Vorstellung Tell 220 Galaxy Compact Umbau

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    • Vorstellung Tell 220 Galaxy Compact Umbau

      Ich möchte hier meinen Umbau meiner Tell 220 Galaxy Compact vom Kunststoffschaft auf einen Match- Holzschaft vorstellen.

      Ich habe von den ausgeführten Arbeiten Bilder gemacht und werde diese hier einfügen und die einzelnen Schritte beschreiben.

      Hier der jetzige Zustand

      Tell 220 "Match" mit Hawke Panorama 4-12x40


      Vor dem Umbau sah die Tell mit dem Kunststoffschaft in meinen Augen nicht so schön aus und mich hat auch die niedrige Schaftbacke bei dem zielen mit dem Zielfernrohr gestört. Die Präzision ist brauchbar, der Abzug taugt nichts, aber egal, ich wollte ein kleines leichtes Gewehr für HFT- Wettkämpfe und habe mich entschieden, die Tell ein wenig zu tunen und hoffe, das sie nach allen Umbauarbeiten mit anderen Waffen mithalten kann.

      Hier der Ur- Zustand mit Kunststoffschaft und Original- Schalldämpfer.



      Da ich ja einiges vorhabe mit dem Gewehr, brauchte ich einen Holzschaft, den ich mir bei SWS bestellt habe.
      Bevor der Holzschaft ankam, habe ich mich auch schon an die Arbeit gemacht und den Schalldämpfer demontiert, der mit 2 Madenschrauben befestigt und zusätzlich verklebt war. Der hat sich sehr gewehrt und auch mit erhitzen hat sich nur der Lack vom SD aber nicht der Schalldämpfer gelöst. Da kam mir die Idee, das ich ihn ja mit meiner Hydraulikpresse auspressen konnte, was mir dann auch leicht gelungen ist.


      Da habe ich dann auch gesehen, warum sich der SD nicht drehen lassen wollte und so fest sass.
      Der Lauf hat vorne eine feine Verzahnung, damit sich der SD mit dem Zielkorn nicht verdrehen kann,


      Dann kam der Holzschaft endlich und ich habe gleich geprüft, wie gut das System hineinpasst.
      Damit der Lauf vorne nicht so nackt aussieht, habe ich vorübergehend einen Kompensator aufgesetzt.


      Jetzt ging es an die Planung, wie das Gewehr denn überhaupt aussehen soll.
      Deshalb hab ich mit einem Bildbearbeitungsprogramm einfach mal mehrere Entwürfe aufgezeichnet und habe mich für diesen Entwurf entschieden.


      Also habe ich mir weiteres Material besorgt, wie eine verstellbare Schaftkappe, Präzisions- Stahlrohr für den Laufmantel und alles, was ich noch benötige.
      Die verstellbare Schaftkappe musste ich an den Hinterschaft anpassen und habe gleich alle Ränder poliert.


      Weil die Kappe etwas übersteht, habe ich die sichtbare Verzahnung auch noch weggeschliffen und poliert, damit es etwas besser aussieht.


      Mit der montierten Schaftkappe, sah der Schaft dann so aus.
      Planlos geht mein Plan los.

      The post was edited 4 times, last by Ferrobell ().

    • Weiter ging es mit der Punzierung.
      Da habe ich überlegt, wie ich das mache.
      Mit einen Punzierhammer oder mit einem Dremel?
      Da ich einen Dremel habe, wurden die Arbeiten damit ausgeführt.
      Vorab musste ich aber ja eine saubere Abgrenzung haben zwischen der Punzierung und den Holz, was unbehandelt bleiben soll.
      Dazu habe ich an einem Billig- Schraubendreher, an der Spitze, einen Grat mit einem Meissel hinein geschlagen und das Ende etwas umgebogen. Fertig war mein Fischhautmesser, mit dem ich die Umrandung einritzen konnte.

      Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

      Dann konnte ich mit einem Dremel und einen Kugelkopf die Punzierung einfräsen.


