Revolver .380: Enfield No. 2 MK I

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  • Revolver .380: Enfield No. 2 MK I

    Diese DAO-Ausführung war für Panzerbesatzungen bestimmt, die ihn üblicherweise auf der Innenseite ihre Kombination in einem Schulterholster getragen haben. Man hatte den Hahnsporn weggelassen, damit er sich nicht in der Kleidung verfangen konnte.
    Der Revolver ist fast vollständig aus Stahl, wurde aber nicht brüniert sondern phosphatiert und anschließend mit einem sogenannten Tropenlack überzogen.
    Die Griffschalen sind aus Bakelit. Auf der Unterseite des Griffstücks befindet sich ein drehbarer Ring für eine Fangschnur.
    Das teilweise rauh geratene Finish läßt den Schluß zu, daß dieser Revolver während des Krieges hergestellt wurde.



    Der Schlagstift sitzt in einem Schlitz und wird durch einen Querstift gehalten.
    Es gibt eine interne Sicherung in Form eines sogenannten "Safety-bars": eine querliegende Stange wird, wenn sich der Hahn in Ruhestellung befindet, nach unten gezogen und drückt dabei den Hahn zurück, so daß der Schlagstift von den Zündhütchen ferngehalten wird.


    Der Abzug hat einen Widerstand von ca. 5000 g.

    Um die Waffe schnell wieder wegstecken zu können wurden links und rechts Abweiser vor der Trommel montiert. - Wozu der Hebel unter dem linken Abweiser gut sein soll weiß ich nicht. -

    Die Laufverriegelung ist noch schwergängiger als der Abzug. Zuerst arbeitet man gegen eine kleine Bügelfeder, dann auch noch gegen die Schlagfeder, denn der Hahn wird ebenfalls zurückgedrückt.
    Im Verriegelungsbügel befindet sich das verschiebbare Kimmenblatt, es ist durch eine Inbusschraube gesichert.
    Das Korn ist verschraubt. Man hatte der Waffe einen spornlosen Hahn gegeben damit er sich nicht im Stoff der Jacke verfangen konnte; das Korn jedoch wurde merkwürdigerweise so belassen, daß es sich sehr wohl verhaken konnte .
    Wenn man den Lauf mit der Trommel abkippen will, ohne daß gleichzeitig die Patronen ausgeworfen werden, muß man nach dem Entriegeln ein hakenförmiges Aluminiumteil auf der Unterseite des Rahmenscharniers eindrücken. Dieses Bauteil ist möglicherweise eine Nachfertigung.
    Noch nach 60 Jahren funktioniert der Revolver einwandfrei, es klappert oder wackelt nichts (wenn man von der Fangschnurbefestigung absieht).


    Sein Zustand läßt darauf schließen daß er im Truppeneinsatz war, keine reine Depotwaffe also.
    Die vielen Stempelungen, die über die ganze Waffe verteilt wurden, sind großenteils noch gut zu erkennen. Es sind einzelne Buchstaben und die Kürzel "DT *", "FTR/54" sowie "B N P" mit einer Krone darüber. In die Trommel hat man "ESC. 320" eingestempelt. Mit Ausnahme der Seriennummer (04379) und des Pfeils ist mir die Bedeutung der Stempelungen nicht bekannt. Dieser Pfeil besagt, daß der Revolver vom Royal Ordnance Department abgenommen wurde.
    Auf der Laufoberseite ist "Caliber .38" mit "XXX" fast unleserlich gemacht worden.


    Die (amtlicherseits vorgeschriebenen) Stempelungen nach dem Umbau zur P/G-Waffe wirken überladen. Die PTB-Nr. ist 257.




    Änderungen gem. Waffengesetz
    Der hintere Teil des Laufs wurde ausgebohrt, eine Hülse mit einer Laufsperre eingesetzt und diese Hülse mit zwei senkrechten Stiften fixiert.
    In die Trommelachse hat man einen Stift als Sperre eingesetzt, so daß er nicht mehr einfach ausgebaut werden kann. Die Trommel wurde zudem auf der Vorderseite ausgedreht, eine massive Scheibe eingesetzt und mit Stiften durch jede Patronenkammer fixiert (was eine gründliche Reinigung der Kammern sehr erschwert).


    Für das Verschießen von Gaspatronen ist dieser Revolver völlig ungeeignet, da zwischen Trommel und Lauf fast alles entweichen würde.
    In die Mündung wurde ein Gewinde für Signalbecher eingeschnitten.


    Fazit:
    Als Sammlerwaffe mit Einschränkungen und zum Schießen nur für Silvesterfeuerwerk geeignet.
    Erfindungen sollen Probleme lösen. Bis auf eine haben aber alle Erfindungen nur neue Probleme nach sich gezogen.
    Die beste Erfindung ist deshalb ohne Zweifel die Wasserstoffbombe. Sie löst alle unsere Probleme mit einem Schlag, und danach gibts niemanden mehr, der noch Probleme haben könnte.

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