Diabolos wiegen

    • Diabolos wiegen

      Heute habe ich jeweils eine Dose Diabolo's von JSB und von RWS mit meiner Feinwaage ausgewogen.

      Mein Grund, warum ich die Diabolo's ausgewogen habe ist, das ich bei meinen Gewehren die V0 Schwankungen möglichst genau messen möchte und natürlich auch, ob sortierte Diabolo's eine Auswirkung auf Streukreise haben.

      Als Feinwaage habe ich dieses Modell genutzt.

      Die Feinwaage geht bis 50 Gramm und misst bis 1/1000 Gramm.

      Mein Modell ist natürlich nicht geeicht und auch nur eine günstige 10€ Feinwaage, aber zum groben kontrollieren und sortieren scheint sie auszureichen. Ich habe bei der Waage getestet, ob es einen Einfluss auf die Messung hat, wenn ich den Diabolo in der Mitte, auf 3 Uhr, 6 Uhr, 9 oder 12 Uhr abstelle. Das hatte aber keinen Einfluss. Die Messung blieb gleich. Trotzdem habe ich bei den Messungen, die Diabolo's immer mittig aufgestellt.

      Als erstes habe ich mir eine Dose JSB Exact 4,52 genommen, die mit 0,547 Gramm je Diabolo angegeben sind.
      Damit ich die Diabolo's auch gleich richtig sortieren kann, habe ich mir 5 Leere Dosen genommen, in denen ich die gewogenen Diabolo's hinein packen kann.
      Zum sortieren habe ich je Dose einen Gewichtsabschnitt von 5/1000 Gramm Differenz gestattet.
      Über den Dosen kann man sehen, welche Gewichte in die jeweilige Dose hineinkommen sollen.

      Nach dem wiegen der Diabolo's kann man jetzt anhand der jeweiligen Menge sehen, welche Abweichungen die Diabolo's von den 0,547 Gramm haben. Die Größte Menge liegt bei etwa 0,551 - 0,555 Gramm. Die Diabolo's sind im Schnitt etwas schwerer.

      Das leichteste Diabolo hatte 0,535 Gramm und das schwerste 0,567 Gramm.


      Diese Abweichungen vom Standardgewicht, sollte sich, theoretisch die V0 und damit auch auf größeren Schussentfernungen bemerkbar machen.

      Wenn ich als Beispiel ein Gewehr mit 7,5 Joule Leistung nehme, hat es mit dem Standardgewicht von 0,547 Gramm eine V0 von 165,597 Meter/ Sekunde.
      Mit den leichten 0,535 Gramm sind es 167,444 m/s und mit den schweren 0,567 Gramm 162,650 m/s.
      Das sind 4,8 m/s Abweichung in der V0 maximal.

      In Joule macht sich das theoretisch folgendermaßen bemerkbar.
      Wenn ein Standard Diabolo von 0,547 Gramm eine V0 von 165 m/s erreicht, hat es eine Energie von 7,446 Joule.
      Mit dem 0,535 Gramm Diabolo sind es 7,283 Joule und mit dem 0,567 Gramm Diabolo sind es 7,718 Joule.
      Das macht einen Unterschied von 0,435 Joule maximal.
      Theoretisch sollte ein schwereres Diabolo ein größeres Losbrechmoment und mehr Massenträgheit haben und dieses die Unterschiede sogar noch vergrößern.
      Das sind jetzt alles theoretische Werte. Ich möchte testen, ob man diesen Unterschied später auch auf einer weiter entfernten Zielscheibe sehen kann.

      Mit RWS Superdome 4,52 und einem Standardgewicht von 0,54 Gramm habe auch noch eine Dose Diabolo's ausgewogen.

      Augenscheinlich haben diese etwas weniger Gewichtsschwankungen. Die größte Menge liegt bei 0,536 -0,540 Gramm.
      Die Diabolo's sind im Schnitt etwas leichter.

      Damit für meinen späteren Schusstest die Diabolo's auch schon gut sortiert sind, habe ich auf den Deckel einen Aufkleber mit den Gewichten angebracht.


      Mein Schusstest mit Chronywerten und Schussbildern werde ich die nächsten Tage machen.
      Ich bin gespannt, ob man dann einen Unterschied zwischen sortierten und unsortierten Diabolo's feststellen kann.

      Habt ihr schon ähnliches getestet?
      Gerne könnt ihr eure Erfahrungen dazu hier mitteilen.
      Planlos geht mein Plan los.

      The post was edited 3 times, last by Ferrobell ().

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    • Ha.........habe ich vor kurzen auch genauso gemacht :thumbsup:
      Mit den H&N FTT in 4,52mm. Waren von 0,552g bis 0,582g unterwegs

      Noch ein Tip.

