüben), der an eine echte Waffe erinnert. Mit einmal Pumpen aber angenehm Leise und wohnzimmertauglich.

    Bei der HW 40 ist nur ein Pumpvorgang möglich und sie kommt damit auf ca. 120 m/s. Hier liegen Zoraki auf Stufe 1 und HW 40 gleichauf. Das Schussgeräusch der HW 40 ist etwas lauter, aber keinesfalls unangenehm laut. Der Pumpvorgang bei der HW 40 erfordert in etwa soviel Kraft, wie bei der Zoraki auf Stufe 2. Auf Stufe 1 pumpt sich die Zoraki wie Butter, auf Stufe 3 braucht man gehörig Kraft, wird aber mit der entsprechenden Durchschlagskraft belohnt.



    Hier liegt die Zoraki, zumindest auf Pumpstufe 1, klar vorne, was "anfühlen", Kraftausbeute und Kraftaufwand betrifft.

    Bei der HW 40 empfand ich diesen als nervig. Durch das schmalere Gehäuse, das sich fast schmerzhaft in die Hand drückt, und die geringere Hebelwirkung (HW 40 etwas kürzer als die Zoraki) auch deutlich unangenehmer zu pumpen.

    Von der Power her liegt die Zoraki mit drei Pumphüben gleichauf mit den so genannten stärksten Luftpistolen auf dem Markt: HW 45 und Diana LP8 Magnum, die alle zwischen 160 und 170 m/s bringen (also etwa 6 - 7 Joule), und die ihren Einsatzbereich bis ca. 25 Metern Entfernung haben. Ein Mal pumpen (120 m/s) reicht für 10 Meter völlig aus und geht komfortabler von der Hand als das Spannen einer Federdruckpistole. Mit zwei Mal pumpen liegen wir schon im Bereich von etwas über 150 m/s. , ist aber für die normalen Distanzen beim Zielscheibenschießen eigentlich unnötig und, wie Stufe 3, eher für Plinker interessant. (Oder eben für Leute, die gerne allles mögliche mit Ihrer Pistole anstellen.)


    Dicke Brummer: Zoraki-HP01 & Weihrauch HW45

    Die Sicherung

    Beide Waffen sichern beim Pumpvorgang automatisch. Die Sicherung liegt bei der Zoraki direkt vor dem Abzugszüngel und von daher ist kein Umgreifen nötig, wie bei der HW 40, bei der man die Sicherung mit der linken Hand in einem extra Vorgang betätigen muss. Bei der Zoraki geht das Entsichern und Feuern quasi ineinander über. Prima und clevere Lösung. Der Sicherungsschieber bei der HW40 wirkt zudem recht billig, nicht zuletzt auch wegen dem schwergängigen, kratzigen Schiebevorgang. Bei der Zoraki schnippt man die Sicherung mit dem Abzugsfinger einfach nach vorne.



    Visierung

    Hier hat man bei der Zoraki die Möglichkeit, zwischen zwei Körnern (via Kippvorrichtung) zu wählen – schmal für Entfernungen ab 10 Metern aufwärts, breit bis zu 10 Metern. Insgesamt besser als bei der HW 45, bei bis zu 10 Metern in etwa gleichauf mit der HW 40. Bei beiden ist natürlich die Kimme Höhen und Seitenverstellbar.

    Schussbild

    Kommt mir – aufgelegt - bei der Zoraki besser vor als bei der HW 40. Kann aber kein wirklich gesichertes Urteil fällen, da das bei mir immer von der Tagesform abhängt. Freihändig / einhändig geschossen lassen sich mit der Zoraki, alleine schon wegen des um Längen besseren Griffes, deutlich bessere Ergebnisse erzielen.

    Abzug

    Hier bietet die Zoraki mehrere, angenehme Einstellungsmöglichkeiten: Vorweg, Abzugsgewicht, Winkel des Züngels, Abzugswinkel/Druckpunkt, während bei der HW 40 lediglich der Vorweg (bzw. der Druckpunkt) eingestellt werden kann.

