Pistole 9mm: Gap Bruni BG17 Gen.2

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  • Pistole 9mm: Gap Bruni BG17 Gen.2

    Testbericht zur Gap Bruni BG17 Gen.2 mit Vergleich zur Non-PTB Version Austria mit Belastungstest der deutschen Version


    Guten Tag zusammen! Wir möchte euch heute den Testbericht zur BG-17 Gen.2 nahe bringen.

    "Wir" deshalb, weil sich in diesem Testbericht nicht nur meine Meinung widerspiegeln wird, sondern die Meinungen von insgesamt vier Usern aus dem Co2air Forum.
    Maßgeblich beteiligt an diesem unten zu sehenden Bericht sind Mistermister/Fabian - Quickmic/Christian - Mrs Magnum/Vanessa und meine Wenigkeit, sowie über 50 weitere User, denen es einzig und allein zu verdanken ist, dass dieser Test zustande gekommen ist.


    Kommen wir als erstes zu den technischen Eckdaten der GB17:

    Kaliber: 9mm PAK

    Länge der Waffe: 210mm

    Breite der Waffe: 30mm

    Höhe der Waffe: 135mm

    Leergewicht der Waffe mit Magazin: 953g

    Anzahl der Patronen im Magazin: 9+1

    :ptb: 934

    Hersteller:

    Hergestellt in Italien für die MWM Gillmann GmbH München.

    Vertrieb über Egun und Frankonia



    Bilder zur BG17

    Hier ist die BG17 in unversehrten Zustand zu sehen:



    Bevor MisterMister den Belastungstest durchgeführt hat, hat sich der User Quickmic aus Österreich dazu bereit erklärt, seine NON-PTB-Version mit unserer in Deutschland erhältlichen Version zu vergleichen.

    Daraufhin haben wir ein Treffen auf österreichischem Boden arrangiert, und dort beide Waffen auf Aussehen und Technik hin überprüft.
    Wir konnten bis auf zwei Punkte keinerlei Unterschiede der Waffen finden.
    Sie unterscheiden sich in der Laufsperre der deutschen Version und dem Stahlplättchen im Hammer, das zur Verstärkung mit eingebaut wurde.

    Beide Versionen besitzen keinen Stahllauf, kein Stahlpatronenlager und beide Magazine der deutschen und österreichischen Version sind absolut identisch.
    In Österreich ist die BG17 für 109;- Euro zu erwerben, in Deutschland kostet sie bei Frankonia 239 Euro.
    Das ist eine Preisdifferenz von sage und schreibe 130;-Euro. Aber dafür haben wir einen PTB-Stempel. ;)

    Quickmic hat uns hier noch ein sehr sehr interessantes Video über seine BG17 NON-PTB-Version produziert:
    17tNptJqkZ8

    Hier die ersten Bilder zum direkten Vergleich zur Austria-Version: Manchmal sagen Bilder mehr als Worte........


    Beide Waffen im zerlegten Zustand, auf dem oberen Bild das Griffstück der Waffe, deutlich zu erkennen bei der deutschen Version das Stahlplättchen im Hammer (rechts auf dem Bild)


    Die leicht unterschiedlichen Laufsperren der beiden Versionen:



    Hier die Seitenansicht beider Waffen von oben:


    Die beiden Schlitten im direkten Vergleich:




    Hier die beiden Läufe mit Beschriftung:


    Hier ein Foto der beiden Waffen von unten:


    Ein Bild der Federführungsstangen, Federn und Fixierschraube des Verschlussblockes:


    Hier der Verschlussblock der deutschen Version, bereits deutlich zu erkennen, das unsauber gearbeitete Gewinde im Stopperblock, der aus Zinkguss besteht

    Ich kann nicht ganz verstehen, wie man ein relevantes Teil an einer Waffe, das massivste Belastungen aushalten muss, aus Zinkguss fertigen kann, wenn eine Fixierschraube aus Stahl im Gewinde steckt.

