Fragen zur Schaft Restaurierung

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    • Fragen zur Schaft Restaurierung

      Hallo,

      Habe preisgünstig ein Haenel 310 bekommen. Dazu habe ich mir bei Egun einen zweiten Schaft ersteigert. Diesen möchte ich versuchen zu restaurieren und bei gefallen gegen den jetzigen zu tauschen. Ich habe vor dem Schaft eine andere Farbe zu geben, evtl einen Grauton oder auch einen grünton. Dabei soll die Holzmaserungbsichtbar unbedingt bleiben.
      Folgende Fragen habe ich dazu.

      1. Wie genau funktioniert das wässern zwischen dem schleifen? Wie nass muss das sein bzw. Wie genau geht das?

      2. welche beize ist zu empfehlen? bzw. Mit was am besten färben?

      3. nach dem beizen / Färben Ölen? Mit Lasur drüber? Was ist da empfehlenswert? Lack möchte ich nicht verwenden. Mit welchen Produkten habt
      ihr gute Erfahrungen gemacht?

      Bin über jeden Tipp dankbar und werde dann auch mit Fotos berichten.

      Grüße
      Thomas
    • -Wässern reicht mit einem Schwamm oder Blumensprüher zu. Der Schaft muss nicht schwimmen. Das ganze geht auch mit Spiritus, der verdunstet schneller. Bei dem ganzen geht es nur darum daß sich die feinen Holzfasern aufstellen.
      -Beize geht jede Holzbeize wobei Spiritusbeize tiefer einzieht.
      -Endbehandlung mit Leinölfirnis 4-5 mal und dazwischen schön trocknen lassen. Deutlich leichter und auch schneller geht es mit Rustin's Danish Oil. Da auch 3-4 mal auftragen, danach ist der Schaft fertig. Keine Lasur oder Lack mehr nötig.

      Viel Spaß ^^
    • Man muss wissen, dass eine Beize in das Holz eindringen muss um zu färben. Die Haenel hat einen lackierten Schaft. Man müsste schon relativ viel vom Holz abschleifen, denn der Lack dringt ja auch in das Holz ein und verhindert ein Eindringen von Beize oder Ölen. Das Ergebnis wird dann reichlich fleckig ausfallen.
      Meiner Meinung ist das schwierig und deutlich aufwändiger, einen einmal lackierten Schaft wieder im Rohzustand zu bekommen, dass Beizen und Ölen problemlos möglich wäre.
      Alternative wäre aber eine gefärbte Lasur.
      Auf jeden Fall ist aber an einem Probestück das zu testen.
      Schöner wäre ein Ölschaft, denn jede Art von Lack hat Nachteile.

      Da du sich offenbar mit Holzbarbeitungen nun gar nicht auskennst, wäre mein dringender Rat es zuerst mit dem schlechteren Schaft zu beginnen.
      Außerdem ist es sehr schwer und mühselig den uralten Lack vom Schaft herunter zu bekommen. Die grobe Arbeit sollte man mit Elektrowerkzeugen machen.
      Der Haenelschaft hat einen kleinen Vorteil: Er hat keine Fischhaut am Pistolengriff, die es zu erhalten gilt.
    • Er hat doch aber extra einen zweiten Schaft besorgt, also warum nicht bisschen probieren :whistling:

      Ja der alte Lack muss vollständig runter. Das merkt man auch beim Wässern wo es saugt und wo nicht... Zur Not als erstes mit Abbeizer Ran und dann schleifen, schleifen bis die Finger wund sind :D
    • Hallo,

      der Lack von alten Haenel-Schäften geht gut mit einer
      Klinge abzuziehen. Ist meist sehr spröde und geht vollständig
      zu entfernen.
      Danach, je nach Zustand mit grober Körnung um 220 schleifen.
      Nass machen. Trocknen lassen.
      Dann 320er Körnung schleifen, nass machen usw.
      400er, 600er je nach Gusto auch feiner weiterschleifen und wässern,
      bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist.

      Wenn Du die Farbe ändern willst, nimm Pulverbeize von Clou.
      Die haben eine große Farbauswahl. Ist preiswert, kann man
      auch mischen.
      Nach dem Beizen habe ich die beste Erfahrung mit Klarlack,
      seidenmatt aus der Sprühdose von der Firma Edding gemacht.
      Wird ein super schönes Finish. Sollte aber einige Tage in Ruhe
      gelassen werden, bevor man es anfasst.

      Alternativ wäre oelen möglich. Da gibt es auch gefärbte Schaftoele
      von Balsin oder Scherells.

      Bekommst Du hier: ballistol-shop.de/Waffenpflege/Schaftpflege_B_S_44_119.html

      liebe Grüsse ... Patrick
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      ¡ No ahorcar Galgos !
    • Hallo Thomas,

      Klasse, das du dich daran wagst, einen Schaft zu restaurieren.

