Vorderlader mit Edelstahl - Lauf?

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    • Vorderlader mit Edelstahl - Lauf?

      Da die SP - Rückstände doch recht aggressiv sind wäre doch ein Lauf aus Edelstahl sicher nicht schecht.
      Vor einigen Jahren hatte ich bei Frankonia mal so was stehen sehen (Hawken von Dikar, hier eine abgelaufenen Auktion), aktuell habe ich nichts vergleichbares gefunden.
      Bringen Edelstahl - Läufe für Vorderlader irgendwelche Nachteile oder warum sind die nicht weiter verbreitet?

      "Die Welt ist zu komplex für einfache Erklärungen!"
    • Hmmm, ich habe Zweifel, ob der abgebildete Lauf wirklich Edelstahl ist. Dikar gibt es nicht mehr und ist in Ardesa aufgegangen und viele Modelle sind baugleich. Aber meines Wissens gibt es von Ardesa nichts in Edelstahl. Aber die haben Bausätze, dessen Läufe unbehandelt sind. Die muss man selbst brünieren. Ich vermute daher, dass es ein solcher Lauf ist, der nie brüniert wurde. Vielleicht ist der gestrahlt worden.
      Ich hatte mal einen Kentucky von Ardesa als Bausatz und auch einen Hawken. Beide Läufe waren unbrüniert, jedoch kein Edelstahl. Ansonsten hätte ich diese nicht selbst brünieren können.
    • 1. die Schwarzpulver Rückstände sind nicht aggressiv, sonder die Rückstände vom Zündhütchen. Die Schwarzpulver Rückstände können allerdings Wasser aus der Luftfeuchtigkeit aufnehmen.
      2. mach dich mal schlau, was Edelstahl ist. Edelstahl ist absolut super für Läufe, nur welcher? Und warum sind Edelstähle nicht unbedingt Rostfrei?
    • Lachnummer wrote:

      1. die Schwarzpulver Rückstände sind nicht aggressiv, sonder die Rückstände vom Zündhütchen.
      Sorry, aber das ist falsch. Schwarzpulver enthält Kaliumnitrat, langläufig auch Salpeter genannt. Das ist ein Salz und wirkt sehr korrosiv auf Metall. Gerade deswegen müssen Vorderladerschützen nach dem Schießen die Waffe möglichst rasch putzen. Ich habe es ausprobiert. Schon nach wenigen Tagen ist der Rostansatz deutlich sichtbar.
      Die Sache mit den Zündhütchen kann man so nicht stehen lassen. Die alten richtig korrosiven Zündhütchen gibt es schon lange nicht mehr. Die heutigen Zündhütchen, bzw. dessen Gase sind zwar nicht besonders gesund, aber eben nicht korrosiv. Eine mit herkömmlicher Munition geschossene Waffe kann man sehr lange stehen lassen, ohne Rost aufgrund von Pulverrückständen zu befürchten.

      Lachnummer wrote:

      Die Schwarzpulver Rückstände können allerdings Wasser aus der Luftfeuchtigkeit aufnehmen.
      Das stimmt. SP ist hygroskopisch und zieht Luftfeuchtigkeit. Aber das ist auch ein Vorteil, denn deswegen kann man Vorderlader recht einfach mit Wasser reinigen. Die SP-Rückstände sind wasserlöslich.

      Lachnummer wrote:

      Und warum sind Edelstähle nicht unbedingt Rostfrei?
      Edelstahl wird korrekt auch aus rostträge bezeichnet. Bei Waffenläufe ist er dennoch eher selten, da man ihn auch deswegen nicht brünieren kann. Auch die klassische Lötung, die bei Montagen, Kornträgern oder im Laufverbund nötig ist, geht bei Edelstählen nicht. Daher werden meistens noch Carbonstähle verwendet. Grundsätzlich gilt, je besser ein Stahl rosten kann, desto besser kann man ihn auch brünieren. Da Edelstahl eben so gut wie nicht rostet, kann man ihn auch nicht brünieren. Daher kann man das auch mit einer Schnellbrünierung testen.
      Übrigens - mit einem Magneten kann man nicht sicher auf Edelstahl prüfen. Es gibt auch magnetische Edelstähle. Aber wenn ein Magnet nicht auf ein Stahlstück reagiert, ist die Wahrscheinlichkeit auf Edelstahl hoch.
    • Floppyk wrote:

      ich habe Zweifel, ob der abgebildete Lauf wirklich Edelstahl ist.

