D-Fence SHOTMASDR Schießcontainer

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Hallo zusammen,

      ich vertrete den Hersteller PRS, auf den hier mehrfach Bezug genommen worden ist. Rund um das Thema "Schießerlaubnis" und "Schießstand" ranken sich viele Mythen. Ich habe mich in unserem Verein vor 4 Jahren erstmals des Themas angenommen und seit gut zwei Jahren haben wir einen eigenen Schießstand in Containerbauweise in Betrieb.

      Floppyk wrote:

      :laugh:
      Die Auflagen für einen Schießstand sind hoch. Und eine Schießgenehmigung innerhalb eines privaten Gartens mit scharfen Waffen kannst vergessen.
      Nicht unbedingt. Eine gewerblich genutzte Anlage ist wohl eher nicht möglich. Eine rein private Anlage oder auch eine von einem gemeinnützigen Verein genutzte ist zumindest vom baurechtlichen Standpunkt aus grundsätzlich möglich. Die nötige Anlage (die kleinste hat eine Grundfläche von ca 2,5 x 12 Metern) muss halt baurechtlich genehmigungsfähig sein. Mit der Schießerlaubnis nach WaffG hat das nichts zu tun. Alleine hier in Aachen gibt es m.W. 11 Anlagen auf Privatgrundstücken (die meisten sind unterirdische Röhrenanlagen).

      Floppyk wrote:

      Es gibt neben baurechtlichen Forderungen vier Probleme:
      Geräuschemission
      Lüftung
      Schießgenehmigung
      Versicherung

      Außenanlagen werden kaum noch genehmigt, weil die naturgemäß ein Problem mit dem Krach haben, zudem ist die Absicherung gegen unbefugtes Betreten aufwändig.
      Innenanlagen haben das Problem nicht, aber die Anforderungen an die Lüftung ist immens. Da werden Luftbewegung gemessen und die Filteranlage ist groß bemessen, weil ein großer Luftdurchsatz sichergestellt sein muss.
      In Wohngebieten dürfte die Behörde sich querstellen eine Schießgenehmigung zu erteilen.
      Letztlich sind Gutachten erforderlich. Da sollte man auch mal klären, ob sich für das Vorhaben ein Schießstandsachverständiger findet. Ohne Gutachten gibt es auch keine Schießgenehmigung.
      Betreiber von Schießstätten brauchen eine Haftpflichtversicherung. Während Vereinsanlagen noch günstig über besondere Verträge über den Verband versichert werden, ist das bei verbandslosen Anlagen teuer.

      Möglicherweise gibt es aber ein Schlupfloch. Denn für Schießstände zur Erprobung gelten andere Regeln. Aber das dürfte privat auch schwierig werden.

      Aber berichte bitte mal.

      Nachtrag:
      Hast du denn schon Erlaubnisse für erlaubnispflichtige Schusswaffen? Wenn nicht, kannst du diese nicht mit privaten Schießen auf eigenem Schießstand begründen.
      Raumschießanlagen sind emissionsschutzrechtlich (BImSchG) privilegiert. D.h. es müssen nur die üblichen Lärmgrenzwerte eingehalten werden (was jede RSA schaffen sollte). Lüftung: Ja, da ist viel Luft zu bewegen. Ist aber mit passenden Ventilatoren gut machbar. Schießerlaubnis: siehe oben. Versicherung: Problemlos. Bietet jede größere Versicherung an und ist, egal ob privat, Verein oder gewerblich, durchaus bezahlbar. Vor allem im Vergleich zu den sonstigen Kosten unseres Hobbys.

      Thiel wrote:

      Ist das überhaupt schon erhältlich ?
      Wenn ja, warum gibt es nur Google Sketchup Zeichungen ? P E I N L I C H

      Solche Schießstandsachen kosten schnell mehrere 10.000 Euro - da kann man ganz schön viel für im Verein ballern :)

      Edit:
      privaterangesystems.com/schie%C3%9Fst%C3%A4nde/

      Da stehen ja Preise.
      In der Tat, wir beginnen gerade erst mit der Produktion privat erschwinglicher RSAs. Die Zeichnung auf der Webseite ist aus dem CAD-System, um einen ersten Eindruck zu vermitteln. Bei uns vor Ort kann man gerne eine in Betrieb befindliche Anlage besichtigen / ausprobieren. Unsere erste eigene Anlage ist derzeit im Bau und auch zu besichtigen.