    Es wird sich später zeigen, dass die Kombination "Stahl gegen Zinkguss" fatale Auswirkungen haben wird.

    Es folgt ein Bild der beiden Magazine:


    MWM Gillman mit Firmensitz in München hat anfangs damit geworben, dass das deutsche Magazin für einen extrem hohen Kostenaufwand PTB-tauglich gemacht wurde und dass sich die Magazine für die Nicht-PTB-Version von den deutschen Magazinen unterscheiden würden. Der direkte Vergleich brachte jedoch andere Fakten zu Tage: Beide Magazine sind absolut baugleich und passen in die jeweils andere Waffe. Wie sich später herausstellen wird, werden wie zu erwarten die Magazine für die Nicht-PTB-Variante auch in der Waffe mit PTB-Zulassung einwandfrei funktionieren.

    Resume meines Besuches in Austria:

    Ich habe einen sehr netten, fachkundigen User kennenlernen dürfen. Wir haben uns in Österreich getroffen, mit der Erwartung, zwei völlig unterschiedliche Waffen vorzuzeigen. In Deutschland wurde die Werbetrommel stark für ein völlig neues Produkt gerührt, jedoch mussten wir mit Entsetzen feststellen, dass die Unterschiede vernichtend gering sind.

    Ich weise noch einmal auf die beiden Unterschiede hin:

    -eine etwas markantere Laufsperre
    -ein Stahlplättchen im Hammer


    Zu guter Letzt:

    -wir haben auf der deutschen Version einen PTB Siegel, daher wohl auch der Preisunterschied von 130;- Euro. ^^

    Kommen wir nun zum Belastungstest, durchgeführt von Fabian alias MisterMister.

    Ich habe die Waffe samt dreier NON-PTB-Magazine, die ich freundlicherweise von Quickmic zur Verfügung gestellt bekommen habe, und 700 Schuss Geco Munition an Fabian versendet. Fabian hat dann vergangene Woche den Test durchgeführt und hat leider feststellen müssen, dass sich die Skepsis gegenüber Waffen, die in Italien gefertigt werden, wieder einmal bestätigt. Lange Rede, kurzer Sinn, hier das Video des Belastungstests:

    MueYbtIbB6A

    Da ihr ja jetzt alle gesehen habt, an was es genau gescheitert ist, muss ich wohl nicht mehr viel dazu sagen. Fabian hat mir die Waffe umgehend zurück gesendet und ich hatte somit noch einmal die Gelegenheit, sie genau in Augenschein zu nehmen sowie einige Detailfotos zu machen, auf denen auch die Schäden gut erkennbar sind. Beginnen wir mit dem ersten Eindruck, den ich hatte, als die Waffe wieder bei mir auf dem Tisch lag:

    Auf den ersten Blick hätte man meinen können, dass man eine neuwertige Pistole mit minimalen Gebrauchsspuren auf dem Tisch liegen hat. (Naja, sie hat ja auch nur 200 Schuss geleistet, da kann man keine großen äußerlichen Abnutzungen erwarten.) Auf den zweiten Blick jedoch, wenn man die Waffe auseinander nimmt, bietet sich ein Bild des Schreckens: Wie vorher schon angesprochen, hat sich der Fixierstift aus Stahl in den Zinkguss gefressen und somit dazu beigetragen, dass sich der Schlitten nach hinten abhebeln lies, was wiederum zur Folge hatte, dass sich die Waffe nicht mehr ordnungsgemäß repetieren ließ und eine Zuführstörung nach der anderen verursachte. Die Stahleinlage im Hammer ist wohl für den Schlagbolzen etwas zuviel des Guten gewesen, da der Hammer mit Stahleinlage den Schlagbolzen förmlich zu Brei geschlagen hat. Dieser ist zum Schluss in vorderster Stellung steckengeblieben und ließ sich nicht mehr bewegen. Auch konnte man aufgrund dieser ganzen Störungen den Abzug der Waffe nicht mehr betätigen.

