Anschütz 250 - Wartung

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    • Anschütz 250 - Wartung

      Mein neues Projekt: Wartung einer (oder 2?) Anschütz 250

      Ich habe von einem ehemaligen Anschütz-Mitarbeiter 2 Anschütz Luftgewehre erhalten.
      Auf den ersten Blick sieht das erste LG wohl aus wie ein Anschütz 380 LG, aber es
      handelt sich wirklich um zwei Anschütz 250.
      Wobei die ältere der zwei 250er perfekt in einen 380er-Schaft eingepasst wurde.



      Das ältere Luftgewehr, ich nenne es mal Version 1, hat keine „F“-Kennzeichnung,
      das neuere LG (Version 3) ist mit einem „F“ gekennzeichnet.
      Beide Luftgewehre sind oben längs auf der Systemhülse mit „Anschütz-Match Mod. 250“ beschriftet.




      Technische Daten (wie abgebildet):

      Version 1Version 2Version 3
      Seriennummer425xx795xx
      F-Zeichenohnevorhanden
      Kalibercal. 4,5/.177cal. 4,5/.177
      Gesamtlänge109 cm116 cm
      Lauflänge425 mm470 mm
      Gesamtgewicht4,65 kg4,85 kg
      Vomax. 170 m/s(laut Bedienungsanleitung



      Der Unterschied der beiden Versionen wird erst richtig sichtbar, sobald man den Schaft entfernt und
      die beiden Systeme nebeneinander legt.



      Die zwei Versionen haben recht wenig miteinander gemeinsam



      Erst wenn man neben die Version 1, das Vorgängermodell Anschütz 220 legt,
      gibt es schon deutlich mehr Gemeinsamkeiten.





      Neben diesen beiden Versionen der Anschütz 250 gibt es noch eine weitere Version.
      Diese ist in der originalen Bedienungsanleitung abgebildet und war die erste Serien-250er (Version 2).






      Auszug aus der originalen Bedienungsanleitung:

      „Durch hydraulischen Rückstoßminderer wird der Federstoß (Rückstoß) nicht spürbar. Der Aufschlag des sich in einem gehärteten und geschliffenen Luftzylinder bewegenden Kolbens wird durch eine sinnreiche Hydraulik (ähnlich wie bei Autostoßdämpfern) so eliminiert, daß die Waffe beim Abschuß erschütterungsfrei und im Ziel bleibt. Der Schütze kann genau sagen, wie er abgekommen ist.

      Das Anschütz-Match-Luftgewehr hat eine Geschoßgeschwindigkeit (Vo) von max. 170 m/sek. Mit dieser für ein Match-Luftgewehr idealen Vo erzielt man in Verbindung mit dem schmier- und wartungsfreien Luftzylinder und des Stahlkolbens mit verschleißfestem Kolbenring einen stets gleichbleibenden Geschoßdruck und somit beim Schießen keine Veränderung der Trefferlage“


      Fortsetzung folgt …

      :winke:


      PS:
      Falls mir jemand die technischen Daten der Version 2 zur Verfügung stellen kann, bitte per PN an mich,
      dann könnte ich obrige Tabelle vervollständigen.
      Danke!
      Grüße
      WilderSüden
      - - - - - - - - - -
      Anschütz: LP 100, LG 220/250/275/335/335 Magnum

      Diana: LP 5G, LG 25D/35/46E/60/65/66/75/HV/T01/ST01/UT01/100 Vers.2
      Feinwerkbau:
      LP 65/65K/80/100/102, LG 150T/300/300S Universal/600/601/602/603/700 Evolution Plus
      Walther: LG 55/LGV/LGR Weihrauch: LG 25D/35/35E/55T/85K
    • Das Gewehr 1 ist kein 250 sondern vermutlich ein modernisiertes 220.
      Wobei das berühmte Gewehr von Gerhard Kümmet gar kein 220
      war sondern ein 250 im Schaft vom 220.
      Und jetzt ein Nicht-250 im Schaft vom 380? Schon seltsam.

