Erfassung ERMA Bauzahlen & SN-Bereiche

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    • Originally posted by Filo
      Na, wenn Du Fotos hast, weißt Du ja, wo Du sie posten kannst :)


      Vielleicht schaffe ich es gar, einen Test zu machen. Zu meiner jüngsten ERMA werde ich auch noch einen basteln, wenn ich wieder in AT bin, da die als SSW kein PTB hat. Ist eine EGP75P. So, und nun rätselt mal schön, was das für eine Waffe ist. *lol* *lol* *lol* *lol* *lol*
      ----------------------- Jäger der verlorenen Erma's ------------------------
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      - Waffen- & Munitionssachverständiger, Spezialgebiet Erma ---
      ------------ bitte hier mithelfen, damit es hier weitergeht ------------
    • So, es ist soweit. Dank einer größeren Liste mit Daten ist der Bestand innerhalb der letzten Tage auf 534 SSW's und 80 scharfe ERMA's gewachsen. Aufgrund der Länge des Threads werde ich den Text komplett in die folgende Antwort hängen, sofern das die Foren-SW zulässt. Viel Spaß beim Lesen und denkt daran, weiterhin Daten sämtlicher ERMA's zu senden, damit es bald eine neue Auswertung bei 1000 erfassten Waffen gibt.....
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    • Im Folgenden möchte ich den aktuellen Stand bezüglich der Schreckschußwaffen-Erfassung von ERMA geben. Momentan (Stand 20. April 2006) sind 534 Waffen erfasst, wobei etwa 6% der Einträge unvollständig sind (meist fehlt dabei das Beschußjahr) oder sie sind unlogisch (z.B. das Beschußjahr ist „völlig ausser der Reihe“, was z.B. beim Schlittentausch durch einen Vorbesitzer passiert, der aus zwei alten Teilen eines macht und so unwissentlich die Beschußstempel der einen mit der Seriennummer der anderen Waffe zusammenführt.....).

      Insgesamt hat ERMA von 1974 bis 1996 SSW’s (SSW = SchreckSchussWaffe) hergestellt und in München beschiessen lassen. Nach dem traurigen Ende in Dachau wurden aus Restbeständen noch einige Waffen in Suhl gefertigt welche auch dort beschossen worden sind. Alle bisher in der Datenbank erfassten Waffen aus Suhl wurden in den Jahren von 1998 bis 2000 beschossen und stammen aus wenigen Baureihen (EGR66x, EGP790, EGP490 und EGP459).

      Zu den einzelnen Modellen gebe ich weiter unten jeweils die Bereiche der bisher erfassten Seriennummern pro Baujahr an. Allerdings gibt es auch Sonderfälle, da ERMA bezüglich der Seriennummernvergabe nicht gerade perfekt organisiert war. So gab es z.B. vom scharfen EGM1 meines Wissens nach einen 1000er-Seriennummernblock, der komplett zweimal vergeben wurde. Als die das merkten, wurde natürlich versucht, alle Waffen, denen sie noch habhaft werden konnten, durch einen vor der SN gestempelten Buchstaben einmalig zu machen. Alle haben sie aber nicht mehr bekommen und so gibt es ein paar dieser Waffen mit gleichen Seriennummern. Auch tauchen immer mal wieder Waffen ohne eingeschlagene Seriennummer in Sammlerkreisen auf. So ist mir erst vor Kurzem eine EGP75 mit PTB401 und Münchner Beschußstempeln ohne Seriennummer begegnet......
      Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass es einige wenige ERMA-Waffen mit einem der Seriennummer vorangestellten „A“ gibt, was zum Teil nachträglich, zum Teil aber auch anstatt der ersten „0“ direkt bei der Herstellung gestempelt wurde. Welche Bedeutung dies hat, ist mir bis heute nicht klar, da die betroffenen Waffen keine gemeinsamen Merkmale aufweisen.

      Alle frühen ERMA-Modelle wiesen (wenn nicht mit Holzgriffschalen ausgestattet) braune Plastikgriffschalen auf, alle späteren entweder scharze Plastikgriffschalen oder wiederum welche aus Holz. Ausnahmen stellen die EGP490 (normalerweise Gummigriffschalen) und die Geco P217 (komplett gegossenes Kunststoff-Griffstück ohne separate Griffschalen) dar. Ferner haben alle ERMA-SSW’s einen Stahlhahn, Stahl-Abzug, Stahl-Trommel und Trommelachse, Stahllauf bzw. Laufinnenrohr und alle Funktionsteile (Innereien) aus Stahl. Das gilt natürlich nur, wenn die Teile auch vorhanden sind. Bei einer Pistole gibt’s natürlich keine Trommelachse und die P217 hat keinen Hahn.


      EGP75 & EGP75S:
      Angefangen hat die Fertigung mit einer PPK-Kopie im Kaliber 8mmK, die viele Teile mit der ERP74 im Kaliber 4mmM20 und der EP752 im Kaliber .22l.r. von ERMA gemeinsam hat. ERMA erhielt die Bauartzulassung am 15.11.1974 von der PTB und es wurde die Zulassungsnummer 69 befristet für zwei Jahre vergeben. Bereits nach einem Jahr gab es kleine bauliche Veränderungen an der Waffe, wodurch bereits am 11.11.1975 eine aktualisierte Zulassung (wieder befristet für zwei Jahre) unter PTB 69/2 erteilt wurde. Bei der Fertigung des Nachfolgers kam es am Anfang noch zu einem Zahlendreher, sodass einige frühe Modelle statt der PTB 69/2 Stempelung einen PTB 96/2 Stempel auf dem Schlitten aufweisen. Dies wurde aber noch innerhalb des Jahres 1976 behoben. Vor Ablauf der Frist wurde am 27.9.1977 das fast identische Nachfolgemodell mit PTB 69/3 für weitere zwei Jahre zugelassen. Doch ERMA arbeitete bereits an einem benutzerfreundlicheren (und einfacher und billiger zu fertigen) Nachfolgemodell mit Spannabzug, die EGP75S (S = Spannabzug, der gleiche, der auch in dem Schwestermodell EP752S im Kaliber .22l.r. Verwendung findet) welche bereits neun Monate nach dem letzten Modell am 23.6.1978 Jahre unter der Nummer 69/4 zugelassen wurde. Dieses Modell wurde zumindest bis 1984 gebaut und durch ein fast baugleiches Nachfolgemodell mit gleichem Namen unter PTB 401 (Zulassungs-Erteilung am 7.6.1985) von 1985 bis 1994 weitergebaut. Von letzteren entstanden größere Mengen als von allen vorherigen Modellen und es gab davon zwei baugleiche Modelle für andere Märkte, die Crosman CX und die Torro 75, welche beide unter der gleichen Zulassungsnummer am 30.6.1992 zugelassen wurden. Am 30.6.1994 lief dann die gemeinschaftliche Zulassung PTB 401 der EGP75S und deren Schwestermodelle ab. Dies hing damit zusammen, das der Gesetzgeber keine Neuzulassungen bzw. Zulassungsverlängerungen für SSW’s im Kaliber 8mmK erlaubte. Deshalb wurden zwei Nachfolge-Waffen in den Kalibern .315K und 9mmPA entwickelt (EGP715 und EGP790). Doch dazu später mehr.