      Verwende als Auflage ein Abschmink-Pad. Hat ca. 0,5g.
      Dann fallen die Dia´s sehr weich auf die Wiegefläche. Und die Wiederholgenauigkeit wird auch besser.
      Probiers mal beim nächsten Wiegevorgang.

    • Fast möchte ich wetten das die Wiegerei und das sortieren der Diabolos in keinem Verhältnis zu den Schussgruppen stehen wird. ;)
      Meiner Meinung nach ist die Genauigkeit der Kopfmaße entscheidender. Allerdings auch nicht so ausschlaggebend das es sich lohnen würde das zu messen und zu sortieren. Es soll ja FT Schützen geben die schiessen aus der Dose und spielen ganz oben mit. 8o
      Aber schön das Du es versuchst und uns teilhaben lässt. :thumbsup:
    • Ich finds auch gut das jemand experimentiert.
      Ich hab das letztens auch mal gemacht mit einer Dose H&N Baracuda FT. Da waren die Schwankungen bei weitem kleiner als bei den JSB. Dennoch habe ich alle im mittleren Bereich zum Gruppen schießen auf 20m genommen, und danach die "Reste" Dose mit allen die drüber oder drunter waren. Die beste Gruppe des Tages war mit der Reste Dose :D ;)
      Mag auf 50m anders aussehen und auch wenn alle anderen Bedingungen passen. Für mich steht der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen. Aber ich optimiere auch nicht den Regulator bis auf unter 1m/s. Also für jemanden der alles ans Limit treibt ist das ein logischer Schritt um Fehler zu minimieren.
      Life is good
    • Also wenn man die v0 messen möchte und die wirkliche Schwankung der Waffen ermitteln ist wiegen denk ich mal nicht verkehrt. Hab ich auch immer so gemacht. Hab eine G&G FC-50 in Verwendung.
    • Hallo Heiko,

      :thumbup: Schöner Beitrag!

      Wir hatten uns ja erst kürzlich privat über das Thema unterhalten. Aber vielleicht für den einen oder anderen noch einmal meine Erfahrungen zum Thema Diabolos wiegen:

      Ich hatte mir Anfang 2019 mehrere Stangen einer Charge JSB Exact im Kopfmaß 4,52 bestellt.
      Es war die Charge, die bei meinem Chargentest (Wen es interessiert hier nachzulesen: Test/Chargenunterschiede: JSB Exact 4,52 - Weihrauch HW97k) auch die besten Streukreise brachte.

      Bei dem Test hatte ich die Diabolos ja auch schon so aus der Dose verschossen und außer einer optischen Kontrolle der Kelche nichts weiter sortiert.

      Ein paar Dosen dieser Diabolos habe ich im Anschluss auch noch einmal sortiert und gewogen. Ich habe dazu eine baugleiche Waage, wie die von Heiko verwendet.
      Dabei zeigte sich, eine ähnliche Gewichtsverteilung wie hier bereits beschrieben. Mit dem Unterschied, dass die extremen Ausreißer im Gewicht nicht so deutlich ausgefallen sind wie hier erwähnt.

      Bei meiner Charge Exact lagen die Diabolos im Mittel auch bei ca. 0,55g. Die Gesamtverteilung im Bereich zwischen min. 0,54 und max. 0,56 Gramm. Also eigentlich ziemlich ausgewogen.
      Als Wettkampfdiabolos habe ich nur solche verwendet die ich zwischen 0,547g und 0,55g gewogen hatte.
      Den Rest habe ich fürs Training verwendet.

      Meine Erkenntnis: Meine Ergebnisse waren nicht deutlich besser oder schlechter, als mit ungewogenen Diabolos der selben Charge.

      Das habe ich auch kurze Zeit später noch einmal mit Streukreisen auf 25m getestet. Bei mehreren Serien a 10 Schuss pro Spiegel konnte ich keinerlei signifikante Unterschiede in der Präzision zwischen gewogen/ungewogen feststellen. Die Streukreise waren auch bei den ungewogenen Diabolos noch genau so gut wie beim ersten Testen der Charge.
      Leider habe ich auch deshalb keine wirklichen Chronytests mehr mit den verschiedenen Dias gemacht. Kann also dazu nicht viel sagen. Dennoch liegt die Standardabweichung mit der 97k und den unsortierten Diabolos dieser Charge, bei 10 Schuss, konstant unter 0,8m/s.

      Danach habe ich mir das zeitaufwendige Auswiegen gespart.

      Aktuell ist es so, dass ich auch wieder im Rahmen verschiedener Diatests, erst kürzlich mehrere Stangen H&N Field Target Trophy im Kopfmaß 4,50 für meine 16J HW77k bestellt habe und aus reinem Interesse diese Diabolos ebenfalls noch einmal stichprobenartig, mit 2 Dosen, gewogen habe.