      Also ich wollte schon immer mal ein 220 zum 250 umbauen.
      Wusste nicht daß es das in Serie gab. ( Ist das Serie? )

      Der Unterschied wäre ein Verzicht auf die Ladehilfe bei geändertem Ladetor
      ( so wie das 250 eines hat ) so daß man sie nicht braucht.
      Also ein in die Hülse verlängerter Lauf wie beim 250 oder FWB 150/300.


      Ich vermute mal das Gewehr ist das Original vom Gerhard Kümmet das er
      in einen Schaft vom 380 eingebaut hat.
    • @Büroklammer

      Also ehrlich gesagt, kann ich da nicht viel dazu beitragen und auch
      den genannten Herr Kümmet kenne ich nicht, der hat mir noch kein Bier ausgegeben :n12:
      Meiner Meinung nach ist das LG (Version 1) jedoch keine umgebaute 220,
      sondern eine der ersten 250er, so wie es auch auf der Systemhülse eingraviert ist.
      Bereits mit einem Laufkegel ausgestattet um das Diabolo einzulegen (wie auch bei der FWB 150/300)



      und auch die Kompressionshülse ist keine 220er mit den umlaufenden Rillen,
      sondern bereits mit der Kompressionshülse der 250er ausgestattet.



      Wie der Kolben aussieht wird sich nach dem Zerlegen noch heraus stellen.

      Alles Weitere wäre auch nur Spekulation :sleeping:


      Eigentlich wollte ich vor dem Zersägen des LG (Version 1), das LG weder Spannen, noch Abschlagen,
      um dadurch entstehende Beschädigungen zu vermeiden. Äh, natürlich nicht Zersägen sondern Zerlegen! :D

      Wenn das LG jedoch nach dem Zerlegen und dem Zusammenbau nicht mehr funktioniert, weiß ich nicht,
      ob es schon vorher nicht funktioniert hat oder ob ich einen Fehler beim Zusammenbau gemacht habe und
      auf Hilfe kann ich da wohl weniger hoffen. ;(

      Also habe ich das LG wieder in den Schaft eingebaut, gespannt, Dia eingelegt und wollte dann den Spannhebel
      wieder schließen – Sch…. :cursing: Spannhebel läßt sich nicht mehr schließen.

      Also, zur Sicherheit ein Stück Holz in die Ladeluke vor die Kompressionshülse eingelegt und das System
      aus dem Schaft entnommen, Holzstück entnommen, funktioniert leider trotzdem nicht. ?(

      Erst nach manueller Betätigung der Sicherung konnte ich den Spannhebel wieder nach vorne bewegen,



      jedoch ist der Kolben ebenfalls wieder nach vorne gegangen und das Sytem ist somit nicht gespannt.

      Zweiter Versuch, Spannhebel nach hinten gezogen, Spannhebel wieder geschlossen – juhu es funktioniert – :thumbsup:
      und erfolgreich abgeschlagen.

      Es folgt der Geschwindigkeitstest:

      160,2 – 160,9 – 160,7 – 157 – 159,1 – 158 – 157,9 = Durchschnitt von 159,1 m/s

      159,1 m/s entspricht mit Field Target Trophy mit 0,56g = 7,09 Joule
      (die eingebaute Laufdichtung ist noch asbach uralt!)



      Nachfolgend noch einige Fotos der Anschütz 250, Version 1:










      Fortsetzung folgt ...

      :winke:
      Grüße
      WilderSüden
      - - - - - - - - - -
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      So, nun geht es mal wieder weiter :)

      Da die Version 3 der Anschütz doch öfters vertreten ist und mir bei dieser Version
      jemand doch eher unter die Arme greifen kann, werde ich die Wartung auch mit dieser Version (3) beginnen.


      Zerlegen der Anschütz 250, Version 3:

      • Wie immer, Safty first: Waffe entladen und entspannt!
      • Danach Diopter und Korntunnel abgeschraubt und System aus dem Schaft genommen.
      • Vordere und hintere Befestigungsschraube der Abzugsschiene entfernt und Abzugseinheit abgenommen

      • Auch die vordere Kornschiene abmontiert, gesichert mit 3 Schlitzschrauben und 2 Zylinderstifte,
        abgedrückt mit 2 Kunststoffkeilen.