      Aufgrund von Zulassungsbestimmungen in einigen Ländern und anderen Gründen wurden ferner noch zwei fast baugleiche Prototypen-Kleinserien basierend auf der EGP75S gebaut. Dabei handelt es sich um die EGP75GB und EGP75P, die beide lediglich einen anderen Stahllauf und veränderten Schlitten aufweisen, um einen etwa 2mm großen Ausschuß nach oben (befindet sich direkt am Patronenlager) zu realisieren. Diese Waffen wurden von Hand aus Serienteilen gebaut und der PTB und teilweise auch dem Beschußamt zur Prüfung vorgelegt und auch beschossen. Beide Waffen weisen allerdings keine PTB-Zulassung auf und sind deshalb in Deutschland WBK-pflichtig. Für das GB-Modell wurden sogar Rollenstempel gemacht, da mit solchen, wie auch bei den Serienwaffen, die Beschriftung auf den Schlitten aufgebracht wurde. Bei der EGP75P wurde allerdings nur eine PTB401-EGP umgebaut und auf deren Schlitten das PTB-Zeichen und das „S“ in der Bezeichnung ausgefräst und and der Stele des „S“ wurde noch ein „P“ graviert. Die Waffen haben logischerweise kein Gewinde im Lauf. Über die Anzahl und den genauen Zeitraum, als auch den Verbleib der Waffen ist mir nichts bekannt. Zumindest ein paar der Stücke sind heute in Sammlerhänden erhalten geblieben.

      Während brünierte Waffen die Regel sind, gab es auch sehr wenige veredelte Einzelstücke (z.B. vergoldeter Hahn und Abzug, Altsilber-Finish mit handgearbeiteten Arabeskengravuren, verchromt, ....). Bei den superseltenen Arabesken-Modellen, die komplett graviert waren, wurden die Beschußstempel normalerweise an der Schlitten-Innenseite aufgebracht. Bei den frühen Waffen mit Holzgriff war dieser einteilig und bestand nicht etwa aus viel einfacher zu produzierenden Hälften, wie es sonst üblich war und auch bei ERMA bei den Plastik-Griffschalen praktiziert wurde. Neben den braunen bzw. schwarzen Griffschalen und den erforderlichen Veränderungen für die Zulassung gibt es noch eine wichtige und von außen sofort ersichtliche Änderung im Laufe der Produktion und das ist das Design des hinteren Schlittenteils inkl. des dortigen Rahmenendes. Bis zur PTB69/4 haben die Waffen beidseitig 23 kleine Fingerrillen, um beim Zurückziehen des Schlittens nicht abzurutschen und sind zudem ein geschwungenes Schlittenende mit einem spitzeren Griffstückende, wenn man von der Seite auf die Waffe sieht. Zumindest PTB401 wurde diese Partie komplett überarbeitet. Nun haben die Waffen 12 grobe Fingerrillen am Schlitten und sind hinten komplett begradigt, wodurch auch die Spitze des Rahmenendes erheblich stumpfer wird. Ob diese Änderung bereits bei späten PTB69/4-Waffen erfolgte oder erst zum Übergang zur PTB401, ist mir momentan noch nicht ganz klar. Verwunderlich ist auch, das der Schlitten nicht nur einmal, sondern in kurzer Zeit zweimal überarbeitet wurde. Der ursprünglich von der ERP74 stammende Schlitten wies nämlich eine separate, horizontal verstellbare Kimme auf, die beim Übergang von PTB69/3 zur PTB69/4 durch eine feste mitgegossene Kimme ersetzt wurde.

      Die Seriennummern wurden durch die beschriebenen Evolutionsstufen hindurch fortlaufend vergeben, wobei ich angesichts des gesamten SN-Umfanges von größeren Lücken ausgehe bzw. ERMA mit jedem Monats- oder Jahreswechsel, sowie bei einigen anderen Ereignissen wohl mit einem neuen 1000er- oder gar 10000er- Block anfing oder gar mehrere Waffentypen fortlaufend aus einer Seriennummer-Pool versah. Nur so lassen sich die enormen Sprünge erklären. Vielleicht gibt es ja unter Euch den einen oder anderen, der seinerzeit bei ERMA beschäftigt war und mir hierzu nähere Details zukommen lassen kann. Ansonsten werden wir der Wahrheit nur mit jedem weiteren Datensatz Stück für Stück näherkommen.....

      Trotzdem werde ich hier zumindest Anhaltspunkte bez. Der Seriennummern geben, da ich es für wichtig erachte für Leute, die eine dieser Waffen gebraucht gekauft haben und sicherstellen wollen, das mit hoher Wahrscheinlichkeit der richtige Schlitten montiert ist. Momentan erfasste Seriennummern-Bereiche:

      PTB69: 001xxx-009xxx (1975),
      PTB96/2: 012xxx-014xxx (1976),
      PTB69/2: 015xxx-016xxx (1976), 018xxx-023xxx (1977),
      PTB69/3: 026xxx (1977), 031xxx-034xxx (1978),
      PTB69/4: 035xxx-037xxx (1978), 042xxx-045xxx (1979), 047xxx-049xxx (1980), 056xxx-060xxx (1981), 063xxx-066xxx (1982), 068xxx (1983), 073xxx-077xxx (1984),
      PTB401: 080xxx (1985), 081xxx-082xxx (1986), 087xxx (1987), 089xxx (1988), 093xxx-095xxx (1990), 096xxx-102xxx (1991), 106xxx-110xxx (1992), 111xxx (1993), 112xxx-114xxx (1994).