      Was die User hier vor mir geschrieben habe ist alles richtig.
      Ich würde die Abbeizer zum empfehlen, wenn du die alte Lackschicht entfernen möchtest.
      Den Schaft dick mit Abbeizer einstreichen, in eine Plastiktüte einwickeln, damit der Abbeizer nicht trocknet, 45 Minuten warten und dann mit einem Spachtel oder einer scharfen Klinge den angelösten Lack entfernen.
      Eventuell musst du den Schaft 2x mit Abbeizer behandeln.
      Zum Schluss kannst du den Schaft mit Wasser und einer weichen Bürste noch abwaschen.
      Dann musst du weiter schleifen, bis alle Farbreste und auch feine Kratzer verschwunden sind.
      Zuerst kannst du grobes 150er Schleifpapier nutzen und dann immer feiner werden bis 600er oder 800er.

      Wenn alles gut aussieht und der Schaft schön glatt ist, fängst du an mit Wässern.
      Dazu reicht es, wenn du den Schaft mit einem nassen Lappen abwischt.
      Kurz warten und dann mit dem Feinen Schleifpapier wieder glatt schleifen.
      Diesen Vorgang musst du dann solange wiederholen, bis sich beim Wässern keine Holzfasern mehr aufstellen bzw. der Schaft glatt bleibt bei Wässern.

      Wenn das Holz dann trocken ist, kannst du anfangen zu beizen.

      Ich habe gute Erfahrungen gemacht mit den Produkten von Bondex und von Clou.

      deutz13006as wrote:

      Ich habe vor dem Schaft eine andere Farbe zu geben, evtl einen Grauton oder auch einen grünton.
      Diesen Farbton habe ich mit Clou Pulverbeize Dunkelgrau bekommen.
      Du kannst die Beize natürlich auch mischen, um einen anderen Farbton zu bekommen.
      Wenn das Grau dunkler werden soll, kannst du Schwarz hinzu mischen.
      Das Schwarz ist aber sehr dominant. Wenn du mischen möchtest, würde ich vielleicht mit 10- 15 % Schwarz zu der grauen Beize anfangen. Wenn du 1/3 Schwarz und 2/3 Dunkelgrau nimmst, bekommt das Holz schon eine sehr dunkle Farbe.

      deutz13006as wrote:

      2. welche beize ist zu empfehlen? bzw. Mit was am besten färben?
      Es gibt fertige Beize zb. von Bondex oder von Clou, wo das 250 ml Fläschchen etwa 9€ kostet.
      Günstiger ist Pulverbeize, die du in 250 ml heißem Wasser anrührst.
      Die gibt es auch von Bondex und von Clou und kostet etwa 3-4 € das Päckchen.
      Bei Pulverbeize hast du meistens auch mehr Auswahl an Farben.

      deutz13006as wrote:

      3. nach dem beizen / Färben Ölen? Mit Lasur drüber? Was ist da empfehlenswert? Lack möchte ich nicht verwenden. Mit welchen Produkten habt
      ihr gute Erfahrungen gemacht?
      Was man immer gut als Versiegelung nehmen kann ist Leinölfirnis.
      Das dringt in das Holz ein, und versiegelt sehr gut.
      Wenn du davon 5 Schichten aufträgst ( 1x Täglich ), hat du einen seidenmatten Schimmer auf dem Schaft.
      Leinölfirnis hat auch noch den Vorteil, das es das Holz härtet.

      Manche nehmen auch ein Hartöl, welches gut funktionieren soll und wohl auch etwas mehr Glanz gibt.

      Wenn du es Hochglänzend haben möchtest, kann man Tru- Oil oder Schellack nutzen.

      Wenn du noch weitere Informationen benötigst, kannst du hier noch einiges nachlesen:
      co2air.de/thema/106736-hw30s-tagebuch-vom-umbau/?pageNo=1

      Dort habe ich ein paar Schäfte renoviert und mit Abbeizer, Beize, Leinölfirnis und mit Tru- Oil gearbeitet.
      Planlos geht mein Plan los.
    • Hallo,

      Ich sage schon mal danke für die vielen Ratschläge.
      Der schlechtere Schaft ist der, den ich ersteigern könnte. Mit dem fange ich natürlich an.
      Sobald ich angefangen habe gibt es auch Bilder davon.

      Vielleicht kann mir noch jemand sagen aus welchem Holz die Schäfte vom 310 sind ?

      Grüße
      Thomas
    • ja , buche.

      immer noch besser als der plastekram von heute.

      buche findest du so ab 1870-1880 die ersten an waffen. nußbaum wurd da sachon langsam teurer.
      es gibt sogar in schweden schäfte aus birke, damals.

      buche ist halt günstig und vor allem verfügbar......, sieht immer ähnlich aus und läßt beim endlackieren leichter ein gleichmäßiges ergebnis in der serienfertigung zu.

      gruß edwin
      INVICTUS