      Esti wrote:

      Ich hab mir das mal grob angesehen.
      Die Anlage als Containerversion ist in einem 40Fuß High Cube Container verbaut. Die sind maximal 12m innen lang. Aber haben fast 70m³ Volumen.
      Als Schießstand muss das Ding den geltenden Schießstandrichtlinien entsprechen.
      Wäre ja vielleicht möglich.
      Außerdem müssten die Lärmschutzvorschriften eingehalten werden, was bei den Maßen schon schwierig sein könnte.
      Ausserdem brauchst du angesichts der Größe des Containers wohl eine Baugenehmigung.
      Vielleicht ist das alles sogar möglich.
      Nur die Frage ist, was willst du auf 12 Meter schiessen?
      Egal ob sportlich oder jagdlich, es gibt keine Disziplin auf diese Entfernung.
      Und nur für Spassschiessen ist das ein immenser Aufwand. Von dem Geld kann man sehr oft auf einen kommerziellen Stand gehen und hat viel mehr Optionen. Zumal die Kurzwaffe jagdlich eh nicht allzu relevant ist und du zum Langwaffenschiessen dann auf jeden Fall auf einen anderen Stand musst.
      Selbstverständlich gibt es für die Anlagen ein Gutachten eines Schießstandsachverständigen. Ohne kann man keine Schießerlaubnis beantragen. Baugenehmigung: Ja, die braucht man. Antrag muss ein vorlageberechtigter Architekt einreichen. Schußdistanz: Kürzere Schußdistanzen als in der Sportordnung vorgesehen sind möglich, wenn auch die Ziele maßstabgerecht verkleinert wurden. Das muss in Zweifelsfall (Qualifikation für weiterführende Wettbewerbe) mit dem jeweiligen Verband abgesprochen werden. Bisher hat es da keine Probleme gegeben. Bei uns auf dem Vereinsstand (12-Meter-Container) werden offene Vereinsmeisterschaften und Pokalschießveranstaltungen durchgeführt. Jagdlich: da gibt es keine Disziplinen in diesem Sinne. Wir haben viele Jäger im Verein, die auf die kurze Distanz den Fangschuss üben.

      Floppyk wrote:

      Ich habe mal grob nachgeschaut. Die Anlage hat gar keine Lüftung und das wird auch als Option gar nicht angeboten. Gerade die Lüftung ist das Problem bei Raumschießanlagen und die Dimensionierung entscheidet über die dann zugelassenen Kaliber. Ohne Lüftung sind nur Druckluftschießstände genehmigungsfähig.
      Die Lüftung ist auch der Kostenfaktor. Einmal im Aufbau, weil Schützenstand und Kugelfang be- bzw. entlüftet werden müssen. Weil das im Winter schweinekalt wird, muss da auch eine Heizung rein. Und diese gibt sich nicht mit ein paar KW zufrieden. Das auch um Kondenzwasserprobleme zu verhindern.

      Ich benutze unterirdische Raumschießanlagen mit 25 und 100 m Bahnen. Wenn die Lüftung läuft, bekommt man die Zugangstür nur mit zwei kräftigen Armen auf. Wenn das nicht beheizt wäre, könnte man vor zittern auch nichts treffen.

      Ich habe auch davon gehört, dass unsere Kreisjägerschaft den Kugelstand neu bauen wollte. Da lag vor 10 Jahren schon die Kostenschätzung bei 800 k€ - ohne Grundstück.

      Deswegen halte ich einen privaten Schießstand für vollkommen illusorisch, sofern man kein großes Grundstück im Außenbereich und keine guten Beziehungen zur Verwaltung hat.
      Auch Schützenvereine sind auf Mitglieder angewiesen, die als Maurer, Heizungsbauer usw. weitgehend ehrenamtlich arbeiten können. Mit etwas Glück sponsert die Gemeinde das Grundstück oder überlässt es günstiger.
      Natürlich haben die Anlagen eine Lüftung. Die ist standardmäßig dabei. Anders wären die Anlagen gar nicht genehmigungsfähig. Die Anlage wird im Winter beheizt (+20 Grad innen bei bis zu -10 Grad außen) und im Sommer gekühlt (20 Grad innen bei bis zu 45 Grad außen). Ja, das braucht heftige Klimaaggregate. Oder ein System zur Wärme-/Kälterückgewinnung (Hochleistungs-Kreislaufverbundsystem). Das kostet zwar extra, spart aber immens viel Strom und rechnet sich in der Regel in 2-3 Jahren.