      Momentan sind in der Datenbank erfasst:
      7x PTB 69 aus dem Jahr 1975
      3x PTB 96/2 aus dem Jahr 1976
      9x PTB 69/2 aus den Jahren 1976 bis 1977
      4x PTB 69/3 aus den Jahren 1977 bis 1978
      19x PTB 69/4 aus den Jahren 1978 bis 1984
      38x PTB 401 aus den Jahren 1985 bis 1994
      keine Crosman CX oder Torro 75


      EGP65:
      Nächste von ERMA gebaute SSW wurde die am 11.11.1975 unter PTB 146 zugelassene EGP65. Auch diese Waffe hat den Kaliber 8mmK. Sie ist im Gegensatz zur sehr ähnlich aufgebauten EGP55 nur mit einem SingleAction-Abzug ausgestattet. Das heisst, man muß den Hahn vor der Benutzung einmal spannen, sofern das nicht bereits durch zurückziehen des Schlittens passiert ist. Das ist auch der Grund, warum der Abzug so weit hinten sitzt. Übrigens sind die Magazine der EGP55 und EGP65 baugleich, obwohl ERMA die entsprechend des Waffentyps beschriftete (warum auch immer der Aufwand statt die gleich mit EGP55/65 oder so ähnlich zu beschriften....). Am 30.7.1984 lief die Zulassung ab und im Jahr 1985/86 (da habe ich noch kein schlüssiges Datum) wurde das fast baugleiche Nachfolgemodell mit der PTB 400 auf den Markt gebracht, welches bis 1994 gebaut wurde (die Zulassung lief am 31.3.1994 ab). Nachfolger wurde die weiter unten beschriebene EGP315, die im Wesentlichen fast baugleich ist und nur die nötigsten Änderungen aufweist, um die Waffe zulassungskonform mit dem Kaliber .315K arbeiten zu lassen. Alle erfassten Waffen sind brüniert, wobei es auch Einzelstücke in Altsilber mit handgearbeiteten Arabesken-Gravuren gab.

      Zur Orientierung gebe ich hier wieder die Seriennummern-Bereiche der erfassten Waffen wider:
      PTB146: 003xxx (1976), 009xxx-013xxx (1977), 015xxx (1978), 028xxx (1980),
      PTB 400: 034xxx (?), 038xxx (1990), 039xxx-042xxx (1991), 046xxx-047xxx (1992), 048xxx (1993), 049xxx-050xxx (1994).

      Momentan sind in der Datenbank erfasst:
      11x PTB 146 aus den Jahren 1976 bis 1980
      23x PTB 400 aus den Jahren 1988 bis 1995


      EGR66 & EGR66x:

      Am 18.5.1976 wurde die nächste Baureihe aus ERMA’s wachsenden SSW-Sortiment unter der Nummer 162 zugelassen – der EGR66 Revolver im Kaliber 9mmR. Dieser kompakte Revolver mit 2“-Lauf ist ein ziemlich exaktes Abbild des S&W-Revolvers Modell 36. So genau, das selbst deren Griffschalen passen (S&W J-Frame). Auch von diesem Modell gab es „scharfe“ Schwestermodelle, die viele gleiche Bauteile aufweisen (ER422, ER423, ER432 und ER438). Am 18.9.1980, erhielt die edelste Version dieser Baureihe (wenn nicht gar die beste jemals in Deutschland zugelassene Schreckschußwaffe....) unter der Nummer 162/2 ihre Zulassung – der EGR66x. Das ist die Edelstahlversion der EGR66, von der es auch, wie könnte es bei ERMA anders sein, ein „scharfes“ Schwestermodell (ER440) gibt, von der viele Teile übernommen wurden. Nach entsprechenden Verträgen mit IWC wurde der EGR66 dann am 30.6.1992 unter der gleichen Zulassungsnummer auch als IWC Chief und IWC Gendarm zugelassen und unter deren Namen vertrieben. Später änderte die Firma IWC ihren Namen in IWG und so wurde der IWG Chief vertrieben. Alle Versionen wurden bis 1994 gebaut, zumindest vom EGR66x wurden noch weitere Waffen im Jahr 2000 aus Restbeständen zusammengebaut und in Suhl beschossen. Die Seriennummern wurden gemeinsam für alle vier Modelle vergeben.

      Das Finish ist bei allen erfassten EGR66 war ab Werk brüniert (wobei es wohl auch einige sehr wenige vernickelte EGR’s gab, die intern zur Präsentationszwecken für ERMA von einem Zulieferer gemacht wurden), bei den IWC’s meist verchromt (aber auch brüniert) und den EGR66x gab es in zwei Versionen: die frühen polierten Modelle und die späteren, die eine seidenmatte Oberfläche (wie perlgestrahlt) aufweisen.
      Ferner gab es den EGR66 mit zwei unterschiedlichen Holzgriffschalen: einmal die normalen mit dem kurzen, unten abgerundeten Griff und einmal etwas längere, den Rahmen unten umschließende Griffschalen, die unten eckig abschließen und auch aus dem Regal der scharfen Schwestermodelle stammen. Auch den EGR66X gab es mit unterschiedlichen Griffschalen. Normalerweise wurden die rundlichen Holzgriffschalen mit Fischhaut (wie auch beim EGR66) verbaut. Später gab es auch ein paar Exemplare mit einem glatten Holzgriff ohne Fischhaut und dann wurde noch ein limitiertes Sondermodell mit Perlitt-Griffschalen (Perlmutt-Ersatz) herausgegeben.

      Und auch hier möchte ich Euch die Seriennummern-Bereiche nicht vorenthalten. Wichtig ist, das bis zum Jahr 1977 5-stellige Nummern und erst ab 1978 die typischen 6-stelligen Nummern vergeben wurden. Da die Nummern fortlaufend waren, verzichte ich auf die Aufteilung nach Modellen. Im Jahr 1990 war die SN-Prägung leider nicht sauber ausgeführt bzw. der Stempel nicht in Ordnung, wodurch die 062xxx-Seriennummer wie 082xxx aussieht.

      008xx-049xx (1977), 010xxx-017xxx (1978), 021xxx-023xxx (1979), 030xxx-038xxx (1980), 038xxx-043xxx (1981), 046xxx (1982), 049xxx-0540xx (1983), 0548xx-057xxx (1984), 057xxx (1985), 058xxx (1986), 059xxx (1987), 060xxx (1988), 061xxx (1989), 062xxx (1990), 063xxx-064xxx (1991), 0672xx (1992), 0677xx-0680xx (1993), 0682xx-070xxx (1994), + 1x EGR66X 068xxx 2000 in Suhl beschossen.

