Übersicht: Baureihen der IWG P 900

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  • Übersicht: Baureihen der IWG P 900

    Etwa 1992 hat die Firma Enser Sportwaffen als erste einen Walther PP - Klon auf den Markt gebracht: die IWG P 900 mit der PTB 540. Gleichzeitig wurde dieses Modell auch als Super 9 mm und für ME als ME 9 PP gefertigt.
    Um 1995 wurde mit der PTB 660 die IWG P 900 gründlich überarbeitet, wenn auch nicht in jedem Detail besser. Da ME inzwischen mit seiner ME 9 Para, PTB 644, einen eigenen PP - Klon im Rennen hatte, wurde neben der IWG P 900 diese nur noch als Super 9 mm angeboten.
    Nach der Pleite von Enser Sportwaffen übernahm ME die IWG P 900 und fertigte sie ab Mitte 1998 parallel zur eigenen ME 9 Para mit der PTB 784 nur noch als IWG P 900 in den Varianten brüniert / vernickelt mit Kunststoffgriffschalen weiter.
    Als Varianten gab es in der ersten PTB-Zulassung nur brüniert / vernickelt mit Kunststoff- / Holzgriffschalen. Mit der PTB 660 explodierten die Varianten regelrecht. So wurde die IWG P 900 / Super 9 mm neben brüniert / vernickelt mit Kunststoff- / Holzgriffschalen auch brüniert mit vernickelten Schlitten ( duoton ), sowie mit vielen verschiedenen Holz- und Zinngriffschalen angeboten. Gerade diese zinnernen Arabeskengriffschalen waren bis Mitte der 90er Jahre häufiger bei verschiedenen SSW-Modellen anzutreffen. Daneben gab es noch Sondermodelle wie den Security-Pack mit einer IWG P 900, Gürtelholster, Platz-, Gasmunition und Leuchtkugeln.

    Links ME 9 PP / PTB 540, Mitte IWG P 900 / PTB 660, Rechts IWG P 900 / PTB 784:


    Vorbild: Walther PP
    PTB: 540 // 660 // 784
    Beschuß: Köln 1993 // 1998 // 1998
    Kaliber: 9 mm PAK
    Kapazität: 7 Schuß // je nach Magazin 7 oder 8 Schuß // 7 Schuß
    Gewicht: je nach Ausführung 561 - 581 g
    Länge: 165 mm
    Breite: je nach Griffschale 26 - 27,5 mm
    Höhe: ohne Magazinfuß 106 mm, mit Magazinfuß 120 mm

    Alle Werte sind selbst ermittelt und entsprechen fast 100%ig den Angaben in der Gebrauchsanweisung.

    Die linke Seitenansicht, von unten nach oben PTB 540 / 660 / 784:


    Die rechte Seitenansicht:


    Verarbeitung:
    Bei allen IWG P 900 / Super 9 mm / ME 9 PP Modellen ist die Verarbeitung sauber ausgeführt, leider sind einige wichtige Bauteile wie Abzugsgestänge oder der Hahn aus Zinkdruckguss. Dafür ist am Patronenstoßboden eine breite Stahleinfassung um das Schlagbolzenloch eingegossen.
    Die PTB 540 hat außerdem einen massiven Stahllauf, während die PTB 660 und 784 nur noch einen versetzten Stahlinnenlauf mit Zinkmantel aufweisen.
    Zwischen der PTB 540 und der PTB 660 sind größere konstruktive Unterschiede, während die PTB 784 bis auf Winzigkeiten identisch mit der vorherigen PTB 660 ist.
    Bei der ersten Serie mit PTB 540 ist am Griffstück der Griffrücken und die Schlittenführungnasen anders ausgeführt als bei den folgenden Serien. Ebenso besitzt nur die PTB 540 Schlitzschrauben an den Griffschalen, während die PTB 660 und 784 dort Kreuzschlitzschrauben haben.