      Einmal ist der Fräskopf mir weggelaufen, was mich sehr geärgert hat.
      Konnte das aber noch ein wenig ausbessern.
      Hier der fertig punzierte Schaft.

      Ist schön geworden.


      Dann habe ich die punzierte Fläche mit einer Messing- Bürste "entfusselt" und die 1. Lasurschicht aufgetragen. (Obwohl der Schritt eigentlich überflüssig war.)


      Sieht ja schon mal gelungen aus.
      Planlos geht mein Plan los.

      The post was edited 2 times, last by Ferrobell ().

    • Am Vorderschaft, habe ich mit einer Oberfräse Schlitze eingefräst.
      Leider hatte ich nicht den richtigen Fräskopf, so das ich noch ein wenig mit der Hand und einem Schnitzmesser nacharbeiten musste. ( Leider kein Bild von dem Arbeitsschritt ).

      Da von dem alten Kunststoffschaft der Abzugbügel nicht passt und ich zu dem Holzschaft keinen Abzugbügel hatte, der Original Bügel mir nicht gefällt, habe ich mir aus einem Alu- Streifen selber einen Bügel angepasst und poliert.


      Der ist optisch aber auch noch nicht zu meiner Zufriedenheit, so dass ich mir noch einen Bügel, aus einem Block fräsen werde. Soweit bin ich aber leider noch nicht.

      Jetzt war auch schon die 1. Lasurschicht vom Schaft getrocknet und ich konnte die Punzierung weiter schwärzen.


      Jetzt musste die Schaftbacke ausgeschnitten werden für die Schaftbackenerhöhung.
      Das sollte ein Tischler erledigen, der aber dafür nicht die richtige Bandsäge hatte.
      Also habe ich ganz mutig meine Stichsäge genommen und die Schaftbacke selber ausgeschnitten.


      Das Ergebnis ist glücklicherweise gut geworden.
      Ich würde das aber nicht unbedingt zur Nachahmung empfehlen, weil da schnell das Sägeblatt weglaufen kann.
      Dann habe ich die Bohrungen für die Schaftbackenerhöhung gefertigt und von einem 10mm Alu- Stab, die richtigen Längen abgeschnitten und poliert.

      Nachdem ich den Ausschnitt geschliffen habe, konnte ich die Fläche beizen und habe die Punzierung gleich noch einmal nachgeschwärzt.


      Wo alles getrocknet war, konnte ich die gebeizten Flächen versiegeln.


      Der Schaft ist jetzt fertig.


      Sieht schon gut aus! Die Umbauarbeiten sind aber noch nicht erledigt.
      Planlos geht mein Plan los.

      The post was edited 3 times, last by Ferrobell ().

    • Als nächstes musste der Laufmantel an das Gewehr!
      Also habe ich mir Präzisionsstahlrohr bestellt.


      Dieses musste ich an den Lauf anpassen.


      Zum befestigen an dem Lauf, habe ich 3 Bohrungen an der Unterseite gemacht und Gewinde in die Bohrung geschnitten, in die Madenschrauben den Lauf fixieren sollen.


      Zur Kontrolle einmal aufschieben.


      Da der Laufmantel aber ja Schwarz werden soll, musste der Brüniert werden.
      Im Internet habe ich mehrere Berichte und Videos gefunden, in denen erfolgreich mit Essig brüniert wurde. Dazu soll man das Metall in Essig tauchen und etwa 15-20 Minuten, am besten bei Hitze, warten. Also habe ich es auch versucht. Leider hat das bei mir kein bisschen funktioniert.


      Also habe ich den Essig wieder abgespült, den Laufmantel mit feiner Stahlwolle poliert und mit Ballistol Schnell- Brünierung behandelt.


      Das funktionierte schon deutlich besser!
      Das Ergebnis ist gut geworden.


      Jetzt habe ich einen Schrumpfschlauch auf dem Lauf aufgebracht, den Laufmantel aufgeschoben und mit Madenschrauben befestigt.
      Hier das Ergebnis:



      Bis auf ein paar Feinheiten ist das Gewehr optisch jetzt fertig.
      Ich finde, dafür, das es mein erster Umbau war, ist es mir sehr gut gelungen!