      Ich gehe davon aus, das die in Suhl beschossene Waffe nur deshalb eine SN von 1994 aufweist, weil diese bereits vor dem Konkurs in Dachau auf die Rahmenteile geprägt wurde. Sicher ist, das in Suhl keine Teile mehr hergestellt wurden, sondern nur Waffen aus Ersatzteilen zusammengesetzt wurden.

      Momentan sind in der Datenbank erfasst:
      37x PTB 162 (EGR66) aus den Jahren 1977 bis 1994
      3x PTB 162 (IWC Chief) aus dem Jahr 1994
      keine IWC Gendarm
      20x PTB162/2 aus den Jahren 1980 bis 2000

      EGP55:
      Am 4.7.1978 bekam die EGP55 (die Schreckschußversion der „scharfen“ EP552S und eine Nachempfindung der Walther TPH) die Zulassungsnummer PTB 208. Auch sie ist im Kaliber 8mmK. Zuerst mit einer etwas eckigen Schlittenfront, die bereits nach kurzer Zeit etwas runder gestaltet wurde. Diese Zulassung lief am 31.3.1985 ab. Bereits am 7.6.1985 wurde dann der fast baugleiche Nachfolger mit PTB 399 zugelassen von dem es ab dem 30.6.1992 unter der Bezeichnung Crosman PX ein Schwestermodell auf dem Markt kommt (wurde ausschließlich von Crosman vertrieben). Speziell von der PTB 399 EGP55 gab es relativ große Mengen und diese Waffen wurden aus orginaler ERMA-Fertigung in Dachau noch bis vor Kurzen neu und orginal verpackt von Händlern aus deren Bestand angeboten. Am 30.6.1994 lief dann aufgrund der bereits angesprochenen 8mmK-Thematik die Zulassung für die PTB 399 Waffen ab.Während alle bisher erfassten EGP55 bis 1993 brüniert waren, gab es im Jahr 1994 auch einige komplett verchromte und auch teilverchromte (nur der Schlitten war verchromt) Versionen, teilweise sogar mit Holzgriffschalen. Die EGP55 sollte von der EGP515 ersetzt werden.

      Auch bei der EGP55 wurden die Seriennummern mit einigen Sprüngen fortlaufend vergeben. Hier die Details der bisher erfassten Waffen:

      PTB208: 0004xx-0063xx (1979), 010xxx-011xxx (1980), 013xxx (1981), 018xxx (1982), 022xxx (1983), 023xxx (1984),
      PTB399: 030xxx (1987), 031xxx (1988), 032xxx-033xxx (1989), 036xxx-037xxx (1990), 040xxx-044xxx (1991), 045xxx-050xxx (1992), 050xxx-051xxx (1993), 051xxx-054xxx (1994).

      Momentan sind in der Datenbank erfasst:
      12x PTB 208 aus den Jahren 1979 bis 1984
      41x PTB 399 aus den Jahren 1987 bis 1994
      keine Crosman PX


      KGP690:
      Zeitgleich (4.7.1978) zur vorherigen EGP55 kam mit der Zulassungsnummer PTB 209 eine weitere 8mmK-Pistole von ERMA, die KGP690, auf den Markt. Auch diese Waffe hat sowohl „scharfe“ Verwandte (EP22, KGP68A, KGP69) aus dem Hause ERMA, als auch ein Vorbild (die Luger 08). Allerdings sind ERMA’s 08er Kopien deutlich kleiner als das Orginal. Es handelt sich um richtige Kniegelenk-Pistolen, woher auch die Modellbezeichnung abgeleitet wurde. Am 31.3.1985 lief die Zulassung PTB 209 ab. Im gleichen Jahr folgte der fast baugleiche Nachfolger mit der PTB 402, dessen Zulassung am 31.3.1993 ablief.

      Alle Waffen waren meines Wissens brüniert und hatten entweder flache Holzgriffschalen mit Fischhaut oder braune Kunststoff-Griffschalen, die linksseitig eine breite Daumenauflage aufweisen und sich deshalb besser für Rechtshänder eignen. Die Waffe lies sich scheinbar in den späteren Jahren schlechter verkaufen, da von der frühen Version erheblich mehr Waffen erfasst wurden, was im krassen Gegensatz zu allen bisher erwähnten Baureihen steht und neben der KGP690 nur noch auf den EGR77 (siehe unten) zutrifft.

      Hier die Details der Seriennummern, welche momentan in der Datenbank erfasst sind. Wie bei allen frühen ERMA Waffen beginnen die Seriennummern mit 000001, welches ein Prototyp war, der aller Wahrscheinlichkeit keine Beschußstempel aufweisen wird.
      PTB209: 000001-0007xx (1978), 002xxx-004xxx (1979), 006xxx-0076xx (1980), 0078xx-008xxx (1981), 010xxx-011xxx (1984),
      PTB402: 012xxx (1985), 012xxx-0134xx (1987), 0139xx (1989), 014xxx (1990), 014xxx (1991).

      Momentan sind in der Datenbank erfasst:
      32x PTB 209 aus den Jahren 1978 bis 1984
      11x PTB 402 aus den Jahren 1985 bis 1990

      EG294:
      Am 16.5.1979 erhielt ERMA die Zulassung PTB 230 für das EG294, ein Lever-Action Gewehr im klassischen Winchester-Stil, welches bereits in zahlreichen „scharfen“ Varianten (EG71, EG712, EG73, EG76), als auch eine Infrarot-Variante (EG80) im Produktportfolio von ERMA existierte. Das Gewehr teilt sich viele Teile mit seinen „scharfen“ Verwandten und ist die einzige von ERMA jemals in Deutschland zugelassene SSW im Kaliber .22lg. Relativ wenige Modelle wurden davon abgesetzt und dementsprechend ist das Modell recht selten. Das lag wohl auch an der damals noch einfacheren Erwerb des Schwestermodells EG76 im Kaliber 4mm lang.