    Hier nun die Detailfotos der ramponierten Waffe:




    Die Zuführrampe der Waffe sieht noch ziemlich jungfräulich aus:



    Der Hammer mit Stahleinlage, der wohl dem Schlagbolzen übel zugesetzt bekommen hat:



    Der Lauf aus der Rück- und Frontansicht:




    Auf den folgenden sieben Bildern ist deutlich zu sehen, wie sich die Fixierschraube des Stopperblocks ins Zinkgussmaterial gefressen hat. Auf einigen Bildern ist auch gut zu erkennen, dass man die Schraube bereits problemlos durch das ausgefressene Gewinde per Hand schieben kann:









    Hier ist für jeden gut sichtbar, wie der Schlagbolzen fest steckt und sich weder vor noch rückwärts bewegen lässt. Der hintere Teil des Schlagbolzens, auf den der Hammer schlägt, ist förmlich hinnein gestampft worden und man kann nur noch erahnen, was es ursprünglich für ein relevantes Teil an der Waffe hätte sein sollen. Ich denke, die nachfolgenden Bilder sprechen für sich ...









    Hier nochmal zu erkennen,die Fixierschraube aus Stahl, die natürlich keinerlei Abnutzungsspuren davon getragen hat, sowie nochmals Bilder des Verschlusses und Stopperblockes:






    Welches ist das Magazin mit PTB Zulassung?




    Ich zumindest kann keinerlei Unterschiede an den Magazinen feststellen, aber wer mich einen besseren belehren kann.....

    Deutlich ist auf den folgenden Bildern zu sehen, wie sich der Schlitten nach oben abzuheben versucht, was beim Praxistest dazu führt, dass er nicht mehr repetieren kann:





    Ich messe hier 4mm Spielraum zwischen Schlitten und Griffstück:



    Der Rest vom Schützenfest.....




    Ein letztes Bild, bevor die Waffe zu ihrem Hersteller zurückkehrt...

    co2air.de/wbb3/index.php?page=…351b56edbcca58cef2b2cda63

    Gute Reise BG17..... :winke:



    Und zum Schluss nochmal der direkte Vergleich zur Geco P217:



    Jeder hat seine Meinung....und sollte diese auch kundtun, dazu wollen wir vier Beteiligen uns auch dazu äußern, was unsere ganz persönlichen Eindrücke der Waffe sind.

    Der User Quickmic schrieb uns dazu Folgendes:

    Der Frosch der eine Prinzesin sein wollte……….

    Als damals erste Infos zur BG 17 hier im Forum gepostet wurden, war die Skepsis der fachkundigen Co2air-Gemeinde groß und demensprechend wurde auch gepostet. Der Importeur fürchtete um sein Geschäft und holte zu Rundumschlag aus. Threads wurden geschlossen und wir vor erneuten geschäftsschädigenden Äußerungen gewarnt. Außerdem wurden von MWM mit „Fakten“ zur umkonstruierten Bruni Gap versorgt, die sich im Nachhinein als nicht ganz so nachvollziehbar erwiesen. Größter Kritikpunk aller - der Preis!

    Dann tauchten die Ersten Bilder auf zur BG 17 von Gillmann und in meinen grauen Zellen begann es zur rattern, denn ich hatte schon vor etwas längerer Zeit eine Bruni GAP in einem Waffengeschäft unter die Lupe genommen und alles kam mir sehr bekannt vor. Der Preis der BG war sowieso indiskutabel, also vergaß ich die Sache erst mal.

    Durch den Spendenaufruf von Saalach (Andy) änderte sich das wieder. Andy, der alle Hebel in Bewegung setzte, um einen 1000 Schusstest zu organisieren, hat sich wirklich viel Arbeit gemacht und alle Spender immer auf den Laufenden gehalten. Als ich dann in einem Waffengeschäft ein Ersatzteil abholen wollte, habe ich (wohl inspiriert durch Andys Einsatzbereitschaft) mir dann die Bruni Gap noch einmal angesehen und gekauft.

