Walther LeverAction Steelfinish

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  • Walther LeverAction Steelfinish

    Testbericht (kann auch gleich als Anleitung dienen) für das neue WLA Steelfinish


    Vor ein paar Tagen fand eine Walther LeverAction Long in neuer Optik zu mir.
    Die WLA ist zwar schon hinlänglich bekannt, aber seit kurzem gibt es zwei Neuerungen:
    Erstens ist sie jetzt auch in einer Steelfinish-Variante zu haben, zweitens verfügt sie nun über eine 88g-CO2-Kapsel als Energiequelle.

    Die technischen Daten laut Hersteller:
    Antrieb: 88g CO2 Kapsel
    Kaliber: 4,5 mm (.177) Diabolo
    Schaft: Buche
    Magazinkapazität: 8 Schuss
    Abzug: Single-Action
    Energie:7,5 Joule
    Länge: 996 mm
    Schuss pro Kartusche: 450 Schuss
    Gewicht: 2800 g
    Visierung: verstellbar
    Sicherung: manuell

    Fangen wir mit der Verpackung an.
    Sie kommt in einem Pappschuber, der die „normale“ schwarze Version vor einem zur Herkunft ihres Vorbilds passenden Hintergrund zeigt.
    Sechs Piktogramme zeigen die wichtigsten Features (Antriebsmittel, Kaliber, Magazinart/-kapazität, Schlossfunktion, Visierung, Schaftmaterial).
    Die Beschriftung ist auf internationalen Vertrieb ausgelegt, Deutsch kommt erst an zweiter Stelle:



    In der äußeren Hülle steckt ein Pappkarton, darin neben der Waffe auch etwas Zubehör, alles durch Folienbeutel geschützt:



    Das mitgelieferte Zubehör:



    Die zwei Magazine und die Ladehilfe sind bekannt, aber wer die bisherige WLA kennt, dem fallen sofort die große Kapsel und das neue Werkzeug auf.
    Es handelt sich um einen T-förmigen Schraubendreher und eine Zange.

    Zur Verwendung später mehr, betrachten wir zunächst das Gewehr an sich.



    Lauf, Magazinrohratrappe und Systemgehäuse sind in gebürsteten bzw. geschliffenem Nickel ausgeführt, alle restlichen Teile sind wie bei der normalen Version schwarz.
    Der Schaft ist im Gegensatz zur normalen Version nicht mehr rötlich gebeitzt, sondern in dunklem Graubraun gehalten, erinnert an Mooreiche oder Wenge.
    Die Farbe passt auf jeden Fall sehr gut zur silbernen Optik.


    (Die Ringöse hat noch ihren Schaumstoffschutz)




    Die Schaftkappe wurde für die Verwendung der 88g-Kapsel vollständig umgestaltet und ist etwa 2-3 cm länger als die bisherige, das Schaftholz hat die Länge des Vorgängermodells.
    Optisch etwas gewöhnungsbedürftig, aber zumindest für größere Schützen vorteilhaft.


    An der Unterseite wurde auf den Warnhinweis auf dem Schlossunterteil verzichtet, hier sind nur noch Hersteller, Modellbezeichnung und Seriennummer zu finden, diese wie gehabt gelasert:






    Die Visierung:


    Das Korn verfügt über einen vielleicht nicht ganz authentischen gestalteten, aber sinnvollen Kornschutztunnel:



    Dieser verhindert erstens Lichtreflexe und zweitens das versehentliche Verschieben des Korneinsatzes:




    Die Kimme ahmt die klassische Federkimme mit Rastschieber nach, ist allerdings in Kuststoff ausgeführt.
    Darunter ist wie beim Vorgänger die Beschriftung angebracht, positiverweise nicht wie bisher gelasert, sondern geprägt.
    Dies ist erstens weniger aufdringlich, zweitens weitaus haltbarer.






    Die Sicherung:

    Wie gehabt kommt eine Schiebesicherung zum Einsatz.
    Diese wirkt direkt auf den Hahn und verhindert, dass dieser den Ventilstößel erreicht.
    Links eingedrückt ist sie gesichert, das versehentliche Entsichern von rechts wird dort durch eine Vertiefung verhindert:



    Rechts eingedrückt ist sie entsichert, links wird ein roter Ring sichtbar:




    Es ist noch eine weitere Sicherung vorhanden, die ein Auslösen des Abzugs verhindert, wenn die Waffe nicht im Anschlag ist.
    Diese war bereits bei den späteren Versionen der 12g-Variante vorhanden.
    Es handelt sich um einen kleinen Stift, der beim Andrücken des Repetierhebels den Abzug freigibt.:



    Zudem gibt es noch eine Fallsicherung, die nur bei betätigtem Abzug erlaubt, dass der Hahn den Ventilstößel erreicht.