      Auch hat das EG294 leider im Gegensatz zum zweiten in Deutschland seitens der PTB zugelassen Schreckschuß-UHR-Gewehr (UHR = Unterhebel-Repetierer), dem Reck Lever-Action, leider einen Ausschuß nach oben und nicht durch den Lauf. Aber im Gegensatz zum Reck LA funktioniert das EG294 ERMA-typisch perfekt mit den .22lg-Platzpatronen. Am 30.6.1994 lief die Zulassung der EG294 ab. Wieviele Waffen in all den Jahren hergestellt wurden, weiß ich leider noch nicht einmal ansatzweise. Das normale EG294 wurde mit dunklem Buchenschaft geliefert. Optional gab es auch einen Nußbaumschaft, da die Schäfte identisch mit den „scharfen“ Schwestermodellen sind. Ferner gab es noch eine noch viel seltenere Variante mit 8kant-Lauf und Gravur auf dem Schloßkasten.

      Momentan sind nur drei EG294 in der Datenbank erfasst. Das früheste von 1979 mit der SN 0001xx, das späteste aus dem Jahr 1994/95 mit der SN 0027xx.


      EGR77:
      Der EGR77 wurde am 19.7.1979 durch die PTB zugelassen und damit hatte ERMA auch eine Schreckschuß-Variante ihrer beliebten „großen“ 9mmR-Revolver (ER77, ER772, ER773, ER777), ein Abbild des S&W Modell 19, auf den Markt. Auch hier ist die Nähe zum Smith & Wesson Vorbild so nah, dass die S&W-Griffschalen (K-Frame) passen. Es gab zwei Versionen: die erste mit PTB 233, die von 1979 bis 1993 gebaut wurde (die Zulassung lief am 31.7.1993 ab) und die neuere mit PTB 601 (Zulassung vom 31.10.1993 bis zum 31.10.1997)die in erheblich kleinerer Stückzahl gebaut wurde und leider eine unschöne unzentrische Mündung hatte. Beide Versionen gab es sowohl mit einem kurzen 2,5“, als auch mit einem langen 4“ Lauf. Es werden vereinzelt vernickelte Varianten auf dem Gebrauchtmarkt angeboten. Hierbei ist auf eine perfekte Oberflächengüte zu achten, da diese ansonsten nicht für ERMA von deren Zulieferern gemacht wurden. ERMA lies zumindest ein paar Waffen für Präsentationszwecke vernickeln, die aber nicht in den Verkauf kamen. Neben den „scharfen“ und den SSW-Waffen gab es auch eine Infrarot-Variante mit 4“-Lauf, den ER83, wobei ich mir nicht sicher bin, ob diese Waffe wirklich in den Handel gelagte.

      Der EGR77 wurde neben den beiden unterschiedlichen Längen auch noch mit unterschiedlichen Griffschalen angeboten. Standart waren Holzgriffschalen-Hälften, die exakt der Griffstückgröße entsprachen. Ferner gab es für beide Versionen auch schwarze Pachmayr-Gummigriffschalen optional und für die 4“-Version gab es auch aufwendig gefertigte große Holzgriffschalen mit Punzierung. Diese Waffen wurden dann von den Marketing-Experten als Combat-Version angeboten.

      Die Seriennummern wurden fortlaufend mit den bereits bekannten (und noch nicht geklärten) Sprüngen vergeben. Das heißt es gibt keine extra Nummernblöcke für die seltenere 4“-Version.
      PTB233: 0000xx-0014xx (1980), 002xxx-004xxx (1981), 005xxx-006xxx (1982), 007xxx-009xxx (1983), 010xxx (1986), 015xxx (1987), 016xxx (1988), 018xxx-0204xx (1989), 0206xx-0222xx (1990), 0226xx-0240xx (1991), 0246xx-025xxx (1992), 026xxx-0271xx (1993),
      PTB601: 0273xx (1994), 028xxx (1995).

      Momentan sind in der Datenbank erfasst:
      37x PTB 233 mit 2,5“-Lauf aus den Jahren 1980 bis 1993 (bei 4 ist die Lauflänge unklar)
      15x PTB 233 mit 4“-Lauf aus den Jahren 1981 bis 1993
      4x PTB 601 mit 2,5“-Lauf aus den Jahren 1994 bis 1995
      2x PTB 601 mit 4“-Lauf aus dem Jahr 1995


      EGP45:
      Die EGP45 folgte Anfang 1982 auf dem Markt der 8mmK-Pistolen. Deren nächstverwandtes Schwestermodell mit den meisten Gleichteilen ist die EP452. Das Design orientiert sich grob an den Colt Commander Modellen. Die Waffe erhielt die Zulassung PTB 297 und wurde bereits 1985 durch das fast baugleiche Modell mit der PTB Nummer 398 ersetzt. Am 30.6.1992 bekam die EGP45 mit PTB 398 noch drei baugleiche Schwestermodelle in Form der IWC Officer, der Torro 45 und der Crosman PK. Während die IWC und die Crosman Lizenzbauten für die jeweiligen Unternehmen waren und von denen auch vermarktet wurde, war der Name Torro ein Markenname von ERMA unter dem ERMA selbst in einigen internationalen Märkten mit verschiedenen SSW’s und auch scharfen Waffen (z.B. Torro.22, baugleich zum EGM1). Am 30.6.1994 lief die Zulassung all dieser Waffen aufgrund der nicht mehr möglichen 8mmK-Waffen-Zulassung in Deutschland ab.

      Wie auch bei der EGP75S, gab es bei der EGP45 zwei verschiedene Prototypen. Dabei handelt es sich analog zur 75er um die EGP45GB und die EGP45P. Die Veränderungen der Waffen gegenüber den PTB-zugelassenen Ursprungsmodellen entsprechen dem der EGP75xx-Prototypen und deshalb verweise ich hier nur auf den Absatz bei der EPG75.

      Alle EGP45, Crosman PK und Torro 45, die ich kenne, waren brüniert, während alle IWC’s scheinbar verchromt waren. Die PTB297 Waffen wurden scheinbar alle mit Holzgriffschalen ausgeliefert, während die späteren PTB 398 Waffen bis auf wenige Ausnahmen fast alle schwarze Kunststoff-Griffschalen aufwiesen.

      Wie bei allen Waffen hier noch ein paar Daten über die vergebenen Serienummern. Auch bei diesem Modell wurden die Nummern kontinuierlich zwischen den verschiedenen Schwestermodellen vergeben und waren auch, bis auf die üblichen Seriennummernsprünge, fortlaufend zwischen den PTB-Nummern.
      PTB297: 000xxx-001xxx (1982), 005xxx-006xxx (1983), 007xxx (1984),
      PTB398: 012xxx-013xxx (1987), 015xxx (1989), 017xxx-019xxx (1991), 020xxx-0211xx (1992), 0212xx-0226xx (1993), 023xxx-025xxx (1994).