    Noch am selben Tag habe ich die Waffe Probe geschossen und mit den Bildern der BG17 verglichen: Mal von der Laufsperre und Metalleinlage im Hammer abgesehen kein erkennbarer Unterschied! Am Abend habe ich dann mit Andy telefoniert und nachdem die Sprachbarrieren überwunden waren, haben wir ein Treffen ausgemacht um die beiden Brunis zu vergleichen. Um etwas Zeit zu sparen, haben wir uns auf halber Stecke auf einem Discounter Parkplatz getroffen, ich bin mit meinem Bus angereist um einen guten Platz zum Vergleichen und Fotografieren zu haben. Andy bevorzugte das unauffälligste aller Autos, eine Schwarze Limousine, man soll es ja nicht zu leicht haben, den
    andern zu finden. Nach kurzer Begrüßung machten wir uns gleich an die Arbeit, ich hatte meine treue Fotobox mit, Andy die Spiegelreflexkamera und seine überaus nette Begleiterin Nessa alias Mrs.Magnum.

    Die Beleuchtung speisten wir über einen Netzwandler von der Busbatterie und illuminierten so die Fotobox, den Laderaum und wahrscheinlich auch noch den ganzen Parkplatz. Bin heute noch dankbar, dass wir keinen Polizeieinsatz ausgelöst haben. Als Andy und ich uns die Waffen ansahen, war uns schnell klar, dass es kaum Unterschiede gibt. Vielleicht sind die Magazine anders? Fehlanzeige! Während Andy ein paar Fotos schoss (geschätzt um die 1000), zerlegte ich die Waffen und achtete peinlich genau darauf keine Teile zu verwechseln (denn die waren ja alle gleich). Ich zeigte Andy, dass sich an meinem 10 Schuss alten Zerlegeblock schon das Gewinde auflöste, der das leicht ungläubig
    überprüfte. Andy startete einen Magnettest mit meinem bewährtem „Alleskönner Schraubenzieher mit ausziehbarem Magneten“-Werbegeschenk. Magnet kaputt?, dachte ich kurz, aber nein wir hatten nur zwei "Made in Italy"-Zinkgusswaffen unter unsern Magneten gehalten. Nix war es mit „Vollstahllauf“, nur die Einlage im Hammer der BG17 schlug an. Dann lief noch einmal die Kamera heiß.

    Andy und ich waren uns einige – das ist die selbe Waffe, Kunststoff gleich, Form gleich, Schlitten gleich, Magazine gleich, Zerlegeblock gleich, einfach alles gleich! Bis auf die gesetzlich vorgeschriebene Laufsperre und die Stahleinlage im Hahn, die sich ja im 1000-Schusstest eher negativ ausgewirkt hat, sind die Waffen identisch. Das von Herrn Gillmann versprochene „Umkonstruierten“ hat sich wirklich im Rahmen gehalten.

    Nun wurde alles wieder verpackt und es wurde noch ein klein wenig fachgesimpelt. Meine drei Magazine machten sich zusammen mit der BG 17 auf den Weg zum 1000-Schusstest zu Fabian.

    Ich gehörte ja zu den Glücklichen, die den 1K-Test gleich nach Abschuss sehen durften um das in den Bericht mit einzubinden. Andy hatte mir ja ein klägliches Versagen der BG
    vorausgesagt, aber dass es so erbärmlich für die Bruni läuft, hätte ich nicht gedacht. Ich denke, über den 1K-Test muss man nicht mehr viel sagen, sehr viele Zuführstörungen und der Defekt an einem Punkt, wo sich eine Waffe normalerweise erst eingelaufen hat. Ich meine gesehen zu haben, dass gerade zum Schuss die Patronen nicht mehr richtig ausgeworfen haben, ich spekuliere mal wild und gebe dem Zinkausstoßer die Schuld.

