Smith & Wesson M&P9 M2 Umarex cal .43 T4E

    • Smith & Wesson M&P9 M2 Umarex cal .43 T4E

      Member Necronomicon bat mich vor ein paar Tagen, einen Test über diese relativ neue Pistole zu machen, dem ich hiermit gerne nachkomme.

      Die Entscheidung, meine erste T4E-Waffe zu kaufen war schnell und spontan. In der Vergangenheit hatte ich bereits mit verschiedenen Schreckschuss- und scharfen Waffen, u.a. 9 mm, 7.62 Gewehr, .22 lfb sowie Luftgewehr geschossen, und nach vielen Jahren hatte ich nun einfach mal wieder richtig Bock, ohne die Bürde einer WBK usw. eine schussfähige Waffe zu besitzen und damit zu schießen, sei es zu Hause auf Scheiben oder vielleicht irgendwann mal mit Paints oder Kreide in einem Spiel.

      Wichtiger Hinweis: Dieser Testbericht erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, Wissenschaftlichkeit oder sonstiges Gedöns. Er spiegelt lediglich meine ersten Eindrücke mit diesem Produkt wieder, wobei ich keinerlei Verbindung zur Firma Umarex habe und die Waffe als regulärer Endverbraucher im Handel erworben habe.

      W
      as man bekommt:

      Die Waffe wird in dem bereits bekannten, stabilen und ausgeschäumten Umarex Hartschalen-Pistolenkoffer geliefert. Das ist eine tolle und nicht selbstverständliche Sache.
      Eine Lasche zum Abschließen hat der Koffer am Griff.
      Dabei ist natürlich ein Magazin, das bereits in die Waffe eingeschoben ist, eine Putzschnur, eine weiche und eine harte Magazinfeder (jeweils für Soft- und Hardballs), ein Inbusschlüssel zum Festziehen der CO2-Patronen im Magazin, sowie ein Ersatz-Halter aus Kunstoff, der die Feder unten im Magazin fixiert. Diese kleinen Halter sind ziemlich nervig, wenn man die Feder tauschen will. Zu gerne springen sie einem beim Wegschieben des Magazinschuhs auf Nimmerwiedersehen davon.



      Die auf dem Foto abgebildeten zusätzlichen Magazine (eines davon Emergency) habe ich separat dazu bestellt. Sie sind also standardmäßig nicht mit dabei.
      Was man, zumindest in Deutschland, ebenfalls standardmäßig nicht mitgeliefert bekommt sind die beiden zusätzlichen, auswechselbaren Griffrücken, um die Ergonomie der eigenen Hand optimal an den Griff angleichen zu können. Meines Erachtens kann man da auch ganz gut drauf verzichten – siehe unten.


      Aussehen und Haptik:

      Bezüglich Aussehen und Gewicht möchte ich mich hier kurz fassen. Jeder, der sich eingehender mit RAMs oder T4Es beschäftigt hat weiß, dass die Waffen ihrem scharfen Pendant so ähnlich sehen, dass sie zumeist nur von einem Experten unterschieden werden können.
      Auf meiner Küchenwaage wiegt die Pistole mit Magazin 768 und ohne Magazin nüchterne 520 Gramm. Das liegt daran, dass der eigentliche Core mittlerweile im Magazin-Oberteil integriert ist.
      Dieses Detail hat einen entscheidenden Vorteil: Geht die Waffe kaputt, muss zumeist nur das Magazin getauscht werden. Das hält die Instandhaltungs-Kosten klein.
      Mit dem Emergency-Magazin dürfte das Gewicht noch um ein paar Gramm höher ausfallen.

      Bereits mit dem Standard-Griffrücken liegt die Waffe satt in der Hand. Der Grip der Riffelung ist top – man meint fast, die Hand wachse mit der Waffe zusammen :)
      Die schussbereite Waffe in der Hand ist dazu sehr gut ausgewogen. Der Schwerpunkt liegt unter dem hinteren Ende des Abzugbügels (dort, wo üblicherweise der Mittelfinger ruht).
      Kimme und Korn sind mit orangefarbenen Markierungen abgesetzt, auch hier gibt es nichts zu bemängeln. Zudem gibt es eine Feinjustierung für die Kimme nach links oder rechts.


      Technik:

      Wie bei allen Waffen aus dieser Reihe muss man, wenn es ins Detail geht, natürlich meilenweit vom echten Vorbild abrücken, oder anders gesagt, man muss Bereitschaft dazu zeigen.
      Dass der Schlitten nur zur Hälfte zurück fährt und sich dabei allein mit den Fingernägeln nach hinten ziehen lässt, ist nur einer von mehreren Aspekten.
      Es gibt eine integrierte Abzugsicherung, Verschlussfanghebel und einen Auswurfknopf fürs Magazin, der mit dem Daumen betätigt wird. Ein Linkshänder muss dazu seinen Zeigefinger bemühen.
      Was ich toll finde ist, dass das Magazin durch seine Feder, beim Auswurf gut einen Zentimeter weit heraus springt. Das macht den Wechsel flüssig und schnell.

