Internature Archery - Viper Rosewood

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  • Internature Archery - Viper Rosewood

    Internature - Viper Rosewood

    Der Viper Rosewood vom koreanischen Hersteller Internature trägt viele Namen. Was der Langbogen kann und warum man vor dem Kauf doch noch einmal überlegen sollte.



    Über den Hersteller lassen sich ausser dem Herkunftsland und dem Namen "Internature Archery" nicht besonders viele Informationen finden. Klar ist aber dass es sich um Massenproduktion handelt. Anders lassen sich Preise unterhalb von 200€ für das komplette Sortiment nicht erklären.
    Mit einem Preis von etwa 170€ liegt der Viper Rosewood bereits im oberen Preissegment des Herstellers. Er wird hierzulande auch unter dem Namen Viper, Viper Deluxe, Trophy und Black Trophy verkauft, alle diese Bögen sind aber ein und das selbe Modell.
    Es gibt noch ein Schwestermodell, den Yellow Trophy. Beide Bögen unterscheiden sich nur in der Farbe des Zierlaminats, beim Yellow Trophy kommt Bergahorn zum Einsatz.



    Der erste Eindruck

    Der Bogen hat - wie angegeben - 45# bei Standardauszug. Dank seiner Länge von 68" (173cm) hält er meinem Auszug von 32" (ca 81cm) stand, wobei er dann aber bereits ein Zuggewicht von 53-55# entwickelt. Das ist sogar für einen Langbogen eine starke Steigerung.

    Trotz FastFlight-Tauglichkeit ist im Lieferumfang eine 16-Strang Dacronsehne enthalten, das schont den Bogen. Wegen mir hätten es aber auch gerne nur 12 Strang sein dürfen.
    Lang, schlank und elegant präsentiert sich der Viper Deluxe und erweckt den Eindruck eines Oberklassebogens. Der lederbezogene Griff fühlt sich angenehm weich an wenn man den recht leichten Bogen in die Hand nimmt. Er liegt jedoch im Auszug nicht ganz sauber an. Beim ersten ziehen merkt man schon dass die Wurfarme ziemlich steif sind, rein gefühlsmäßig schätzt man ihn viel stärker ein als er ist.
    Ich empfehle zu einem Langbogen noch einen Sehnenhalter zu kaufen der die Sehne am abgespannten Bogen hält.





    Verarbeitung

    Wie es der Name schon sagt besteht der Griff sowie die Zierlaminate der Wurfarme aus ostindischem Palisander, auch schwarzes Rosenholz genannt.
    Die Wurfarme sind fünfschichtig laminiert. Die äusseren Schichten die die Zug- und Druckkräfte aufnehmen werden aus leicht trübem, längs gestreiften Fiberglas gefertigt. Direkt darunter befindet sich beidseitig eine breite Zierschicht aus schwarzem Rosenholz. Als Mittellage wurde schließlich Ahorn gewählt der die Belastung mit Scherkräften gut verträgt.
    Das Mittelstück läuft keilförmig nach oben und unten in den Wurfarmen aus wobei die durchgehende Mittelschicht zusammen mit den beiden Rückenschichten vor dem Griffstück vorbeigeführt wird. Das Facing wird am Griffrücken aufgebrochen.

    An den Tips sind vorne noch einmal die drei Mittellagen auflaminiert und dann zu einer sehr eleganten Form ausgeschliffen. Von hinten sehen sie aus wie Speerspitzen.

    Der Bogen ist komplett lackiert und damit auch bei Regen oder Schnee schießbar. Der Lack ist klar und gleichmäßig aufgetragen und klebt nicht. Er hätte allerdings gerne noch einmal poliert werden dürfen. Auch die tiefen Poren des Holzes sind nicht alle verschlossen und eben.
    Das leicht trübe Glas der Wurfarme wirf einen goldenen Schimmer über das dunkelbraun gestreifte Rosenholz. Leider weist es einige Fehlstellen auf die entweder bei der Herstellung oder beim Verkleben entstanden sind.
    Entfernt man das Leder am Griff lassen sich darunter leider viele Dellen und schlecht geschliffene Stellen entdecken die natürlich nicht weiter stören. Unschön sind sie trotzdem.
    Hinter dem ersten guten Eindruck verbirgt sich also eine etwas mittelmäßige Verarbeitung die man bei dem Preis aber hinnehmen muss. Zumal sich die Fehler nur in der Optik bemerkbar machen, die Leistung und Haltbarkeit aber nicht beeinflussen.