      Momentan sind in der Datenbank erfasst:
      9x PTB 297 aus den Jahren 1982 bis 1984
      25x PTB 398 (EGP45) aus den Jahren 1989 bis 1994
      3x PTB 398 (IWC Officer) aus den Jahren 1993 bis 1994
      keine PTB 398 (Torro 45)
      keine PTB 398 (Crosman PK)


      EGP88 & EGP881:
      In den kommenden Jahren kamen lediglich bereits beschriebene Nachfolge-Zulassungen auf den deutschen Markt. Das änderte sich erst 1988 als mit der PTB-Nummer 476 die EGP88 im Kaliber 8mmK zugelassen wurde. Diese SSW orientiert sich grob am Design der Walther P1/P38 und besitzt mit der EP882 ein „scharfes“ Schwestermodell mit einigen Gleichteilen im Hause ERMA. Im gleichen Jahr begann auch die Fertigung einer Kaliber .35K Variante, der EGP881 mit der PTB 477. Dabei ist interessant, dass die Zulassung der .35K-Variante am 23.12.1988 erteilt wurde, es aber sehr viele Waffen mit dem Beschußjahr 1988 gibt. Somit hat ERMA scheinbar bereits vorgefertigt und ein größeres Kontingent beschiessen lassen und nach Erteilung der Zulassung nur noch die entsprechende Prägung vorgenommen. Beide Waffen wurden Anfangs mit EGP88 beschriftet und die Bezeichnung EGP881 für die .35K-Variante kam erst im späteren Verlauf der Fertigung (während 1989) auf. Aufgrund von Bedenken wurde, wie allgemein bekannt, der Kaliber .35K nicht mehr weiter zugelassen und so endete die Fertigung der EGP881 bereits nach kurzer Zeit im Jahr 1990 (die auf zwei Jahre befristete Zulassung lief am 23.12.1990 aus), während die EGP88 noch bis zum Ablauf ihrer Zulassung am 30.6.1994 weitergebaut wurde. Alle mir bekannten Waffen sind brüniert und weisen scharze Kunststoff-Griffschalen auf.

      Beide Waffen teilten sich die Seriennummern, wobei jeweils komplette SN-Blöcke den Modellen zugeordnet wurden. Im Gegensatz zur bei ERMA üblichen 6-stelligen SN, tragen alle Waffen nur 5-stellige SN’s. Die Seriennummerblock 00001-01999 sowie alle SN’s ab mindestens 06000 (evtl. auch bereits ab 05500) wurden ausschließlich für die 8mmK-Modelle verwendet, während der Block für die .35K-Modelle bei 02000 (bzw. 02001) anfing und mindestens bis 05499 (evtl. auch bis 05999) weiterlief. Dabei hatte zumindest die erste Waffe eine 6-stellige Seriennummer (000001) und war, da es sich um ein Vorserienexemplar handelt, nicht umbedingt beschossen worden. Leider sind speziell bei diesen beiden Baureihen relativ häufig die Beschußjahresstempel unleserlich. Hier die bisher gesammelten Daten:
      PTB476: 000xx-009xx (1988), 060xx (1991), 068xx-071xx (1992), 073xx-075xx (1993), 085xx-093xx (1994),
      PTB477: 020xx-029xx (1988), 032xx-042xx (1989), 051xx (1990).

      Momentan sind in der Datenbank erfasst:
      30x PTB 476 aus den Jahren 1988 bis 1994
      15x PTB 477 (EGP88-Prägung) aus den Jahren 1988 und 1989
      5x PTB 477 (EGP881-Prägung) aus den Jahren 1989 und 1990


      EGG1:
      Am 30.10.1990 wurde mit dem EGG1 ERMA’s letzte Waffe im Kaliber 8mmK unter der PTB-Nummer 529 zugelassen. Dabei handelt es sich um das einzige jemals in Deutschland zugelassene Selbstlade-Schreckschußgewehr. Es ist dem M1-Carabine nachempfunden und hat mit dem EM1, EGM1, Torro.22, usw. einige „scharfe“ Verwandte, mit denen viele Bauteile geteilt wurden. Im Gegensatz zum EGM1 wurde das EGG1 leider ausschließlich brüniert geliefert. Zumindest gab es aber einige Exemplare mit der militärischen M1-Schäftung, die in Deutschland als „Export-Verion“ bezeichnet wurden und aufgrund des Anscheinparagrafs leider nicht hier verkauft wurden. Da die Schäfte, wie auch die für dieses Gewehr niemals angebotenen Lochschäfte aber einfach zu beschaffen sind und perfekt passen, gibt es mittlerweile das eine oder andere umgebaute EGG1. Serienmäßig waren bei Auslieferung ein großes 7-schüssges und zwei kleine 3-schüssige Magazine dabei. Leider hat ERMA damals kein noch größeres Magazin gebaut, obwohl es so etwas beim EGM1 gab. Am 30.6.1994 lief die Zulassung des EGG1 aus.

      Auch beim EGG1 sind häufig die Beschußstempel nicht sehr gut zu lesen und so geben die folgenden Daten nur Bruchstücke wider. Hier die Seriennummern, welche eindeutig Beschußjahren zugeordnet werden konnten.
      000001-0001xx (1990), 0002xx (1991), 0003xx (1992), 0007xx (1994).

      Momentan sind 16 EGG1 in der Datenbank erfasst.


      EGP315:
      Mit der EGP315 kam 1993 die erste ERMA-SSW im neuen Kaliber .315K heraus. Sie wurde unter PTB 560 am 28.2.1993 zugelassen und entspricht im Wesentlichen der EGP65. Deshalb halte ich mich bezüglich der allgemeinen Waffenbeschreibung hier zurück. Es gab auch ein baugleiches Schwestermodell, die IWC Lady, die über die Firma IWC vertrieben wurde. Wie auch bei allen anderen Lizenzbauten wurden diese Waffen auch bei ERMA für die jeweiligen Firmen hergestellt und nur von denen vertrieben. Ferner wurden von der EGP315 relativ viele Waffen verchromt ausgeliefert. Auch die IWC Lady gab es brüniert oder verchromt. Standart waren schwarze Kunsstoff-Griffschalen. Es gab aber auch Holz- und auch Schichtholz-Griffschalen.