      Damit kommen wir zu den negativen Seiten dieser Pistole – eigentlich ist es für mich nur eine nennenswerte: Der Abzug treibt einem die Tränen ins Auge.
      Wer jemals als Sportschütze mit einem Match-Abzug geschossen hat, oder selbst mit einer Polizei- oder Militärpistole, wird es kaum fassen können, dass das Abzugsgewicht hier bei gefühlten 700 Gramm liegt. Das entspricht beinahe dem Gesamtgewicht der Waffe, die man in der Hand hält.
      Der Auslösepunkt liegt fast am Griff - gerade das hätte sich bei der Entwicklung der Waffe bestimmt und einfach besser lösen lassen.
      Zudem variiert das Abzugsgewicht stark mit dem Füllgrad des Magazins: Je voller dieses ist, desto schwerer ist der Abzug. Das liegt daran, dass mit jedem Abziehen die Kugel aus dem Magazin in den Lauf befördert wird. Dabei wird klar, dass es zusätzlich Kraft braucht, um bei vollem Magazin durch dessen Feder-Gegendruck mehr Widerstand zu überwinden.
      Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass man sich an das Verhalten des Abzugs gewöhnen kann. Wenn man sich erst einmal damit angefreundet hat, wird man schon beim Beginn des Zielens den Abzug weit genug durchziehen, um die Waffe im Anschlag nicht mehr zu verreißen. Mit Realitätsnähe hat das allerdings nichts zu tun.
      Wahrscheinlich werde ich demnächst versuchen, von der harten komplett auf die weiche Magazinfeder umzusteigen, um die Bandbreite beim Abzugsgewicht etwas zu reduzieren. Für Paints und Chalkballs braucht man sie ohnehin, und vermutlich funktioniert sie auch ganz gut mit den Plastik- bzw. Gummi-Geschossen.


      D
      er Schusstest:

      Geschossen wird auf eine 14er Pistolenscheibe, auf 5 Meter Distanz.
      Als Kugelfang dient eine 8 cm starke, hochverdichtete PU-Schaumplatte mit beidseitiger Aluminiumkaschierung, so wie sie zum Dämmen von Kellerdecken verwendet wird. Mit dieser kann dann auch gleich die Penetration bewertet werden:


      Wer schon einmal versucht hat, mit einem stumpfen Gegenstand wie einem 11 mm Rundstab so eine Platte mit der Hand zu durchstoßen weiß, wieviel Kraftaufwand dafür nötig ist.

      Zum Einschießen zunächst 4 Schuss Rubberballs, dann 4 Schuss Powerballs (die blauen).
      Anschließend noch 3 Magazine Rubber, um zu sehen wie sich der CO2-Verbrauch aufs Schussbild auswirkt:

      Na ja, da geht sicher noch was. Also Kimme justiert und weiter geballert.

      Am Ende sind gut dreieinhalb Magazine in der (zweiten) Scheibe, und ich finde, das Schussbild kann sich für diese Art Waffe durchaus sehen lassen - vor allem unter Berücksichtigung, dass ich immer 1-2 Schuss brauchte, um das wegen dem CO2-Verbrauch nach unten gehende Schussbild wieder zu korrigieren:


      Nun natürlich noch die Antwort auf eine Frage, die viele Leser interessieren dürfte: Wie ist die Durchschlagskraft?
      Wir sind wie gesagt bei 5 Metern Schussdistanz. Die schwarzen Rubberballs stoppen bei etwas über 5 cm im Auftreffmedium:


      Bei den Power Balls liegt man da schon deutlich darüber: im Schnitt um über 2 cm, also über 7cm Eindringtiefe:


      Ich kann mir gut vorstellen, dass noch schwerere Geschosse diese Platte durchschlagen würden. Das Ganze dann eben zu Lasten der Reichweite.

      3-4 Magazine bekommt man mit einer CO2-Patrone recht ordentlich verschossen, wobei beim vierten dann doch schon spürbar nach oben gehalten werden muss. Für einen gescheiten Spaß reicht es allemal.


      Fazit:

      Für mich sicher eine der besten Waffen aus der T4E-Reihe von Umarex, was den Fun-Faktor angeht. Dazu sieht sie noch sexy aus, liegt gut in der Hand und liefert ein ordentliches Schießergebnis. Auch der Preis ist stimmig.
      Nebenbei bemerkt, gibt es für mich keinen Grund, rund EUR 500,- für ein T4E-Gewehr wie das HK416 auszugeben, nur um dann festzustellen, dass die V0 tendenziell niedriger liegt als bei dieser Pistole. Wobei eine solche Entscheidung natürlich noch von anderen Faktoren geprägt sein sollte (entsprechendeTests der genannten Waffen mit Chrony findet man bei YouTube).
      Also: Klare Kaufempfehlung – 8 von 10 Punkten auf meiner Skala!

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