Perkussionsrevolver - Verhältnis Schwarzpulver und Zwischenmittel

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    • Perkussionsrevolver - Verhältnis Schwarzpulver und Zwischenmittel

      Servus an alle VL-Schützen..

      Ich bin im Vorderlader-Bereich noch neu.
      Habe eine typische Remington-Replika und von dem Käufer auch die Ladedaten übernommen.

      Würde aber nun gerne meine eigene Ladeleiter erstellen, da ich das Gefühl habe, die aktuelle übernommene Ladung passt nicht optimal zu der Waffe.

      Nun ist die Frage, wie kann ich denn eine ordentliches Verhältnis zu Gries und Pulver ermitteln?
      Wenn ich also aktuell z.B. 25gr Pulver verwenden möchte, wie ermittel ich die entsprechende Menge an Gries, die ich noch einfüllen muss, damit die Verdämmung vernünftig funktioniert und die Kugel noch tief genug gesetzt werden kann?
      Gibts da irgendwelche Faustformeln?
    • Kaliber .44? Du füllst die Trommel bis ca. 12mm unter den Rand mit Pulver. Dann füllst du das Pulver in dein Pulvermaß und schiebst das hoch bis gestrichen voll. Jetzt ziehst du von der Skala deine gewünschte Pulvermenge ab und weißt nun, auf welches Volumen du dein Pulvermaß zum abmessen vom Zwischenmittel einstellen musst.

      Das Rechnen mit Gewichtsangaben alleine bringt dich nicht weiter, weil Grieß eine viel geringere Dichte hat als Schwarzpulver.
      Es grüßt der Ottokar :)
    • 25 grn SP halte ich für zu viel. (Für Kal. 44)
      Generell gilt, dass das Zwischenmittel auch zum Ausgleich der maximalen Kugelhöhe dient. Die Kugel soll etwas unter der Trommelkante gesetzt werden, damit der ungeführte Freiflug möglichst klein ist. Das heißt, wenn man weniger Pulver nimmt, nimmt man aber wieder mehr Zwischenmittel.
      Wenn du die optimale Menge SP und Zw-Mittel ermittelt hast, kannst das zu Hause abwiegen und in getrennte Röhrchen füllen. Somit wäre in einer 100'er Röhrenbox Platz für 50 Schuss. Das stellt auch eine immer gleichbleibende Ladung sicher.
    • 25grn sind keineswegs zuviel..
      Die Angaben vom Vorbesitzer mit knapp 17grn Pulver waren zu schwach..soll heißen, ich musste immens tiefer halten. Genau bis unter den Rand der Scheibe, was nicht geht. Dort hat man keinen Kontrast mehr, da man quasi mit Kimme und Korn außerhalb der Scheibe ist. Ist es dort dunkler, sieht man die Visierung kaum noch. So ist es fast unmöglich gestrichen zu halten.

      Mehr Pulver ergibt auch mehr Dampf, was für eine flachere Flugbahn sorgt.
      Mit den 25grn kann ich Spiegel aufsitzend (auf Höhe der 5 in etwa) wie bei allen anderen Disziplinen anhalten und bin genau mittig im 9er-Bereich.
      An den stärkeren Hochschlag hab ich mich nach 5 Schuß gewöhnt.

      Ich hatte lediglich zu wenig Gries. 5,5 Grn sind da zu wenig und die Kugel lies sich zu tief setzen. 10 Grn waren zuviel und ich bekam sie nicht komplett rein. Denke 7-7,5 Grn Gries sollten passen.

      In den Staaten schießen in Regel fast alle mit 30 grn Pulver, ohne weiteres Zwischenmittel.
      Diese Waffen werden wohl auch so gebaut worden sein, dass man die Kammern voll macht und so eine optimale Flugbahn erhält.
    • michi1982 wrote:

      Mehr Pulver ergibt auch mehr Dampf, was für eine flachere Flugbahn sorgt.
      Schon richtig, aber das steigert ja nicht die Präzision. Harte Ladungen sind in der Regel nicht die präzisesten.
      Außerdem gilt die Standardladung:

      0,44 Zoll x 25,4 mm = 11,18 mm Kaliber x 0,1 g = 1,118 g SP + 0,4 g = 1,518 g Maximalladung
      das entspricht x 15,432 = 23,43 Grain SP)
    • Ich werde mich weiter ran tasten..
      Höher möchte ich mit dem Pulver nicht mehr..denke es wird sich was um die 20-22 Grn einpendeln.
      Diese 25grn Ladung war präziser als die schwächere vom Vorbesitzer. Von 15 Schuß war nur ein Ausreißer dabei, der aber auch durch mich kommen könnte.