    Die Grenzen Griffrücken - Griffstück, links PTB 540, mitte 660, rechts 784:


    Linke Seite ohne Griffschale, bei PTB 540 andere Aussparung für Hahnfedergegenlager ( roter Pfeil :(


    Rechte Seite ohne Griffschale, bei PTB 784 unten statt Steckbolzen ein Hohlspannstift ( roter Pfeil :(


    Weitere Unterschiede zeigen sich, wenn man die Waffen zerlegt. So hat jede PTB eine etwas andere Schließfeder, bei der PTB 540 unterscheidet sich zu den anderen beiden PTB der Lauf, der Bereich oberhalb des Abzuges, hinter dem Ausstoßer ist eine Aussparung im Griffstück und die Verschußunterseite vom Patronenstoßboden hin zum Schlittenende ist flach ohne Absatz. Speziell bei der PTB 660 gibt es ein ab Werk nur bei dieser Baureihe zu findenes Magazin mit einer seitlichen Füllstandsanzeige, sowie der Variante mit 8 statt der üblichen 7 Schuß im Magazin.

    Zerlegt, linke Seite, PTB 540 / 660 / 784:


    Zerlegt, rechte Seite, PTB 784 / 660 / 540:


    Technik:
    An den Mündungen sieht man deutlich den Unterschied zum nicht versetzten massiven Stahllauf der PTB 540 und den tiefgesetzten Läufen der PTB 660 und 784. Die Laufsperren bestehen aus einer korkenzieherartig gedrehten, lauflangen Stahlplatte, welche kurz vor dem Patronenlager quer verstiftet ist.
    Die Sperren enden bei jeder Ausführung 7 mm tief im Lauf vor der Mündung. Die Mündung hat bei der PTB 540 7 mm Durchmesser und bei den PTB 660 und 784 9 mm Durchmesser. Die Mündung der PTB 540 macht im Vergleich eindeutig den besten Eindruck.

    Die Mündungsansichten, von links PTB 540 / 660 / 784:


    Ein weiterer Unterschied zeigt sich zwischen der PTB 540 und den späteren Serien am Schlittenende an der Hahnaufschlagfläche, wo ab der PTB 660 über dem Schlagbolzen eine Aussparung ist.
    Hier sieht man auch einen deutlichen konstruktiven Unterschied zum Vorbild PP: Während die Walther eine Walzensicherung hat, findet sich bei der IWG P 900 die bei Enser Sportwaffen häufig vorzufindene Konstruktion des eingezogenen Schlagbolzen.

    Der Blick auf die Hinterteile, von links PTB 540 / 660 / 784:


    Das Halbrunde ist jeweils der Schlagbolzen, das kleine Waagerechte links daneben ist der Stift des Sicherungshebel, der den Schlagbolzen beim Sichern einzieht, so daß der Hahn den Schlagbolzen nicht mehr erreichen kann.
    Zur Sicherheit haben alle drei Baureihen noch einen Sicherheitsrast im Hahn.

    Unterschiede gibt es auch bei den nicht zerlegbaren Magazinen, welche frei untereinander tauschbar sind. So haben die PTB 540 und 784 identische Magazine, während es bei der PTB 660 verschiedene Magazine mit seitlichen Füllstandsanzeigen un Geschoßform gibt, die dann auch noch in der Schußzahl zwischen 7 und 8 Schuß schwanken. Da ME die IWG P 900 mit Restbeständen an Waffen und Einzelteilen / Baugruppen übernommen und weitergefertigt hat, kommen bei der PTB 784 durchaus auch Magazine der alten Enser Fertigung PTB 660 vor.

    Links PTB 540 / 784, Mitte PTB 660 8 Schuß, Rechts PTB 660 7 Schuß:


    Fazit:
    Die IWG P 900 ist wegen ihrer Materialwahl Zink im Abzugsgestänge nur bedingt für Silvesterorgien geeignet, aber wegen Größe, Gewicht, dem Sicherheitsrast im Hahn und der möglichen 8 Schuß zum Führen gut geeignet. Dafür spricht auch die hohe Zuverlässigkeit bei der von mir geführten Duotone IWG P 900, PTB 660, während die im Visier Special Nr. 8 getestete IWG P 900, PTB 660, als wenig zuverlässig ( am Schlitten hakenden Abzugsstange ) benotet wurde. Wer eine IWG P 900 führen möchte, sollte sie vorher unbedingt mit der zu führenden Munition testen.
    Wer Walther-Klone sammelt, der kann sich über den Gebrauchtwaffenmarkt und wenige Restbestände bei örtlichen Händlern eine umfangreiche PP - Klonsammlung aufbauen, da alleine bei den PTB 660 viele Variationen zu finden sind.

    Der Security - Pack mit einer PTB 660 ( auf der Verpackung die beiliegenden Leuchtkugeln :(


    Die IWG P 900 Duotone, PTB 660, von 1995:
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