    Griff und Ergonomie

    Der Griff ist ein nahezu typischer Langbogengriff, allerdings mit leichtem Einschnitt an der oberen Handkante. So entsteht ein angedeuteter Pistolengriff der aber im Vergleich zu Recurvebogengriffen kaum sichtbar oder spürbar ist. Durch diese traditionelle Geometrie ist der Bogen schneller aber auch etwas nervöser als ein vergleichbarer Langbogen mit deflexem (vorne liegenden) Griffstück.

    Weniger traditionell ist allerdings die extrem mittige Pfeilauflage im tief (bis zur Hälfte) geschnittenen Bogenfenster die es dem Schützen ermöglicht da anzuhalten wohin man schießen will.

    Die maximale Stärke von 35mm sowie die Länge von etwa 45mm verjüngt sich am Einschnitt auf 25mm bzw 40mm. Das Volumen und die Länge des Griffes sind also gut gewählt. Lediglich der Griffrücken ist mir am Einschnitt zu spitz oval geschliffen, eine breitere Rundung würde anbetracht des Zuggewichts die Hand schonen.
    Ein ganzer Trainingsnachmittag mit bis zu 300 oder 400 Schuss ist aber möglich ohne danach einen Krampf in der Hand zu haben.



    viel zu ziehen

    Ein butterweicher Auszug ist etwas anderes. Trotz der langen, reflex-deflex ausgelegten Wurfarme die im sich im abgespannten zustand sogar leicht nach vorne biegen ist der Viper schwer und starr zu ziehen was wohl am Wurfarmquerschnitt liegt.

    Dieser ist nicht flach und breit wie bei Flatbows oder gewöhnlichen Recurve-Bögen, nicht D-Förmig wie man es von einem Langbogen erwarten würde. D-förmig kann er aufgrund der Laminierung aber auch garnicht sein.
    Die Wurfarme sind durchgehend 9mm dick, die Breite von maximal 35mm verjüngt sich bis zu den auflaminierten Tips auf 20mm.
    Der Bogen ist leichter als jeder andere den ich jemals in der Hand hatte. Er hat aber auch den brutalsten Handschock von allen, angenehm schießt er sich also nicht wirklich. Klar gibt es Langbögen die noch stärker schlagen, allerdings auch welche die nicht so unangenehm sind.

    Natürlich kann man Internature nicht mit einem Oblak, Martin oder Great Plains vergleichen. Dennoch hat mich das Schussverhalten enttäuscht. Gerade einmal 170fps (also 51m/s) erreicht der Bogen bei 32" Auszug mit 32g schweren Holzpfeilen. Auch bei leichteren Aluminium- oder noch leichteren Carbonpfeilen (26,9g) sieht es nicht viel besser aus.
    Diese Werte wären für einen reinen Holzbogen in Ordnung, mit Glasbelag sollte aber wesentlich mehr möglich sein. Durch die geringe Geschwindigkeit macht der Pfeil im Flug eine starke Kurve die das richtige Anhalten erschwert.
    Bei allen Pfeilen wurde selbstverständlich darauf geachtet dass sie den richtigen Spinewert für den Bogen aufweisen. Dennoch war auch das Abschussverhalten unruhig, die Pfeile tanzen noch eine Weile bis sie sich stabilisieren.



    Fazit


    An sich ist dieser Bogen durch den geringen Preis und die ausreichende Leistung geeignet für Schützen die sich bereits im Recurve-bereich auskennen und gerne mal das Langbogenschießen ausprobieren wollen. Die Zugstärke kann man von 30# bis 60# in 5#-Schritten variieren. Für Anfänger die noch keine wirkliche Erfahrung mit anderen Bögen gemacht haben würde ich ihn aber auf keinen Fall empfehlen, da verdirbt man sich eher den Spaß am Bogenschießen.
    Durch die reflex-deflexe Bauweise, das Bogenfenster und die Glaslaminierung wird er auf den meisten 3D-Turnieren in die Recurveklasse gestuft wo man mit diesem Bogen garantiert unterlegen ist. Wettkampfschützen sollten also zu einem anderen Modell greifen. Ein Bogenbaukurs wäre zum Beispiel ein angemessener Ersatz für diesen Bogen. So ein Kurs kostet in etwa das selbe, der Bogen ist dann jedoch auf den Schützen angepasst und kann so gebaut werden dass er in der Langbogenklasse startet.
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