      Werde nun in 1 Grain-Schritten runter gehen und schauen wie es sich verhält..
    • Möchte mich hier mal anhängen mit einer Frage:
      Hier ist immer die Rede von "Grieß" bzw "Zwischenmittel".

      Ich habe mir nun einen "Remington Revolving Carbine" Nachbau im Cal .44 von Uberti gegönnt.
      (also quasi ein 44er Revolver mit langem Lauf und "Gewehr"-Kolben)
      Nachdem ich die schlampige Verarbeitung etwas verbessert habe (unter anderem war die Messingschaftkappe hinten am "Kolben" so scharfkantig, dass ich mir beim Probe-Anlegen im ärmellosen Shirt eine blutige Schramme an der Schulter zugezogen habe), soll nun auch mal damit geschossen werden...

      In all den Internetvideos über das Gerät, sowie in dem recht spärlichen "Handbuch" (ein doppelseitig bedrucktes A3 Blatt...), das von Uberti mitgeliefert wird, (Uberti schreibt in der Anleitung übrigens 22 Grain (bis max.30 Gr.) Schwarzpulver bei Rundkugeln und 19 Grain (bis max. 25 Gr.) bei konischen Geschossen) ist immer nur die Rede von Pulver und Kugel, allenfalls noch von "wads" (also diesen Filzpfropfen), nie von was anderem.

      Sind die jetzt alle doof, oder wie ist das zu erklären?

      The post was edited 4 times, last by Markarov ().

    • Was hat man dir im Lehrgang gesagt?
      Zwischenmittel ist Pflicht. Man kann Gries oder Kaffeesatz verwenden, damit man die Kugel möglichst hoch setzen kann, damit die Freiflugphase möglichst kurz ausfällt. Die Kugel sollte etwa 1 mm unter der Trommelkammer stehen. Fett nicht vergessen.
    • An meinem Remington wäre bei 30gr auch nur noch Platz für eine dünne Filzscheibe. Ca. 35gr CH2 (nach Gewicht) ist die maximale Füllmenge, wenn noch eine Kugel drauf soll. Andere Pulver haben bei gleichem Volumen möglicherweise ein anderes Gewicht.
      Es grüßt der Ottokar :)
    • Floppyk wrote:

      Zwischenmittel ist Pflicht.

      Ladung für meinen (Uberti) Walkert:

      Pulver 24grs CH2, Zwischenmittel 35grs CH2, Rundkugel .457 und mit Schaffett zuschmieren. Sound, Dampf und Feuer garantiert!

      Mitr
      Ich habe keine Probleme mit Lactose und Gluten. Als Ausgleich leiste ich mir ein paar Intoleranzen im zwischenmenschlichen Bereich.
    • Danke erstmal für die ganzen Antworten.

      Floppyk wrote:

      Was hat man dir im Lehrgang gesagt?
      LOL... welcher Lehrgang?
      Wie bereits mehrfach erwähnt, wohne ich in Frankreich - hier kann jeder über 18-jährige so eine Waffe, das Pulver, die Geschosse etc kaufen...

      Wenn die Kugel zu tief sitzt, schießt man ungenauer?
      Oder was genau ist das Problem bei einer längeren "Freiflugphase"?

      Wobei ich den Weg durch den vorderen Teil der Trommel bis zum Lauf nicht wirklich als "Freiflug" bezeichnen würde-schließlich sitzt die Kugel sehr stramm in der Trommel.

      Ist nicht eher das Problem, dass die Kugel durch die Reibung an der Trommelwandung schon abgebremst wird, bevor sie den Lauf erreicht?

      Bitte richtig verstehen-ich möchte Eure Expertise nicht anzweifeln, sondern ich möchte verstehen, was da in der Waffe abgeht...

      Bei der Recherche im www habe ich übrigens öfters solche Sätze gefunden wie: "Auf die Pulverladung kommt jetzt noch ein Zwischenmittel. Viele Schützen verwenden hier Filzscheiben oder Weizengrieß."
      Das verstehe ich so, dass die Filzscheibe auch eine Art "Zwischenmittel" ist. Das würde erklären, warum Uberti in seiner Anleitung nicht von Grieß spricht..