    Zur Waffe selber: (ich beziehe mich auf meine non PTB Waffe, Preis in Österreich 109 Euro für die nickel Variante, Ersatzmagazine 19 Euro)

    Die Abmessungen und das Aussehen entsprechen in etwa dem Vorbild – der Glock17. Die Vernickelung an meiner Waffe ist fehlerfrei und glänzt fast wie eine Chrom-Oberfläche. Leider hat der Zinkdruckguss unter der Vernickelung nichts mehr mit fehlerfrei zu tun, überall Macken und Unsauberkeiten. Lauf und Patronenlager sind in ähnlicher Qualität
    gehalten. Die Spaltmasse an der Waffe sind sehr unterschiedlich und wirken etwas schlampig. Besonders am Zerlegeblock wirkt die Waffe billig. Der Kunststoffgriff geht in Ordnung, wirkt aber etwas wulstig an manchen Stellen. Der SA - Abzug ist schön breit und löst schon bei geringen Gewicht aus, allerdings ohne Druckpunkt. Der Schlittenfanghebel ist aus Zink und funktioniert gut.

    Der Schlitten sitzt, wenn er geschlossen ist, relativ spielfrei, den er allerdings offen ist zeigt er denselben Mangel wie im Video, auch bei mir wird er hinten angehoben und ein unschöner Spalt entsteht. Außerdem scheint die Schlittenfeder nicht die Stärkste zu sein, der Schlitten gleitet etwas zaghaft nach vorne. Bei schwach geladener Munition nicht unbedingt ein Nachteil, geht aber auf die Lebensdauer, wobei es bei dieser Waffe auch schon egal ist. Die Sicherung über den kleinen Hebel ist sehr einfach gehalten, es wird einfach nur der Abzug gesperrt. Eine farbliche Markierung, wann die Waffe gesichert ist, wäre noch eine feine Sache um Bedienfehler zu vermeiden.

    Den kleinen Magazinknopf sucht man öfters, er sitzt gut versenkt in der Waffe. Die Magazine gleiten mühelos heraus, der hohe Preis dafür ist das extreme Magazinspiel. Zum Zerlegen benötig man ein Werkzeug, ansonsten geht es relativ leicht. Wäre dieser Zerlegenblock nicht so ein großer Schwachpunkt an der Waffe, würde ich der GAP diese hausbackene Lösung fast verzeihen.

    Der kurze Funktionstest mit 10 Schuss klappte ohne Probleme. Auffällig nach nur 10 Schuss: Gewinde im Sperrblock beschädig, Hahn schon vom
    Schlagbozen eingekerbt.


    FAZIT:

    Leider muss ich sagen, dass die Gap quasi der Colt Python unter den Pistolen ist. Es ist eine „günstige Vollzink-Waffe mit Kunststoffgriff“ und genau so ist auch die
    Lebensdauer. Auf den ersten Blick zwar eine ansehnliche Waffe, aber bei näherer Betrachtung verfliegt der positive Eindruck.

    Empfehlen kann ich sich letztlich nur Sammlern und Hardcore-Glockfans. Die annähernd gleiche Waffe unter anderen Namen für rund 250 Euro zu verkaufen, halte ich für,
    ja sagen wir mal. ein recht mutiges Geschäftsmodell.



    Mistermister denk darüber folgendes:

    Bericht über die Bruni BG17 GEN2 von mistermister/bfgguns

    Als die ersten Details der neuen aus Italien importieren Schreckschusswaffe bekannt wurden, hatte ich sofort das Bild einer schlecht verarbeiteten und von der Haltbarkeit eher klamm gesegneten Pistole im Kopf. Erste Bilder (vom Importeur selber) sollten den „stahlgewordenen Traum“ eines Glocknachbaus verstärken, dazu dienten geschickt angebrachte Magnete an Lauf, Patronenlager und Hammer, die eine „magnetisierende“ Wirkung entfachen sollten. Als ich die Pistole durch „blue1980“ zum ersten Mal live gesehen habe und er sie mir präsentiert hat, verstärkte sich mein Verdacht ungemein. Als wir über das Modell diskutiert haben, wurde mehrere Male erwähnt, dass es sich in erster Linie um ein Vitrinenstück handelt und für den Gebrauch zu Silvester untauglich erscheint. Zumal bis jetzt (Stand 08. März 2012) der Importeur - Gillmann GmbH - noch keinen Abschussbecher mit PTB-Abnahme der Pistole beilegt.

