Was ist da los? Gummiarmierung löst sich auf.

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    • Was ist da los? Gummiarmierung löst sich auf.

      Hallo an alle,

      ich wende mich mit einem ungewöhlichen Problem an euch.

      Seit ca. 10 Jahren besitze ich ein Nigh Owl NOD S3 Nachtsichtgerät. Dieses hat als Feuchtigkeitsschutz eine Gummiarmierung. Ich habe das Gerät nicht so oft in Gebrauch und auch sonst immer sauber und pfleglich behandelt. Nach einer längeren Pause habe ich es heute mal wieder aus der Original-Tasche genommen und musste feststellen, dass die Gummiarmierung klebrig geworden ist und sich offensichtlich auflöst. Jede Berührung klebt und hinterlässt sogar Fingerabdrücke.

      Wer kennt dieses Phänomen? Gibt es dazu Erfahrungen? Was könnte der Grund dafür sein? Kann man dagegen irgend etwas tun? Es täte mir sehr leid um dieses Teil, denn obwohl es ein I-Generationen-Gerät ist, war es vor einigen Jahren noch ziemlich teuer. Ich bin euch für jede Hilfe und jeden Tipp dankbar,

      Viele Grüße, Bernhard
    • Was da im "Gummi" genau passiert, das kann ich nicht sagen.
      Allerdings kenne ich dieses Verhalten von Gerätefüßen, die auch erst anfingen zu kleben, bevor sie komplett zu einer weichen Masse wurden.
      Abhilfe schaffte nur die komplette Entfernung der Substanz (Lösemittel).
      Bei einer kompletten Umhüllung nicht ganz so simpel, zugegeben.


      Stefan
    • Hi, :)

      ich habe da eine Vermutung. Das "Phänomen" ist mir jetzt auch schon öfter untergekommen. Mir ist es immer wieder an den Griffen von Billigwerkzeug aufgefallen und ich habe mir das bis jetzt so erklärt, dass es Weichmacher sind, die anfangen "auszudünsten". Meistens haben die betroffenen Materialien dann auch so einen billigen Chemiegeruch.

      Für den Fall, dass meine Vermutung zutreffen könnte, schmeiße ich dann das Zeug (leider, aber ein großer Verlust ist es ja bei Werkzeug eh nicht), weg. Weichmacher können zum Teil über die Haut aufgenommen werden und das soll alles andere als gesund sein.

      Ist aber nur eine Möglichkeit. Vielleicht weiss ja noch jemand etwas konkretes?

      LG Andreas :)
      Die Zukunft ist jetzt und jetzt ist schon Vergangenheit.
    • Okay, danke. :) Mir fiel es zuletzt an einer rundum gehenden Fensterdichtung auf. Das Ding hat dann so geklebt, dass man das Fenster regelrecht mit Gewalt öffnen musste. *lol* Danach hing die Dichtung teilweise gelöst rum, also blieb mir nichts anderes übrig sie ganz zu entfernen und eine neue einzukleben.

      Also mich würde schon brennend interessieren, was da mit dem Material passiert.

      LG Andreas :)
      Die Zukunft ist jetzt und jetzt ist schon Vergangenheit.
    • Sparky wrote:

      ...Also mich würde schon brennend interessieren, was da mit dem Material passiert.

      LG Andreas :)

      Hallo Andreas,

      altersschwäche - mangelnde Pflege.

      Ab und an ein bisschen Talkum drauf und die Gummierung könnte noch i O sein.

      Schau dir mal ein Fahrrad an, das zwei, drei oder auch mehr Jahre unbenutzt im Schuppen stand: Gummiteile lösen sich einfach auf. Siehtst du dann ganz gut an den gerissenen Reifen.
      Gruß
      Roland
    • Hallo Roland, :)
      danke, das könnte gerade bei der Fensterdichtung tatsächlich der Fall sein. :rolleyes: Das Fenster wird nicht oft geöffnet und wie lange die Dichtung schon drin ist? Keine Ahnung.