      Trotz das die EGP315 der offizielle Nachfolger der EGP65 ist, begannen die Seriennummern für diese Waffe wieder bei 000001, während die SN’s der baugleichen IWC Lady bei 010001 anfingen. Hier die Details:
      EGP315: 0000xx-0012xx (1993), 0015xx-0016xx (1994),
      IWC Lady: 0100xx-0101xx (1993), 0104xx-0106xx (1994).

      Momentan sind in der Datenbank erfasst:
      17x EGP315 aus den Jahren 1993 und 1994
      4x IWC Lady aus den Jahren 1993 und 1994


      EGP790 & EGP715:
      Im Jahr 1994 hat dann ERMA alle vorhanden SSW-Kurzwaffen im Kaliber 8mmK auf die neuen Kaliber .315K und 9mmPA anpassen müssen, da die deutsche Zulassung des Kalibers 8mmK auslief. Aus dem bereits beschriebenen Modell EGP75S wurde eine 9mmPA Version (die EGP790, zugelassen am 30.6.1994 mit PTB 645) und eine .315K Version (die EGP715, zugelassen am 31.5.1994 mit PTB 646) entwickelt und dabei auf viele Teile aus dem Vorgängermodell zurückgegriffen. Die Waffen waren brüniert und hatten normalerweise schwarze Kunststoff-Griffschalen. Während die EGP790 noch häufig auf dem Markt anzutreffen ist, ist mir bisher keine EGP715 untergekommen. Wenn jemand ein solches Modell und/oder die Bedienungsanleitung davon besitzt, möge er mich bitte kontaktieren. Während die auf zwei Jahre befristete Zulassung der EGP715 nicht verlängert wurde und damit am 31.5.1996 ablief, hat ERMA die Zulassung der EGP790 einmal verlängert, wodurch diese erst am 31.12.1998 ablief.

      Bei den Seriennummern kann ich momentan keinerlei Aussage über das Modell EGP715 machen. Allerdings, und das gilt auch für alle folgende Modelle, hat ERMA bei jedem Modell die 6-stellige Seriennummer bei 010001 starten lassen. Warum dies geschah und ob die „1“ an der zweiten Stelle irgendeine Bedeutung hat, kann ich nicht sagen. Hier die bisherigen Details der EGP790:
      010xxx (1994), 011xxx (1995), 0116xx-0124xx (1998, Montage und Beschuß in Suhl).

      Momentan sind in der Datenbank erfasst:
      9x EGP790 aus Dachau aus den Jahren 1994 bis 1995
      7x EGP790 aus Suhl aus dem Jahr 1998
      keine EGP715


      EGP490, EGP415 & EGP459:
      Wie bereits erwähnt, musste ERMA ihre 8mmK-Modelle an die neuen Kaliber anpassen. So wurde aus der EGP45 die EGP490 & EGP459 (beide 9mmPA) sowie die EGP415 (Kaliber .315K). Warum es zwei 9mmPA-Versionen mit geringfügig unterschiedlichen Design gab, kann ich nicht nachvollziehen. Am 30.6.1994 wurden aber mit der PTB 647 die EGP490, am 31.5.1994 mit der PTB 648 die EGP415 und am 30.6.1994 mit der PTB 655 die EGP459 zugelassen. Alle mir bekannten Waffen waren brüniert. Die EGP490 wurde normalerweise mit scharzen Gummigriffschalen, die anderen Waffen mit scharzen Kunststoff-Griffschalen geliefert. Es gab für kurze Zeit aber scheinbar auch ein paar Waffen mit Perlit-Griffschalen ab Werk. Wie auch bei der EGP715 habe ich bisher noch nie eine EGP415 zu Gesicht bekommen. Wenn jemand ein solches Modell und/oder die Bedienungsanleitung davon besitzt, möge er mich bitte kontaktieren. Die Zulassung der EGP415 lief am 31.5.1996, die der EGp490 und EGP459 am 31.12.1998 ab. Letztere wurden nach dem Konkurs auch in Suhl aus Restteilen montiert und dort staatlich beschossen. Allerdings gibt es zumindest von der EGP490 noch Waffen mit einem Beschuß aus dem Jahr 2000, als die Zulassung seitens der PTB längst abgelaufen war. Wie das hierbei rechtlich aussieht, kann ich nicht sagen.

      Die Seriennummern fingen für die EGP459 bei 010001 an. Bei der EGP490 wurden erst 5-stellige Seriennummern beginnend mit 10001, später auch 6-stellige Nummern mit vorangestellter „0“ oder „A“ vergeben. Wie eingangs erwähnt, habe ich keine Ahnung, wofür das „A“ stand. Von der EGP415 habe ich bisher keine Seriennummern. Hier die bisherigen Daten:
      EGP490: 100xx-101xx (1994), 104xx-113xx (1995), A11xxx (1999 in Suhl montiert und beschossen), A11xxx + 011xxx-012xxx (2000 auch aus Suhl),
      EGP459: 010xxx (1994), 012xxx-0125xx (1995), 0127xx-0129xx (1998 in Suhl montiert und beschossen).

      Momentan sind in der Datenbank erfasst:
      11x EGP490 aus den Jahren 1994 bis 2000
      keine EGP415
      12x EGP459 aus den Jahren 1994 bis 1998

      EGP515:
      Die EGP515 wurde auch am 30.6.1994 zugelassen und zwar mit PTB 649 und ist der Kaliber .315K Nachfolger der EGP55, von der viele Bauteile übernommen wurden. Wie auch bei der EGP415 und EGP715 habe ich bisher noch nie eine EGP515 zu Gesicht bekommen. Allerdings existieren Fotos und auch zeitgenössische Katalog-Einträge mit Bestellnummern der Waffe. Auch hier lief die auf zwei Jahre befristete Zulassung ohne Verlängerung am 30.6.1996 bereits ab. Laut Katalog-Unterlagen gab es die brünierte Waffe mit schwarzen Kunststoff-, mit Holz- und auch mit Schichtholz-Griffschalen. Wenn jemand ein solches Modell und/oder die Bedienungsanleitung davon besitzt, möge er mich bitte kontaktieren.