      Unterdruck: Wenn man die Türe bei laufender Lüftungsanlage nur mit "zwei kräftigen Armen" aufbekommt, sollte der Schießstand sofort stillgelegt werden. Wenn der Zuluftkanal so klein ist, das dieses Problem auftritt, ist das ein Sicherheitsproblem. Die Leistung der Lüftungsanlage muss mit dem Zuluftquerschnitt in Einklang sein, dann taucht das Problem eines sicherheitsgefährdenden Unterdrucks nicht auf.
    • PS-Gunner wrote:

      Hallo zusammen,

      ich vertrete den Hersteller PRS, auf den hier mehrfach Bezug genommen worden ist.

      Jagdlich: da gibt es keine Disziplinen in diesem Sinne. Wir haben viele Jäger im Verein, die auf die kurze Distanz den Fangschuss üben.
      Doch, es gibt jagdliche Kurzwaffendisziplinen.
      Jagdliches KW-Schießen gliedert sich in die drei Unterdisziplinen Zeitschießen, Fertigkeitsschießen umd Schnellfeuerschießen.
      Ansonsten klingen deine Aussagen ja schon recht gut.
      Ich hätte da noch zwei Fragen zu:
      Ist es auch möglich, aus zwei Containern eine 25m Bahn zu schaffen?
      Und: Butter bei die Fische, was kostet der Spaß? Wo fängt die Preisliste an und wo hört sie auf?
    • Ich wollte ausdrücken, dass es beim jagdlichen Schießen anders als beim sportlichen Schießen keiner genehmigten Sportordnung bedarf. Daher auch keine Diskussion über die Schußentfernung.

      Eine 25 m - Bahn bauen wir gerade auf. Diese besteht aus insgesamt 4 Modulen: Schützenstand (3m), 2 x Abstandscontainer ( 2 x 12 m) und einmal Geschoßfang (3 m). Die an 25 Metern fehlenden 100 cm kommen aus dem Schützenstandmodul (ca 40 cm) und dem Geschoßfangmodul (ca 60 cm). So eine Anlage kostet je nach zulässiger Geschoßenergie ab 200.000€ (netto bei 2.000 Joule) oder 250.000€ (netto bei 4.000 Joule). Das ist dann immer eine voll funktionsfähige Anlage, mit Gutachten, aber ohne Transport und Fundamente.

      Am preiswertesten ist eine 1-Container-Anlage mit 7 Metern Schussdistanz (ca. 100.000€ bei 2.000 Joule). Nach oben kennt das modulare System keine Grenzen. Entsprechend viele Module aneinandergereiht sind auch 100 Meter möglich.
    • PS-Gunner wrote:

      Ich wollte ausdrücken, dass es beim jagdlichen Schießen anders als beim sportlichen Schießen keiner genehmigten Sportordnung bedarf. Daher auch keine Diskussion über die Schußentfernung.
      Ja, das stimmt natürlich. Der DJV ist ja kein Schießsportverband und ist da nicht auf Genehmigung eine Sportordnung angewiesen.
      Und Fangschußtraining geht natürlich auch auf 12 oder 7m.
      Ich war aber auch nicht auf dem Stand, dass das Schiessen mit maßstäblich verkleinerten Scheiben zulässig ist.
      So macht es ja dann wieder mehr Sinn.
      Nur die Preise sind natürlich so, dass das für Privatpersonen eher nichts ist.
      Ich wünsche euch aber viel Erfolg mit der Sache.
      Jeder neue zugelassene Stand ist ein Schritt vorwärts.
    • Ist alles eine Frage der Finanzierung. 700.000 über 20 Jahre bei 2,5% sind bei 130 Mitgliedern 29 Euro pro Mitglied und Monat. Und dann kann man den Stand in Zeiten in denen Mitglieder ihn nicht nutzen ja auch noch vermieten: Jäger, Büchsenmacher, externe, Funschießen etc. bei 20 Euro pro Bahn und Stunde kommt da auch noch schnell etwas zusammen. Dann braucht man natürlich auch noch eine UG zum Betrieb.
    • Ist da ein konventioneller Stand nicht eher passend
      (und preiswerter). So leicht bekommt man auch keinen
      Kredit über 700T€.
      Weise einen intelligenten Menschen auf einen Fehler hin und er wird sich bedanken.
      Zeige einem dummen Menschen einen Fehler und er wird dich beleidigen.
    • Im Moment bekommt man unser Erfahrung nach für solch ein Projekt sogar relativ leicht einen Kredit. Man muss halt die richtige Bank fragen. Also eher nicht die Sparkasse sondern die DKB o.ä. Und dann gibt es ja auch noch Leasing und Mietkauf.