      Aber wie sieht's dann mit den neuen Griffen des Werkzeug aus? Die waren natürlich Fehlinvestitionen, eben weil es Billigwerkzeug ist. Zum Glück waren es nur Schraubendreher. Aber warum werden die so schnell klebrig? ?(

      LG Andreas :)
      Die Zukunft ist jetzt und jetzt ist schon Vergangenheit.
    • Na dann mal hier ein Zitat aus Wiki:

      Alterung
      [Bearbeiten]Gummi ist nicht unbegrenzt lagerfähig. Radiergummis, Dichtgummis und Gummiringe werden mit der Zeit spröde und reißen bzw. radieren nicht mehr. Alte Autoreifen sind eine Gefahr, weil sie während der Fahrt platzen können. Diese Alterungserscheinungen von Latex-basiertem Gummi beruhen vor allem auf Umwelteinflüssen, daher werden zum Schutz meist Antioxidantien oder Oberflächenbeschichtungen zugefügt. Besonders Luftschadstoffe wie Ozon, die Kombination aus UV-Licht und Sauerstoff sowie Dauernässe und Kontakt mit reaktiven Metallen (z. B. Kupfer, Silber) führen zur Versprödung des Materials, wobei Risse besonders an mechanisch belasteten Stellen entstehen. Öle, Fette (außer Silikonöl) und Weichmacher (z. B. aus Kontakt mit Weich-PVC) zersetzen Naturgummi hingegen zu einer klebrigen Masse, wobei schon ölige Ausdünstungen es langfristig schädigen können. Zersetzung von Kautschuk-Gummi (besonders durch Ozon) verfärbt oft dessen Oberfläche gräulich und bewirkt im Allgemeinen schon sehr früh einen charakteristisch bitteren Geruch, was zum Aufspüren von Schäden nutzbar ist. Luftdicht, trocken, kühl und dunkel aufbewahrtes Gummi zersetzt sich bei korrekter Herstellung jedoch kaum und kann problemlos Menschenleben überdauern. Allerdings führt Alterung zur Verhärtung durch fortschreitende Vernetzung der Molekülstränge; auch dies kann bei falscher Mischung (überschüssiger Schwefel) zur Versprödung führen, doch kommt es normalerweise vorher zum Stillstand.

      Die verbreitete Vorstellung, der Gummi würde beim Verspröden „austrocknen“ ist falsch; Latexgummi enthält keine weichmachenden Flüssigkeiten, die dabei verdunsten. Allerdings enthalten manche Gummisorten zum Schutz vor Umwelteinflüssen Wachse, die z. B. bei Reifen durch die Walkbewegung beim Abrollen an die Oberfläche treten. Werden Reifen unbewegt Sonne und Ozon ausgesetzt, kann das an der Oberfläche oxydierende Wachs nicht durch neu austretendes Wachs ersetzt werden, sodass die Gummioberfläche selbst angegriffen wird. Hierdurch werden unbewegt draußen lagernde Reifen leichter brüchig als am Fahrzeug regelmäßig genutzte. Winterreifen lagert man daher optimal trocken, waagerecht, licht- und luftgeschützt in Plastiktüten aus PE oder PP.

      Gruß
      Roland
    • four-point-five wrote:

      Öle, Fette (außer Silikonöl) und Weichmacher (z. B. aus Kontakt mit Weich-PVC) zersetzen Naturgummi hingegen zu einer klebrigen Masse, wobei schon ölige Ausdünstungen es langfristig schädigen können.

      Na, da hammers ja!
      Nun könnte man sich natürlich fragen, welche Zerstörungsquelle vorliegt.


      Stefan
    • Also ich weiß ganz sicher, dass ich die Gummiarmierung nicht mit Öl, Fett oder anderen genannten Dingen in Berührung habe. Allerdings habe ich das Gerät vor einiger Zeit mal verliehen. Keine Ahnung, ob und was da passiert sein könnte. Bei der Rückgabe ist mir jedenfalls noch nichts aufgefallen, ist aber wie gesagt, bereits knapp 2 Jahre her. Na ja, nicht schön, die ganze Sache. Vielleicht kann ich noch was retten, indem ich die Oberfläche mit Gewebeband abklebe? Mal sehen.