    Bei genauerer Betrachtung der Pistole fiel mir dann auch sofort auf, dass sie eben keinen Stahllauf besitzt, sondern nur einen mit einer kleinen Stahlröhre im Inneren verstärkten Zinklauf. Das gleiche Spiel wie bei vielen Umarex-Schreckschusswaffen. Nichts Besonderes also. Desweiteren wird die Bruni BG17 GEN2 u.a. bei Frankonia mit einen „Stahllauf“ und „Stahlstoßboden“ beworben. Beides hat die Bruni BG17 GEN2 nicht. Wenn man allerdings auf die Webseite des eigentlichen Importeurs schaut (russ-guns.net), so findet man in der Beschreibung dieses Modells folgende Aussage: „Massives Stahlrohr mit Laufsperre ebenso aus Stahl, Zinkmantel umspitzt“. Das Modell wird nicht mit einem Stahlstoßboden wie bei Frankonia beworben und hinter dem Komma wird nachgebessert, nämlich mit der Aussage, dass es sich bei dem Lauf lediglich um ein Stahlrohr mit Zinkmantel handelt. Die Verarbeitung der Waffe ist generell unter dem Niveau deutscher Schreckschusswaffen-Hersteller. Einzig und allein nennenswertes Stahlteil ist die Stahleinlage im Hammer, ggf. der Schlagbolzen und die Auszieherkralle, diese sind aber obligatorisch. Einen schlechten Eindruck macht auch der Ausstoßer, denn dieser besteht ebenso wie der Rest der Pistole aus Zink. Für einen Preis von deutlich über 200 Euro und im Vergleich mit anderen Herstellern erwarte ich etwas anderes.

    Ansonsten findet man an der Pistole keine Neuheiten. Die Glock 17 hat ein Schlagbolzenschloss, wohingegen die BG17 GEN2 auf einen internen Hammer mit Stahleinlage setzt. Bedingt durch diese Konstruktion kann die BG17 GEN2 nur mit einem Single Action Only Abzug aufwarten. Der Hammer muss vor dem Betätigen des Abzugs durch Zurückziehen des Verschluss gespannt werden, damit sich ein Schuss lösen kann. Wenn der Abzug durchgezogen wird, entspannt sich der Hammer und schlägt auf den Schlagbolzen auf, der dann nach vorne schnellt und das Zündhütchen anschlägt, der Schuss löst sich. Mehrmaliges Betätigen des Abzugs ohne zurückfahrenden Schlitten ist nicht möglich, da der Hammer vorher immer gespannt sein muss. Eine außenliegende Sicherung in Form zweier geriffelter Flügel auf beiden Seiten ist gegeben. Obere Position der Flügel zeigt an, dass die Waffe entsichert ist. Wenn die beiden Flügel nach unten gedrückt werden, sperren sie rechtsseitig das Abzugsgestänge und verhindern ein Durchziehen des Abzugs. Die BG17 GEN2 hat dazu noch den Glock-typischen „Safe Action Abzug“. Dieser äußert sich in Form einer Zunge und ist mittig im Abzug angebracht. Wenn dieses Züngel nicht gleichzeitig mit dem Abzug durchgedrückt wird, blockiert das Züngel den Abzug.