      Jetzt müssen nur noch die inneren Werte aufgerüstet werden. Es soll ja auch so gut treffen, wie es aussieht. Dazu habe ich mir schon einige Teile bestellt.
      Es soll eine neue Feder mit Führung verbaut werden, neue Dichtungen und der Abzug muss überarbeitet werden. Leider muss ich alle Tuning-Teile selber anfertigen, weil es kein Zubehör für das Gewehr gibt.

      Dazu werde ich dann hier berichten, wenn ich die Arbeiten erledigt habe.

      Ich hoffe euch hat mein "kleiner" Bericht zum Schaftumbau gefallen!

      Schöne Grüße

      Heiko

      Planlos geht mein Plan los.

      The post was edited 2 times, last by Ferrobell ().

    • Hallo Heiko!!!
      :thumbup: Tolle Arbeit! Ich habe es dir schon einmal geschrieben, aber ich finde es echt klasse, dass du das in so kurzer Zeit in Angriff genommen hast!
      ( :D Und bin auch ein wenig stolz, dass ich jemanden zu solch einem schönen Projekt inspirieren konnte! ;) )

      Am besten gefallen mir deine Improvisationsarbeiten und dass du dich gewagt hast, die Schaftbacke mit der Stichsäge auszusägen!!!
      :thumbup:
      Hut ab!

      Gut Schuss mit deinem neuen "Mini D75 Knicker"!!! :thumbsup:

      Gruß
      Frederik

      PS:
      Ich weiß aus Erfahrung, dass die Kaltbrünierung nicht die widerstandsfähigste ist!!!
      Solltest du mal nachbessern wollen/müssen, dann lies dir das hier mal durch:

      Update: Brünierung mit Brüniersalz - Selber Brünieren
      :W: eihrauch - Always on the Target!

      " It don't mean a thing if it ain't got a spring! " :thumbup:

      - Field-Target-Team Kölschhausen -
    • Unfallchirurg wrote:

      Und bin auch ein wenig stolz, dass ich jemanden zu solch einem schönen Projekt inspirieren konnte!
      Hallo Frederik,

      ich danke dir erstmal dafür, das dein toller Bericht über deinen klasse Umbau deiner HW 30, mir bei meinem Projekt sehr hilfreich war!

      Ich freue mich auch sehr, das dir mein Umbau gefällt! Vielen Dank! :thumbup:

      Als nächstes mache ich mich ja an das Innenleben und versuche eine bessere Schussleistung zu erzielen.
      Da lasse ich mich von Musashi seinen Bericht inspirieren!
      Tuning Weihrauch HW 97k (ACHTUNG: lange Ladezeit!)
      Der Bericht ist auch total gut und einige Dinge lassen sich bei meinen Vorhaben umsetzen. :D
      Planlos geht mein Plan los.
    • Ferrobell wrote:

      ...
      Der Bericht ist auch total gut und einige Dinge lassen sich bei meinen Vorhaben umsetzen. :D
      Einer der Besten im Forum!!!
      :thumbsup:
      Ein wenig davon ist auch in meiner 97er umgesetzt worden...
      :D
      Musashis "97k-Evangelium" diente mir als Inspiration!
      :W: eihrauch - Always on the Target!

      " It don't mean a thing if it ain't got a spring! " :thumbup:

      - Field-Target-Team Kölschhausen -
    • Da es jetzt ja darum geht, das ich die Präzision der Tell verbessern möchte, bin ich gerade am überlegen, ob der Rowan Air Stripper etwas bringen würde.


      rowanengineering.com/products14.htm

      Dazu müsste ich dann aber den Laufmantel kürzen, bzw. einen zweiten kurzen Laufmantel anfertigen.

      Hat von euch jemand Erfahrung mit dem Kompensator?
      Planlos geht mein Plan los.

      The post was edited 1 time, last by Ferrobell ().