    Benutzung:

    Erstmal sichern.
    Dann muss die Schaftkappe entfernt werden, dazu dient der mitgelieferte Schraubendreher (warum der allerdings gleich auch als Flaschenöffner ausgeführt ist, das kann ich nur vermuten, ein Bierchen nach dem Schießen kann aber nicht schaden).
    Alternativ kann die Schraube auch mit einer kleinen Münze gelöst werden.



    Ist die Kappe entfernt, so fällt die große Bohrung für die 88g-Kapsel auf.
    Desweiteren erkennt man die beiden Führungsstifte der Kappe, diese sind nur eingesteckt.




    Die Kapsel wird von Hand bis zum Erreichen der Dichtung eingeschraubt.
    Dann kommt die Zange zum Einsatz, um die Kapsel anzuziehen und damit anzustechen.
    Im Augenblick des Anstechens ist (zumindest bei meinem Exemplar) ein leises Klicken aus dem Ventilbereich zu hören, jedoch kein Zischen.
    Die Kapsel wird dann noch etwas weiter angezogen, mehr als eine halbe Drehung ist aber nicht erforderlich und meines Erachtens auch nicht sinnvoll.



    Die Schaftkappe kommt wieder an ihren Platz und wird verschraubt.
    Auch hier ist keine übertriebene Kraft nötig.


    Vor dem ersten richtigen Schuss sollte man ein-zweimal durchrepetieren und abdrücken, nur um evtl. Staub- und Ölreste auszublasen.


    Durch Drücken auf die Attrappe der Patroneneinführung klappt der Trommelträger seitlich aus:


    Das in der Ladeklappe ist kein Schmutz, sondern das reichlich verwendete Schmiermittel.


    Das Trommelmagazin (sinnvollerweise gefüllt) wird eingelegt, Mitnehmerkranz hinten.
    Es wird durch die rote Kunststoffklammer leicht klemmend gehalten:


    Es ist hier ein Magazin alter Bauform zu sehen, dem Gewehr liegen natürlich welche neuer Bauform bei.
    Beide Typen funktionieren einwandfrei.

    Die rote Klammer hat noch eine Funktion; bei geschlosser Klappe zeigt eine kleine Nase an, dass sich ein Magazin im Gewehr befindet:




    Ist das Magazin geladen, so kann geschossen werden.
    Dafür wird der Repetierhebel vor- und zurückgeschwenkt, dies dreht die nächste Trommelkammer vor das Ventil, gleichzeitig wird der Hahn gespannt.
    Die Sicherung wird rechts eingedrückt und der Repetierhebel an den Griff gedrückt.
    Das Gewehr ist nun schussbereit.

    Die Zielerfassung entspricht weitgehend dem klassischen Vorbild.
    Matchqualitäten sind daher nicht zu erwarten, aber das Gewehr ist dafür auch garnicht gedacht., es ist eine sehr gute Adaption des klassischen Unterhebelrepetierers aus der Zeit des Wilden Westens.

    Das WLA erreicht die maximale in Deutschland für die private Verwendung zulässige Energie von 7,5J (175m/s mit Standarddiabolos) voll, gehört also zu den stärksten frei verkäuflichen Luftgewehren aktueller Produktion.


    Eindruck bei der Bedienung und beim Schießen:

    Alles funktionert sauber, flüssig, leichtgängig und erklärt sich eigentlich von selbst.
    Dank der großen Kapsel wird eine sehr hohe Schusskonstanz selbst bei schnellsten Serien erreicht.
    Auch wenn es nicht als hochpräzise Matchwaffe gedacht ist oder gebaut wurde, die Grundpräzision ist hervorragend.

    Und wie gut schießt sie denn nun genau?
    Genauer, als ich es kann, soviel steht fest!

    Deshalb ist das hier der beste Streukreis, den ich mit einer Trommel auf die Reihe bekam:


    Die Scheibe wurde quer beschossen (also nicht an den Zahlen stören!), Gewehr aufgelegt.
    Die Streuung resultiert nur aus dem Anschlag, da habe ich dann etwas Seitenabweichung produziert.
    Da der Lauf nur aus dem sichtbarem Mantel und dünnen Innenlauf besteht, wehrte sich die WLA gegen eine wirklich stabile Einspannung (wollte ja auch nichts kaputtmachen).
    Und extra eine Halterung für ein ZF basteln, um meine eigene optische Unzulänglichkeit auszugleichen, das wollte ich dann doch nicht.

    Geschossen wurde übrigens mit JSB Exact 4,51 auf 10m, die preiswerten Geco Flachkopf sind nicht erkennbar schlechter.