      The post was edited 3 times, last by Markarov ().

    • Moin!
      Freiflug ist die Strecke, die die Kugel zurücklegt, bevor sie in die Felder gepresst wird. Je länger dieser ist, desto schneller ist die Kugel beim Eintritt in die Züge. Das kann dazu führen, dass sie über die Züge "rutscht", bevor sie dann rotiert, was zu ungenaueren Ergebnissen führten kann.
      Die Kugel wird in der Trommel definitiv nicht abgebremst, sondern beschleunigt bis zum Laufende.
      Gebrauchsladungen, also solche, die man benötigt um größtmöglichen Effekt auf das Ziel zu erreichn, sind deutlich höher als ddas, was wir zum Lochen von Papier brauchen. Die sind aber nicht präziser.
      Ich kenne keinen Wettkampfschützen, der mehr als 18 -20 grs Schweizer II lädt. Ich selbst benutze Filzpropfen, 10-12mm dick in Kaliberstärke. Filz oder Gries ist eine Glaubensfrage - wer trifft hat recht.
      Why have a sixpack if you can have a barrel.....
    • volrol wrote:

      Das kann dazu führen, dass sie über die Züge "rutscht", bevor sie dann rotiert, was zu ungenaueren Ergebnissen führten kann.
      Ich denke mal, der Hauptgrund ist der, dass das Geschoss während des Freifluges nicht dicht ist und Pulvergase vorbeistreichen können. Das mindert etwas die Leistung, führen aber zu Unregelmäßigkeiten, die das Geschoss u.U. nicht exakt zentrisch in das Laufprofil eintreten lassen. Da das nicht regelmäßig erfolgt, sorgt das für eine schlechtere Präzision.

      volrol wrote:

      sind deutlich höher als ddas, was wir zum Lochen von Papier brauchen. Die sind aber nicht präziser.
      Das stimmt meistens. Stramme Ladungen sind meist nicht so präzise. Das gilt auch für Patronen, bzw. Hinterlader.

      volrol wrote:

      wer trifft hat recht.
      Der Spruch ist gut. Muss ich mir merken - 8)
    • Die Strecke des Freiflugs wäre dann beim Revolver aber immer gleich lang: vom Ende der Trommel bis zum Ende des Übergangskonus. Geführt wird die Kugel ja auch in der Trommel, weil Presspassung.

      Oder täusche ich mich da?
      Es grüßt der Ottokar :)
    • ottokar wrote:

      Die Strecke des Freiflugs wäre dann beim Revolver aber immer gleich lang:
      Nein. Beim VL-Revolver, der üblicherweise mit 18 - 20 grn SP (bei Kal. .44) geladen wird, liegt die Kugel etwa knapp unter der Hälfte der Trommelbohrung. Das addiert den ungeführten Geschossweg ja. Deswegen gleicht man mit Zwischenmittel diesen Hohlraum aus, so dass die Kugeloberkante knapp unter der Trommeloberkante sitzt. Das reduziert den Freiflug auf ein technisches Minimum. Nimmt man mehr SP, so reduziert das das Zwischenmittel und umgekehrt. Da man üblicherweise nach der Experimentierphase immer die gleiche Ladung schießt, kann man zu Hause das SP und auch das Zwischenmittel fertig abgemessen in kleine Pulverröhrchen abfüllen.

      Beim Hinterladerrevolver variiert das mit der verwendeten Patrone. Beim 357'er Revolver kann man ja auch Patronen im Kal. .38 spez. verschießen. Diese sind aber 3 mm kürzer. Als Wiederlader könnte man das Geschoss etwas höher setzen. Das macht an sich aber keiner, weil der Freiflugweg beim Revolver prinzipiell sehr lang ist und es auf ein paar Zehntel auch nicht ankommt.

      Bei einer Pistole und Gewehr geht das Patroenenlager in den Lauf über. Dort liegt das Geschoss der Patrone idealerweise bis auf wenige Zehntel an dem Laufprofil an. Genau dort kann der Wiederlader präzisionsfördernd eingreifen und darauf Rücksicht nehmen.
    • Ich bin vom Gries damals wieder weg und auf Filzpfropfen umgestiegen. Pulver rein, Propfen drauf und einpressen. Dann Kugel drauf und einpressen. Das war für mich konstanter.
      Mit pastöser Schmierseife in einer Spritze die Trommel zuschmieren, fertig