      Geco P217:
      Dies ist die letzte von ERMA in Dachau entstandene Schreckschußpistole, die am 29.2.1994 die Zulassung PTB 672 erhielt, doch scheinbar erst 1995 in den Handel kam. Am 28.2.1996 lief bereits die Zulassung wieder ab. Sie wurde im Auftrag von Dynamit Nobel gebaut, um sie unter dem Markennamen Geco zu vertreiben. Sie hat als reine Auftragsarbeit kein „scharfes“ Schwestermodell im Hause ERMA und lehnt sich im Design stark an die Glock 17 an. Die Waffe hat stets ein dunkles Kunststoffgriffstück und war entweder mit brünierten oder mit vernickelten Schlitten zu kaufen. Bei den Waffen mit vernickelten Schlitten ist normalerweise auch die beidseitig zugängliche Verschlußsperre vernickelt. Der Stahllauf war fest in das Kunststoff-Griffstück eingegossen und war entweder blank oder brüniert. Es gab auch zwei verschiedene Laufsperren. Aufgrund eines konstruktiven Problems wurde noch im ersten Jahr eine überarbeitete Version herausgebracht, die äußerlich kaum von der ersten Version unterschieden werden kann. Das Problem muß schwerwiegend sein, da ERMA versuchte, möglichst alle der ersten noch nicht verkauften Versionen bei den Händlern zurückzuholen bzw. auszutauschen. Aufgrund vieler Auslieferungen im ersten Jahr gibt es aber nach wie vor relativ viele Waffen der ersten Generation auf dem Gebrauchtmarkt. Zur Unterscheidung Folgendes:
      1. Version: Beschußstempel auf dem Schlitten = KF (=1995) und kein in der Ecke auf der linken Seite (aus Schützensicht) des Abzugsbügel geprägtes „G“
      2. Version: Hat grundsätzlich das in der Ecke auf der linken Seite (aus Schützensicht) des Abzugsbügel geprägte „G“. Das sind in erster Linie alle Waffen mit 1996er Beschußjahr, sowie die sehr späten 1995er-Modelle und die zurückgeholten 1.Version-Waffen, die ERMA auf die 2.Version umbaute. Sofern der Umbau 1995 erfolgte, gab es normalerweise nur einen zusätzlichen Nitro-Beschußstempel auf dem Lauf. Wenn dies allerdings erst nach 1995 passierte, tragen die Waffen auf dem Lauf alle drei Beschußstempel. Bei diesen sehr seltenen Waffen sind dann beispielsweise 1995er Beschußstempel auf dem Schlitten und 1997er Beschußstempel auf dem Lauf.

      Die Seriennummern beginnen wieder bei 010001. Hier die aktuellen Daten.
      01005x-0172xx (1995), 0173xx-0197xx (1996).

      Momentan sind in der Datenbank erfasst:
      26x P217 aus dem Jahr 1995 (min. 3 der Waffen waren noch 1.Version und eine wurde 1997 bei ERMA auf die 2.Version umgebaut und 5 weitere sind bereits 1995 umgebaut worden und die letzten Auslieferungen sind auch bereits vom neueren Modell. Bei dem Rest kann ich das nicht sagen)
      11x P217 (2.Version) aus dem Jahr 1996


      Abschließend noch etwas Statistik. Zuerst einmal die Aufteilung der erfassten Waffen nach Kaliber:


      Nun die Aufteilung nach Design:
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      • Kaliber.jpg

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    • und hier noch die Aufteilung nach Baujahren:



      und nach Modellen, wobei hier nach absoluter Anzahl und nicht im Verhältnis betrachtet wird:
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    • Damit die Datenbank nicht völlig in Vergessenheit gerät, hier nochmal ein kleiner Reminder. Die Halbzeit bis zum nächsten Update ist bereits geschafft, da aktuell 755 Erma-SSW's (und 155 scharfe Erma's) erfasst sind. Also nicht vergessen, mich weiter mit den benötigten Daten zu versorgen und das auch Euren Freunden und (Schützen-)Kollegen erzählen, damit wir bald die 1000 SSW's voll haben. So langsam wird das Bild schärfer..........
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    • Danke für die Daten, Jürgen. Damit sind aktuell 825 Erma-SSW's erfasst. Eine Frage noch: welche Lauflänge hat der EGR77, 2,5" oder 4"?
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    • Schau mal bei egun rein, der mit 4"-Lauf ist auf alle Fälle mehr wert, da er seltener vertreten ist und damals auch schon teurer als der 2,5er.
      "Was unterscheidet letztendlich den freien Menschen vom Sklaven? Geld? Macht? Nein! Der freie Mensch hat die Wahl, der Sklave gehorcht!"
      -Wenn du im Sarg liegst, haben sie dich das letzte Mal reingelegt!-
    • Hi Flens =)

      Erstmal :huldige: :huldige: :huldige: :huldige: Super Arbeit die du da Geleistet hast !! Respekt !

      so hier noch ein Modell von mir:

      Erma EGP 459, PTB 655, Beschuß 1995, S/N: 012641, Cal. 9mm PAK

      Liebe Grüße aus Dachau ;)
    • Hallo flens69,

      Ersteinmal meine Hochachtung für diese aufwändige Unternehmung.Dagegen ist mein Beitrag eben nur ein Bruchteil des Puzzles,das hier entsteht.Die Daten meiner 75S:
      PTB : 69/4
      Beschuß : '81
      Waffnr.: 058813
      Vielleicht noch ganz Interessant ist der Umstand,daß die Waffe bereits das begradigte Heck am Schlitten mit den 12 Fingerrillen hat.(Eigentlich doch erst ab PTB 401 - oder?)
      Happiness is a warm gun - J.Lennon
    • Heute morgen ist die Schnappszahl 888 erreicht worden :new11: . Bis 1000 ist es doch nicht mehr so weit. Also los Leute, schafft noch Daten bei ;)

      Bei den scharfen Erma's, was ohne grossen Aufwand nebenbei läuft, sind auch schon 202 Erma's erfasst. Falls Ihr also Eure WBK-eingetragenen Erma's mal wieder aus dem Schrank zieht oder Deko-, Salut- oder LEP-Umbauten Euer eigen nennt, gleich Beschußjahr usw. aufschreiben und immer her damit. Gerne auch anonym, da neben den Daten mich eh' nichts interessiert.
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    • Na, schaffen wir die 1000 SSW's noch dieses Jahr ??? Wäre super, weil ich über die Feiertage Zeit hätte, alles zu überarbeiten, bevor im Januar wieder der Stress losgeht.......940 Erma-SSW's und 225 sonstige Erma-Waffen sind's aktuell.
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