      • Als nächstes die Spannstange ausbauen. Dazu den Sicherungsring am Exzenterbolzen entfernen,
        Exzenterbolzen heraus ziehen und die Spannstange kann nun aus der Kompressionshülse ausgehakt und entfernt werden

      • Da ich nicht wusste, wie stark die Spannfeder auf das Kopfstück drückt, habe ich vorsichtshalber
        das System in meine Spannvorrichtung eingespannt.
        Und dann erst den Zylinderstift heraus getrieben, welcher das Kopfstück mit dem Spannhebel gehalten hat.

      • Nun noch die Schlitzschraube an der Unterseite entfernt

      • Und nach eindrücken des Sperrschiebers kann das System entspannt und der gesamte innere Mechanismus aus dem System entnommen werden

        Die Spannfeder ist gebrochen ;(
      • Nun noch die Kompressionshülse aus dem System schieben und den Kolben aus der Kompressionshülse herausziehen

      Die Aktion war eigentlich recht einfach :thumbsup:

      Nun werde ich mir noch den Luftkolben und die Ölbremse genauer betrachten und zerlegen,
      bevor ich dann mit der Reinigung und Überholung der einzelnen Komponenten beginne.


      Fortsetzung folgt …

      :winke:
      Grüße
      WilderSüden
      - - - - - - - - - -
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      Ich habe mir heute mal die Ölbremse (nennt sich nach Einzelteilliste: Hydraulik-Zylinder) vorgenommen.
      Nach dem Ausbau habe ich gesehen, dass meiner (Hydraulik-Zylinder :D ) leckt bzw. Öl verliert.
      Zum Zerlegen genügt ein passenden Stirnlochschlüssel und ein Schraubendreher (Schlitz).



      Also zuerst einmal 2 Sicherungsscheiben gelöst, um den Zylinder von dem Verschlußstück zu trennen.
      Anschließend den weißen Gleitring aus der Nut gehoben und abgezogen.
      Mit dem Schraubendreher kann man nun die Ölablaßschraube heraus drehen und das Öl ablassen.



      Jetzt noch mit dem Stirnlochschlüssel den Deckel abschrauben und
      zum Vorschein kommt dann schon mal die erste Dichtung, im Deckel verbaut



      Stange mit der mittigen Kolbenscheibe herausnehmen.



      Beide Dichtungen sind nicht mehr elastisch, sondern steinhart und zerbröseln bereits.



      Simpel - einfach aufgebaut :thumbsup:




      Neue Stangendichtungen und O-Ring sind bereits bestellt (beides Normteile) und
      das Hydrauliköl hole ich nächste Woche direkt beim Hersteller um die Ecke.

      :winke:
      Grüße
      WilderSüden
      - - - - - - - - - -
      Anschütz: LP 100, LG 220/250/275/335/335 Magnum

      Diana: LP 5G, LG 25D/35/46E/60/65/66/75/HV/T01/ST01/UT01/100 Vers.2
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      Walther: LG 55/LGV/LGR Weihrauch: LG 25D/35/35E/55T/85K
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      Zu guter Letzt noch die Federhülse zerlegen.

      Auf dieser steckt von vorne die Spannfeder drauf und
      hinten ist die Federhülse formschlüssig mit der Ölbremse verbunden.
      Zieht man vorne die Spannfeder von der Federhülse ab, merkt man, dass die Spannfeder
      durch die zwei seitlichen Dämpfungsfedern beim Herunterziehen gehemmt wird.



      Den Fangschieber kann man nun einfach aus der Federhülse entnehmen, anschließend die zwei Dämpfungsfedern
      zusammen drücken und vorne einen Stahlring und die kurze Feder herausklopfen.



      Nach dem Entnehmen der zwei Dämpfungsfedern kann man nun auch den zweiten Stahlring einfacher entnehmen.



      Jetzt noch die 2 weißen Gleitringe abnehmen



      Und zum guten Schluss noch den Federring abdrücken, welcher die Feder für den Fangschieber fixiert



      Ich habe sogleich alle Einzelteile gereinigt, leicht geölt und wieder in umgekehrter Reihenfolge zusammen gebaut.
      Beschädigungen sind keine sichtbar, die komplette Federhülse ist somit wieder einsatzbereit :thumbup:



      Fortsetzung folgt …

      :winke:
      Grüße
      WilderSüden
      - - - - - - - - - -
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