    Dieser Text soll sich allerdings nicht hauptsächlich um die Eigenschaften der Bruni BG17 GEN2, drehen sondern um den durchgeführten Belastungstest. Es standen für diesen Test 1000 Schuss im Kaliber 9mm PAK zur Verfügung, dazu drei Magazine der nicht PTB abgenommenen Bruni GAP aus Österreich, sowieso das mitgelieferte Magazin der für den deutschen Markt gebauten und umgelabelten Bruni BG17 GEN2. Das „B“ BG steht dabei für Bruni und das „G“ für den deutschen Importeuer Gillmann GmbH.
    Noch eine kleine Information zu den Magazinen. Laut Aussage des deutschen Importeurs handelt es sich bei den 9-Schuss Magazinen für die BG17 um extra modifizierte Stücke, die sich von den Magazinen für das Modell Bruni GAP unterscheiden sollen. Das soll einer der Gründe für den großen Preisunterschied zwischen Bruni GAP und Bruni BG17 GEN2 sein. Ich konnte bei den „ausländischen“ Magazinen keinen Unterschied im Vergleich für die für den deutschen Markt produzierten Tanks finden und sie passen auch in die BG17 GEN2. Abgeänderte Magazine? Ich sehe das ein wenig anders.


    Link zum Belastungstest der Bruni BG17 GEN2:

    MueYbtIbB6A

    Mit dem Gewissen, dass die Waffe den Belastungstest nicht bestehen würde, habe ich angefangen die Magazine zu laden, um dann sofort beginnen zu können. Der Belastungstest wurde nach dem ersten Schuss sofort mit einer Auswurfstörung unterbrochen, die ich schnell durch Zurückziehen des Verschlusses lösen konnte. Die verkeilte Kartusche wurde freigegeben. Die darauffolgenden vier Magazine konnten ohne größere Probleme verschossen werden. Dabei kam es immer wieder vor, dass der Verschluss durch Betätigung des Verschlussfanghebels nicht wie eigentlich üblich nach vorne schnellt, damit eine neue Kartusche in die Patronenkammer zugeführt werden kann, sondern sich dieser an besagtem Hebel verkeilte. Es stellte sich heraus, dass sich der Verschluss durch ungenügende Schlittenführung im hinteren Bereich vom Griffstück löste. Kein Guter Einstieg…

    Ab dem vierten bis fünften Magazin kam es schließlich vermehrt zu Auswurfstörungen. Kartuschen verkeilten sich zwischen Patronenkammer und Auswurffenster im Verschluss. Diese habe ich mit beherzten Griffen aus ihrer Falle ziehen können. Beim neunten Magazin kam es schließlich zur ersten Fehl- bzw. Nichtzündung der Kartusche. Wie sich nachher herausgestellt hat, klopfte die harte Stahleinlage mit jedem Treffer auf Schlagbolzen und Umgebung die Messinghalterungsschraube in die Öffnung für den Schlagbolzen. Der Schlagbolzen konnte sich nun nicht mehr frei in seinem Kanal bewegen und generierte nicht mehr genug Schwung, um die Zündhütchen richtig anzuschlagen. Nun wechselten sich Auswurf und Zündprobleme der Kartuschen ab, bis ich den Test abgebrochen habe. Am Ende stecke der Schlagbolzen fest und guckte nach vorne zeigend aus seiner Öffnung raus. Auswurfstörungen und der locker sitzende Verschluss taten ihr Übriges, ein schlechtes Bild auf die im Video getestete Waffe zu werfen.

    Die Bruni BG17 GEN2 macht einen klapprigen und schlecht verarbeiteten Eindruck auf mich, der sich nach dem Belastungstest um einen Punkt erweitert hat - unzuverlässig dazu. Vielleicht machen andere Käufer bessere Erfahrungen? Die im Video getestete BG17 GEN2 ist definitiv keine Gebrauchswaffe.

    Ich möchte noch mal darauf hinweisen, dass dieses Video nicht repräsentativ für alle Pistolen des Modells BG17 GEN2 ist. Jeder möge seine ganz eigenen Erfahrungen machen. =P


    Und das hat uns Mrs.Magnum dazu zu sagen:

    Hallo zusammen,

    ich habe die Diskussionen hier im Forum über die BG17 von Anfang an verfolgt, war beim Kauf dabei, habe die deutsche Version mit der österreichischen verglichen und habe die Waffe nach dem Schusstest begutachtet. Jeden der wichtigen Schritte habe ich mit Adleraugen verfolgt :) Wenn ich an den Kauf zurückdenke, muss ich wieder schmunzeln, denn der Verkäufer bei Frankonia fragte viermal nach, was wir von ihm wollen, die Waffe BG17 von GAP Bruni war ihm völlig unbekannt :D Da ich zur Technik nicht viel sagen kann, möchte ich mich auf die Optik, Oberfläche und Verarbeitung konzentrieren. Die Oberfläche weist sehr viele Unsauberheiten in der Brünierung auf, sie wirkt von Anfang an etwas billig, wenn man sie in den Händen hält. Da ich das Original Glock Modell kenne, und ich es bereits in den Händen gehalten habe, kann ich behaupten, dass es sicherlich ein sehr gelungener Nachbau ist, auch wenn Qualität, Haltbarkeit und Mechanik niemals mit einer echten Glock 17 vergleichbar sind. Geco hat es vor vielen Jahren ja schon mit der P217 probiert einen Glock Nachbau auf den Markt zu bringen, und Zoraki wird in diesem Jahr mit der Zoraki 917 folgen. Jedoch kommen weder die Geco, noch die Zoraki so nahe an das Original, wie die BG17 es geschafft hat. Ich finde, dass die BG17 maximal für die Vitrine geeignet ist (für Hardcoresammler, denen kein Preis zu hoch ist um einen möglichst originalgetreuen Nachbau der Glock17 zu haben). Das Preis und Leistung stehen in keinem gesunden Verhältnis zueinander, ich habe die PK380 da, die etwa den selben Preis hat, jedoch hat die Pk380 viel mehr Stahl und Qualität zu bieten, ofür ich auch gerne einen Preis für über 200 Euro in Kauf nehme. Für den Nachbau aus Italien bin ich jedoch nicht bereit, eine größere Summe Geld auszugeben, um die hundert Euro, wie in Österreich wären noch vertretbar, mehr jedoch nicht. In meine Waffensammlung wird die BG17 mit Sicherheit nicht aufgenommen.

    Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.

    Liebe Grüße,
    Vanessa


    Und zu guter Letzt ein Schlusswort von mir:

    Was soll ich noch groß sagen?

    Ihr habt zwei Videos gesehen, knapp 50 Bilder, 3 verschiedene Meinungen gelesen und mit Sicherheit eine Stunde gebraucht, bis ihr hier bei mir angekommen seid :D Ich will nicht lang um den heißen Brei reden, ich habe die ganze Diskussion um die Gap Bruni von Anfang an mitkommentiert und auch beobachtet, viele Kritiker kennen gelernt aber auch einige Befürworter. Die endlosen Diskussionen um die Haltbarkeit der Waffe, sowie deren Pro und Contras haben mich irgendwann dazu bewegt mit über 50 anderen Usern diesen Test zur endgültigen Klarstellung in die Wege zu leiten. Anbei möchte ich die Gelegenheit gleich beim Schopf greifen, und mich für die hohe Spendenbereitschaft bei allen beteiligten Usern zu bedanken! Ich habe selten ein solches Engagement erleben dürfen und war mehr als nur positiv überrascht. Von den Spendengeldern wurde die Waffe und die Munition bezahlt; nun ist die Waffe an Frankonia zurück gegangen und das übrig gebliebene Geld wird an die Kinderkrebshilfe München gespendet.

    Somit hatte die ganze Aktion auch etwas Gutes, die Waffe hat den Test zwar leider nicht überstanden, aber das somit zurückerhaltene Geld ist bei der Krebshilfe sicherlich bestens aufgehoben. Auf Wunsch einiger User werde ich die Namen nicht öffentlich preisgeben, wer sich alles an diesem Test beteiligt hat, aber es sei gesagt, es waren über 50 Stück ;)

    Das war es meinerseits Leute, ihr wisst ja nun alles, was soll ich euch also noch dazu erzählen... Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen und Anschauen der Videos,
    und verbleibe mit besten Grüßen -

    Saalach/ Andy

    Dieser Testbericht spiegelt die Meinungen meherer User wieder,alle Angaben wurde mit besstem Wissen und Gewissen verfasst
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