    Das werksseitige Abzugsgewicht liegt bei der Zoraki bei 350 g, bei der HW 40 bei etwa 500 g. Vorweg und Druckpunkt sind bei der HW 40 werksseitig eindeutig definiert, während man bei der Zoraki einige Einstellungen vornehmen muss, um ein befriedigendes Ergebnis zu erreichen. Die werksseitige Einstellung ist für meinen Geschmack nicht zu gebrauchen: Kein eindeutiger Vorweg und ein schwammig wirkender Druckpunkt, kein eindeutiges Abzugsverhalten. Meine erste Zoraki habe ich, einen Defekt vermutend, daher zurückgeschickt. Bei der zweiten war es aber genauso.

    Folgende Änderungen an der Werkseinstellung habe ich vorgenommen:

    Den Vorzugsweg maximal verkürzt, den Abzugswinkel steiler eingestellt und damit den Druckpunkt vorverlegt (ca. eine Umdrehung mit dem Torchschlüssel im Urzeigersinn), und die Zunge eine Idee nach rechts verstellt, so dass der Abzugsfinger eine bequemere und auch griffigere Position einnimmt, als wenn das Züngel gerade nach vorne ausgerichtet ist. Das Abzugsgewicht ist werksseitig auf minimalst eingestellt, lässt sich also nur noch erhöhen. Ich habe es so gelassen, wie es ist.

    Der Abzug verhält sich jetzt in etwa so, wie bei einer Feinwerkbau 65, also für das Präzisionsschießen sehr gut, für das Freizeitschießen vermutlich zu empfindlich. Der kratzige Vorweg ist dadurch verschwunden, der Druckpunkt ist zwar deutlich klarer, aber nicht so klar wie bei der HW40 oder auch 45. Sprich, man muss, auch wegen des geringen Abzugsgewichts, wirklich aufpassen, dass man nicht versehentlich einen Schuss auslöst, ähnlich wie bei der FWB 65, wenn man sie nicht gewohnt ist. Allerdings lässt sich das Abzugsgewicht bis auf 1800 g erhöhen, also auch das kann man seinem Bedarf anpassen.

    Der Abzug der HW 40 mit den Einstellmöglichkeiten der Zoraki wären für mich perfekt.

    TIPP: Griffschalen mal abnehmen (bei der Gelegenheit auch gleich die Abzugseinheit ölen/fetten) und gucken, ob die Stellschraube für das Abzugsgewicht sich nicht etwas weiter rausdrehen lässt. Ich konnte den Abzug noch leichter einstellen, da die Schraube genug Luft hatte. Also solange die Schraube aus dem Gewinde oben ein Stück weit rausguckt, ist da Spielraum nach unten.

    Fazit

    Insgesamt muss ich sagen, haben sich die 100 Euro Mehrausgabe für die Zoraki absolut gelohnt. Ich mag dass Aussehen, dass Handling und die variablen Einsatzmöglichkeiten (schießen zwischen 10 und 30 Metern, je nach Anzahl der Pumphübe, leise Schussabgabe auf Pumphub 1). Die 100 Euro mehr merkt man der Zoraki definitiv an. Zudem wird sie im Koffer geliefert (mit einer nicht-tauglichen Reinigungsbürste aus Messing, etwas Waffenöl und dem Torchschlüssel. Bedienungsanleitung nur auf Englisch, ist aber problemlos auf Deutsch im Internet zu bekommen.)

    Die Vorteile gegenüber der HW 40 noch mal zusammen gefasst:

    Besserer Griff
    Mehr Power wenn nötig
    Insgesamt besseres Handling
    Bessere Optik (ist natürlich Geschmackssache)
    Alleine der Abzug ist gewöhnungsbedürftig und muss auf jeden Fall nachgestellt werden, was bei der HW 40 nicht der Fall ist. (Und der Abzug der Zoraki ist aus Plastik, was aber beim Schießen nicht weiter stört.)