      Bei den FTT ist mir dabei aufgefallen, dass sie mit einem Durchschnittsgewicht von ziemlich genau 0,570g 0,01g schwerer sind als deklariert. Auffällig hierbei war, im Vergleich zu den JSB Ecact, die größere totale Gewichtsverteilung. Es waren Ausreißer mit 0,54 bis zu 0,59 Gramm dabei. Allerdings lag die Verteilung enger um den Median von 0,57g als das bei den JSB der Fall war.
      Ich habe mir die aussortierten Diabolos aber auch extra auf Seite gelegt um wieder einen Vergleich, diesmal auf 40m, auszuschießen!
      Dabei werde ich die sortierten Diabolos (alle 0,57g +-0,001g) gegen die Aussortierten (Ausreißer wie oben erwähnt) und "Random aus der Dose" verschießen.

      Entsprechend der momentanen Situation rund um die CoV19-Problematik habe ich in absehbarer Zeit leider nicht die Möglichkeit diesen Test auf unserer 50m Bahn (Indoor) durchzuführen. Ich werde aber gern hier, sobald es möglich ist den Test durchzuführen, weiter darüber berichten, falls Interesse besteht.

      Gruß
      Frederik
      :W: eihrauch - Always on the Target!

      " It don't mean a thing if it ain't got a spring! " :thumbup:

      - Field-Target-Team Kölschhausen -
    • Kosinuss-Vieh wrote:

      Fast möchte ich wetten das die Wiegerei und das sortieren der Diabolos in keinem Verhältnis zu den Schussgruppen stehen wird. ;)
      Meiner Meinung nach ist die Genauigkeit der Kopfmaße entscheidender. Allerdings auch nicht so ausschlaggebend das es sich lohnen würde das zu messen und zu sortieren. Es soll ja FT Schützen geben die schiessen aus der Dose und spielen ganz oben mit. 8o
      Aber schön das Du es versuchst und uns teilhaben lässt. :thumbsup:
      Das Wiegen hat mit allem fast 1 1/2 Stunden gedauert!
      Das Kopfzerbrechen, ob das überhaupt einen Sinn macht aber schon mehrere Wochen! :D
      Ich möchte es einfach mal ausprobieren und Erfahrungen damit sammeln.
      Auch wenn es nichts bringen sollte, ist man wieder schlauer geworden und man kann eine "Fehlerquelle" ausschließen.
      Wenn es etwas bringen sollte, werden ein paar Tage vor einem Wettkampf die Dia's gewogen. ;)

      Bisher habe ich auch immer direkt aus der unsortierten Dose geladen und manchmal gut und manchmal auch schlecht getroffen.

      GeckoR wrote:

      Ich finds auch gut das jemand experimentiert.
      Ich wollte es einfach mal wissen. :)
      Es gibt so viele Kleinigkeiten, die wenn man sie summiert, doch schon einen großen Einfluss haben können.
      Planlos geht mein Plan los.
    • Bruchpilot75 wrote:

      Ich bin vor allem auf die Chronytests gespannt, die sortierten Dias sollten ja theoretisch eine konstanter V0 produzieren.
      Also um die Konstanz einer Waffe zu testen ist es sicher ratsam die Dias zu wiegen.
      Danke Markus! :)

      Auf den Chronytest freue ich mich auch schon!
      Mit sortierten Dia's sollten die Chronywerte die tatsächlichen Schwankungen der Waffe wiedergeben.
      Ich finde die Schwankungen, die durch verschiedene Dia- Gewichte schon enstehen, schon heftig.

      Ich freue mich auch schon auf die verschiedenen Test's. :)
      Planlos geht mein Plan los.
    • Bevo du dich auf das Gewicht stürzt ... hat das Kopfmaß nicht einen größeren Einfluss als das Gewicht. Da sortieren doch auch einige Wettkampfschützen.
      LG Oliver

      Diana Stormrider, Weihrauch HW30S, HW35
      Umarex H&K G3 6mm, Umarex Glock 17 Gen5 6mm CO2

      ... und ich lächelte und es kam schlimmer!
    • Du solltest bei der Gruppe mit der größten Anzahl gleich, oder fast gleich schwerer Diabolos anschließend noch nach Kopfmaß sortieren. Mit der größten übrig gebliebenen Gruppe kannst Du am besten die Konstanz der V0 testen. Ich glaube AirGandhi hatte da ein Video zu gemacht. Bin mir aber nicht 100%ig sicher.
    • Kriegshammer wrote:

      Bevor du dich auf das Gewicht stürzt ... hat das Kopfmaß nicht einen größeren Einfluss als das Gewicht.
      Hallo Oliver,

      natürlich sollte als erstes immer getestet werden, welcher Diabolo am besten zu der Waffe passt bzw. am besten trifft.
      Nachdem das geschehen ist, fängt man an, die verschiedenen Produktions- Chargen zu testen und eben auch die Dia's zu wiegen.