    • Ich würde eher ein 1/2" UNF Gewinde an den Lauf anbringen. Dann hast du recht freie Wahl an z.b. Schalldämpfern, die im Grunde das gleiche bewirken können wie das teure Teil von Rowan. Zudem kannst du selber Kompensatoren o.ä. herstellen und schnell nach belieben testen und wechseln. Die Innereien vieler Schallis kann man ja auch schnell selber anpassen und das beste Ergebnis für sich suchen.

      P.S. den Rowan Air Stripper gibts ja scheinbar auch mit Gewinde seh ich gerade, wäre ja ideal
      Life is good
    • GeckoR wrote:

      Ich würde eher ein 1/2" UNF Gewinde an den Lauf anbringen.
      Das ist eine gute Idee! :thumbup:
      Es gibt ja bestimmt Gewindeadapter, die man auf einen 15mm Lauf befestigen kann und auch die 20mm Aussendurchmesser haben. Oder ist es besser, zum Büchsenmacher zu fahren und ein Gewinde auf den Laufende schneiden zu lassen?
      Planlos geht mein Plan los.
    • Nein das darf er nicht, und das ist auch besser so!
      Bei dem abdrehen des Laufes auf 12,7mm muss darauf geachtet werden das die Laufseele also die Bohrungen zentrisch dreht. Hierzu fertig der Büchsenmacher einen Messingdorn der saugende in den Lauf geht . Dann wird von Ihm mittels Messuhr der Lauf im Futter so ausgerichtet das der Dorn ohne Schlag rund läuft. Denn nur so ist gewährleistet das der Schalldämpfer auch zentrisch sitz.
      Vorausgesetzt das das Gewinde im Dämpfer auch zentrisch sitzt.

      The post was edited 1 time, last by SPA68 ().

    • Da du ja eh einen Laufmantel nutzt kannst das Gewinde ja dort mit anbringen, sollte machbar sein. Die Adapter die man kaufen kann funktionieren meist auch sehr gut, auch wenn da keiner die Laufseele ausrichtet. Kleine Abweichungen sind nicht weiter schlimm so lange es danach wiederholgenau trifft.
      Life is good
    • @'Ferrobell

      Das war schon megamutig von dir, den Schaft erst zu punzieren, und dann die Schaftbacke auszusägen. :D :thumbup:

      Ich persönlich würde das mit dem Airstripper lassen, da er optisch die ganze Charakteristik deines Gewehres stören wird.
      Dafür steckt da zuviel Arbeit drin.

      Wie gesagt, nur meine Meinung. ;)

      Gruß Ralf
      Mitglied in der Selbsthilfegruppe "Anonyme Prellerschützen".


      Field-Target mit einer HW97RS im 1. DFTC2000 e.V.

    • Ladehemmung wrote:

      @'Ferrobell

      Das war schon megamutig von dir, den Schaft erst zu punzieren, und dann die Schaftbacke auszusägen.
      Im nachhinein betrachtet muss ich dir Recht geben! :D
      Das hätte auch mächtig in die Hose gehen können! :pinch:
      Dafür ist die Freude jetzt umso größer, das ich mit meinen "bescheidenen Mitteln" auch so etwas Anspruchsvolles fertigen konnte.

      Bevor ich einen Kompensator montiere, werde ich erstmal versuchen, den Rest vom Gewehr "Wettbewerbsfähig" zu optimieren!
      Planlos geht mein Plan los.

      The post was edited 1 time, last by Ferrobell ().

    • Übrigens hatte ich eine Anfrage bei dem Hersteller ( Cometa, Spanien ) gestellt, ob denen Tuning- Teile für das Gewehr bekannt sind, da ich im Netz nichts finden kann. Vor allem der Abzug ist gruselig.
      Die haben geantwortet, das denen nichts bekannt ist und die selber auch nichts haben. Ich müsste selber die Serienteile versuchen zu optimieren!
      Die würden meinen Umbau aber gerne auf ihrer Facebook- Seite präsentieren.
      Planlos geht mein Plan los.

      The post was edited 1 time, last by Ferrobell ().