      Viele Grüße, Bernhard
    • Ich habe das Gerät wie schon gesagt in der Originaltasche aufbewahrt. Und die hat keine Schaumpolsterung. Nun gut, die Ursachenforschung ist schwierig, und ändern kann man auch nichts mehr. Ich habe die sich auflösende und klebrige Oberfläche mit schwarzem Gewebetape abgeklebt. Ist nicht unbedingt schön, aber selten ... Hoffentlich bleibt mir wenigstens die Funktion und damit der Gebrauchswert erhalten. Vielen Dank für alles Mitdenken.

      Gruß Bernhard
    • Gummierung / Plastik wird beim Anfassen klebrig

      Hallo Fachleute + Chemiker
      Vor einigen Jahren habe ich 8 Funkgeräte beim Aldi gekauft.Diese Funkgeräte Marke TEVION gerätetyp: PMR-SET-2005 habe ich seit Jahren in Betrieb und diese Geräte haben ein Problem: das Gehäuse fängt an zu kleben, ähnlich wie ein Lutscher den man an lutscht etwas trocknen lässt und dann anfasst. Selbst Fingerabdrücke bleiben im Gehäuse abgebildet. Reinigen ist absolut nicht möglich. Mit keinem meiner vielzähligen Mittelchen ist mir dies gelungen. Dagegen habe ich 1 Paar dieser Geräte nicht in Betrieb und waren bis jetzt noch original Verpackt. Diese sehen aus wie neu und kleben auch nicht.


      Was kann man machen, um die klebrige Eigenschaft los zu werden außer dass man die Geräte entsorgt? Funktion der Geräte selbst die Akkupacks nach 7 Jahren sind absolut ok!

      Diesen Effekt habe ich auch schon mal erlebt bei anderen Dingen wie Leisten im Auto oder ein Brillenetui.


      Gruß forsbert
    • forsbert wrote:

      Was kann man machen, um die klebrige Eigenschaft los zu werden außer dass man die Geräte entsorgt?


      Gar nichts! Wenn der chemische Prozess angefangen hat, wird es immer "schlimmer".
      Ich hatte das auch schon bei Arbeitsschuhen (im Karton gelagert) die nach 3 Jahren klebrig wurden und sie Sohle "schmierte" beim laufen einfach ab....
      Ich würde versuchen den Hersteller zu kontaktieren und anfragen, was er davon hält.
      Vielleicht ist ein Austausch möglich aus Kulanz.

      Gruss Paul
    • Kakeferer wrote:

      Also ich weiß ganz sicher, dass ich die Gummiarmierung nicht mit Öl, Fett oder anderen genannten Dingen in Berührung habe.
      Naja, wir alle haben Fettfinger. Das wird auch die Funkgeräte angegriffen haben.
      Ich habe solche Probleme mit meinem Garmin etrex vista, da löst sich auch der Gummirand. Bei einem Kumpel innerhalb der Garantiezeit, bei mir nicht.
      Krassestes Beispiel bei mir war mal so eine kleine Anti Rutsch Matte. Aufs Armaturenbrett gelegt, iPhone drauf, nix rutscht. Anfangs prima, nach etwa vier Monaten klebte irgendwann die abnehmbare Unterschale so fest, daß sie sich nicht mehr Zerstörungsfrei von der Matte trennen ließ. Die Matte selbst ließ sich auch nicht mehr ganz rückstandsfrei vom Armaturenbret lösen. Da ist immer noch ein klebriger Fleck.
      Aus meinen Erfahrungen mit altmodischen (=einseitig kaschierten) Tauchanzügen und Latex Dichtungen an Trockentauchanzügen kann ich nur auf Talkumpuder als Wundermittel verweisen. Ob das nachträglich was bringt und auf "normalem" Kunststoff, kann ich nicht sagen.