    Aber der augenfälligste Unterschied ist für mich der, dass die HW 40 gegen die Zoraki wie ein Kinderspielzeug wirkt, und das hat dann letztlich den Ausschlag gegeben. Die Power der HW40 z.B. wäre für mich, der ich hpts. in der Wohung schieße, völlig ausreichend gewesen, aber letzten Endes möchte man die Zoraki nicht mehr aus der Hand legen, wenn man sie mal in derselben gehabt hat.

    Die HW 40 hat ein super Preis-Leistungsverhätlnis, aber wer 100 Euro mehr hat sollte, falls einen die Optik anspricht oder wurscht ist, meines Erachtens nach auf jeden Fall zur Zoraki greifen (ca. 220 Euro).



    Weitere Vorkomprimierer

    Zur HW 75, ca. 280 Euro, dafür aber aus Metall und mit Griffschalen aus Holz, kann ich aus eigener Erfahrung nichts sagen. Im Prinzip ist es im Onlinehandel ja möglich, sich beide oder alle drei Waffen zu bestellen und eine oder zwei wieder zurückzugeben. Da die Waffe von Weihrauch gefertigt wird, gibt es an der, bis auf die niedrige vo (120 m/s), sicher nichts zu meckern. Hätte ich nicht schon die nahezu identisch aussehende HW45, wäre sie sicher in die engere Wahl gekommen.

    Vorkomprimierer gibt es noch einen von Gamo (Gamo Compact, Holzgriff, Metallgehäuse, ca. 170 Euro), von dem man zumindest nicht abraten kann, sowie einige im unteren Preissegment, zu denen man aber keinesfalls zuraten möchte. Unterhalb der HW40 (120 Euro) spielt sich da nichts wirklich brauchbares ab. Zur Crosman 1377, die preislich in der gleichen Liga spielt, kann ich nicht viel sagen, außer, dass den Meisten die Pumperei über kurz oder lang auf den Sack zu gehen scheint. Mir ist sie allerdings schon vom Anschein her unsympathisch.

    Im Matchbereich bzw. Hochpreissektor dann: FWB 100, 102, 103 / Baikal IHJ 46 / Walther LPM1 - gebraucht zwischen 250 und 600 Euro. Alle empfehlenswert, wenn man sich die Test- und Erfahrungsberichte so durchliest. Geschossen hab ich selbst nur mit der 102er und ditte war jut. Die Walther und die FWB 103 sollen wohl die besten Vorkomprimierer überhaupt sein. Ersatzteile bekommt man am einfachsten für die Modelle von Feinwerkbau. Reparaturen sind sehr teuer. Nicht unerheblich bei gebrauchten Waffen.

    Ich habe mich letzten Endes für die Zoraki entschieden, weil ich kein Vereins- oder Wettkampfschießen betreibe. Sollte sich das mal ergeben, würde ich mit einer von den Feinwerkbaus oder der Walther liebäugeln. Auf Pressluft und CO2 steh ich nicht so, warum weiß ich auch nicht. Vermutlich aus demselben Grund, aus dem ich Segelboote lieber mag, als Motorboote, aber das nur als Randbemerkung.

    Robert Weber

    Die HW 40 habe ich bereits zurückgeschickt, so dass ich kein Vergleichsfoto machen konnte, bzw. das versäumt habe. Gibt es aber genug im Internet oder hier unter den Testberichten.

    Nachtrag: Nach etwa 1000 Schuss hab ich mich an den Abzug gewöhnt oder er hat sich eingeschliffen. Die Zoraki finde ich, je länger ich sie schieße, immer besser, kann sie also wirklich nur wärmstens empfehlen. Nach oben geht jetzt eigentlich nur noch eine Matchpistole.
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    HW77k, HW30MKII, HW45, Zoraki-HP01.

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