      Bei manchen Diabolo's gibt es verschiedene Kopfmaße. JSB zb. bietet ihre Dia's mit 4,50, 4,51, 4,52 und 4,53 mm an.
      Dann gibt es auch noch verschiedene Gewichte mit den RS, Express, Exact, und Heavy.

      Es gibt aber auch Hersteller, die für ihren Diabolo nur ein Kopfmaß und nur ein Gewicht produzieren.
      RWS Superdome zb. gibt es nur in 4,50 mm mit 0,54g.

      Alle habe aber etwas gemeinsam. Die Diabolo's habe allesamt eine kleine Gewichtsschwankung, die wie oben beschrieben ausfällt.
      Es hat auch schon ein paar Schützen gegeben, die nicht nur nach Gewicht sortieren sonder sogar noch das Kopfmaß überprüfen. Auch da gibt es Schwankungen.
      Manch pressen die Dia's auch noch selber nach, mit einem speziellen Werkzeug.
      Zu guter letzt ölen manche ihre Diabolo's auch noch.

      Dia ist nicht Dia und jedes Gewehr und jeder Lauf ist anders.
      Da das richtige Setup zu finden ist eine sehr mühsame Arbeit.

      Dem Hobbyschützen reicht es wahrscheinlich, wenn er aus einer mittleren Entfernung ein größeres Ziel treffen kann.
      Dazu reicht es in den meisten Fällen aus, irgendein günstiges Diabolo zu laden.
      Wer aber etwas ambitionierter ist und auch bei Wettkämpfen eine gute Platzierung erreichen möchte, muss sich etwas mehr Mühe machen und viele Dinge testen, bis er das Optimum erreicht.
      Planlos geht mein Plan los.
    • Meine Erfahrung zum wiegen ist folgende:

      Unnötig.....

      Da kommt es eher aufs kopfmaß und einen nicht beschädigten Kelch an...... Das ist wichtig!

      Ich habe es Wochen lang getestet und Dias abgewogen.... 0,535 bis 0,552 g...... Mit dem Ergebniss, dass sie eigentlich gleich flogen.....

      Da bin ich hinter der Waffe ein viel größerer Fehler als 0,002g gewichtsabweichung...... :D

      Und waschen und ölen erachte ich auch für sinnvoller als wiegen.
    • Kopfmaß und Härte bzw Weichheit des Bleis sind entscheidender.
      Aber rein aus Spaß an der Technik, ... bestimmt interessant.
      Wenn es eine größere Rolle spielen würde, würde ich mir eine automatische Sortieranlage bauen, die nach Gewicht selektiert.

      Aber die Auswirkungen sind nicht relevant genug, als daß sich das lohnen würde.

      Gruß Play
      Feinwerkbau: (FWB 600, 601,602, 603, 300S, 65, 100, 150), Steyr 110, Anschütz SA 2001, Walther: (LGM2, LG90, LGR, WLA, P88), AR20, Air Magnum, Single, Weihrauch: (HW30, HW77, HW40, HW 75), Colt ((CO2):1911, M45 CQBP, SAA), Umarex: (MP40, C96, HPP, SA177), Smith & Wesson: ((CO2): 586, Chiefs Spezial), GSG: (M11, CP1-M, CR600W, PR900W, P08), Crosman: (2240, 1377), Norconia: (P1, QB78d), Diana: (D75, Stormrider, Chaser), Jandao (Tomahawk, Chase Star, Pony)
    • Top Idee. Ich würde mir gleich 2 bauen falls ein kaputt geht.

      Evtl sollte man dann noch über eine Maschine nachdenken die irgendwie den Herzschlag neutralisiert oder gar das Herz anhält für die Zeit vom Zielen und dem Schuss.
    • Herz und Atemkontrolle:
      Das sollte man selbst schaffen können. Manche vieleicht länger. ;)

      Ölen:
      Ist wohl eine Glaubenssache. Bleischicht, Reinigen, Ölen.

      Muß jeder selbst entscheiden.

      Gruß Play
      Feinwerkbau: (FWB 600, 601,602, 603, 300S, 65, 100, 150), Steyr 110, Anschütz SA 2001, Walther: (LGM2, LG90, LGR, WLA, P88), AR20, Air Magnum, Single, Weihrauch: (HW30, HW77, HW40, HW 75), Colt ((CO2):1911, M45 CQBP, SAA), Umarex: (MP40, C96, HPP, SA177), Smith & Wesson: ((CO2): 586, Chiefs Spezial), GSG: (M11, CP1-M, CR600W, PR900W, P08), Crosman: (2240, 1377), Norconia: (P1, QB78d), Diana: (D75, Stormrider, Chaser), Jandao (Tomahawk, Chase Star, Pony)