    Schussausbeute:
    Eine 88g-Kapsel soll für 450 Schuss reichen.
    Und sie reicht völlig!
    Mehr als das sogar, die 450 Schuss waren ohne erkennbare Leitungseinbußen machbar, am Ende waren es dann sogar weit über 500, die letzten gingen dann auf 10m etwa 2-3cm zu tief ins Ziel.

    Der Spaßfaktor beim Schießen war sehr hoch, so schnell habe ich noch nie 500 Dias verschossen.
    Es ist daher jedem anzuraten, sich noch weitere Magazine und einen Schnelllader dafür anzuschaffen.




    Wo Licht ist, da ist auch Schatten, daher gibt es auch paar Dinge, die mir weniger positiv aufgefallen sind.


    Grundätzliche Kritikpunkte des Designs

    Eins vorweg:
    Grundsätzlich ist die Steelfinish-Variante eine sehr schöne Ausführung.
    Wer allerdings etwas weniger Kontraste mag, dem wird folgendes auffallen:

    Abzug, Hahn und Schiebesicherung sollten ebenfalls vernickelt sein.
    Nicht nur wegen der Optik, sondern auch wegen des unvermeidbaren Hautkontakts, der irgendwann die Brünierung angreift.

    Oberem Verschlussdeckel und unterem Schlossteil würde eine Vernickelung ebenfalls gut stehen, letzerem besonders, da seine Achsfortsätze seitlich am Schlossgehäuse sichtbar sind.
    Dies könnte mit geringfügig kürzeren Fortsätzen und lochfreiem Gehäuse aber auch behoben werden.

    Die beiden Laufringe, wie beim schwarzen Modell nur aus schwarzem Kunststoff, fallen zumindest mir etwas unangenehm auf, sowohl optisch wie auch bezüglich der Materialwahl.

    Der Abdeckring der Mündung und der Stopfen der Magazinrohrs sind in schwarz wohl für die meisten eine sehr schlechte Wahl.
    Eine geänderte Laufschraube, die gleich die Abdeckung mit übernimmt, wäre ein gewaltiger Fortschritt, jedenfalls optisch.
    Der Rohrstopfen könnte direkt aus Stahl sein und vor Aufbringen des Endfinishs ins Rohr eingepresst werden und würde nicht als Fremdkörper erkennbar sein.

    Die Schaftkappe könnte 1-1,5cm weniger lang sein, die Kapsel steht nicht soweit vor, dass soviel Raum benötigt wird.
    Evtl. gibts es aber je nach Hersteller/Charge auch geringfügig längere Kapseln, dann wäre die Kappenlänge natürlich erforderlich.
    Die beim vorliegenden Exemplar mitgelieferte Kapsel hatte allerdings die minimale Länge, um von der Zange noch sicher gefasst werden zu können.



    Kritikpunkte am vorliegenden Exemplar:

    An einigen Stellen sind noch leichte Gussspuren in Form klieiner Vertiefungen erkennbar.
    Diese sind an meinem anderen, schwarzen WLA nicht vorhanden.





    Besonders fallen diese an der Gehäusenaht über dem Magazinträger auf.:



    Die Bürstspuren der Vernickelung sind aber sonst im großen und ganzen schön gleichmäßig, hier und da gibt es ein paar kleine Ausreißer, damit kann man (zumindest ich) aber leben.


    Die Abschlusskappe des Magazinrohrs hat noch ihren überstehenden und recht scharfkantigen Spritznippel.:



    Hier wäre etwas mehr Sorgfalt beim Endfinish vorteilhaft.



    Die stählerne Ringöse weist ein paar Rostspuren auf:




    Sonstige Funktionsunschönheiten:
    Die Sicherung des Abzugs unter dem Repetierhebel greift bereits bei normal geschlossenem Hebel nicht mehr richtig, der Abzug kann, wenn auch etwas kratzig, auslösen.





    Fazit:

    Das WLA ist und bleibt ein tolles Gewehr für Westernfans und in der Steelfinish-Version ist es auch eines für Fans des Besonderen.
    Schießtechnisch ist es über jeden Zweifel erhaben, leichte Abstriche resultieren nur aus seinem Vorbild (Visierung, Bauform).

    Alternativ dürfte die Verwendung des 2x12g-Kapseladapters (ebenfalls von Walther erhältlich) möglich sein.
    Wer nur selten schießt und dabei keine 88g-Kapsel leerschießen möchte, der dürfte damit besser bedient sein.

    Eine sparsamere Verwendung schwarzer Bauteile könnten der WLA Steelfinish gut stehen.




    Stefan
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