      Wenn ich mich noch richtig erinnere wurde dieses Modell damals bei Frankonia mit Edelstahl - Lauf beworben.
      Ich habe jetzt mal nach näheren Informationen zu diesem Modell gesucht, konnte aber leider nichts darüber finden.
      Es war anscheinend nicht lange auf dem Markt.

      "Die Welt ist zu komplex für einfache Erklärungen!"
    • Tante Google findet mit Suchbegriff "Ardesa Hawken Edelstahl" oder "Ardesa Edelstahl" nichts. Wie auch Dikar anstatt Ardesa.
      Es ist zwar nicht unmöglich, dass Dikar bzw. Ardesa Laufe aus Edelstahl anbietet, aber beide Hersteller bieten bzw. boten einfache Vorderlader in einfachen Ausführungen und niedrigen Preisregionen an. Teure Edelstalläufe passen da eigentlich nicht zum Angebot.
      Wie gesagt, ich kenne einige Waffen aus deren Produktion und habe auch mit zwei Ausführungen geschossen. Sie sind zwar einfach gefertigt, zünden aber zuverlässig. Für die Teilnahme an Wettkämpfen muss aber das Korn modifiziert werden. Es ist in der hohen Version nicht zulässig.
      Ich habe mir nun zwei Pedersoli gekauft und das ist doch eine andere Fertigungsklasse, aber auch mehr als doppelt so teuer.
    • Lachnummer wrote:

      Floppyk wrote:

      Lachnummer wrote:

      Und warum sind Edelstähle nicht unbedingt Rostfrei?
      Edelstahl wird korrekt auch aus rostträge bezeichnet.
      Das ist schlicht falsch, Edelstahl bedeutet nur, dass der Gehalt von Schwefel und Phosphor unter 0,025% liegt, mehr nicht.
      Rostträge ist schon richtig da er aufgrund der wenigen Verunreinigungen weniger Elektronen an die Umgebung abgibt (z.b Wasser) !
      Der Edelstahl ist deswegen reaktionsträger als normaler Stahl und rostet langsamer!
      In der Schiffahrt wurde und wird viel Messing eingesetzt da es Seewasser beständiger ist als Stahl !
      "The right of the people to keep and bear Arms, shall not be infringed"
    • Wenn ich mich recht erinnere war da eine Werbeanzeige der Firma Frankonia auf der Rückseite des Visier Spezial zu Thema Schwarzpulver , in der ua genau diese Waffen angepriesen wurden.
      Ich fand die Idee damals auch sehr interessant, da ich immer panische Angst vor rostenden Läufen hatte.
    • Hab das ganze gefunden.
      Und wenn ich mir da so die Preise ansehe, muss ich sage - die könnte man heute glatt 1:1 übernehmen , allerdings in Euro (das Heft ist von 1999)
      Images
      • Edelvorderlader.JPG

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    • es gibt ja extrem vielke mischungen , die sich edelstahl nennen dürfen. unsere sparsame uni hat mal türgarnituren aus usa gekauft , da stand drauf rostfrei-nur für innen..

      wir haben sie an aussentüren bauen müßen und nach 7 monaten war gleichmäßüig ne rostschicht drauf....

      da hab ich dann gelernt wie lang man den begriff rostträge dehnen kann...

      gruß edwin
      INVICTUS
    • black_friday wrote:

      Ich habe auch irgendwo ein Messer, auf dessen Klinge man die Aufschrift "Stainless Steel" vor lauter Rost fast nicht mehr lesen kann.
      Das erinnert mich an eine ähnliche Sache. Es gab mal zwei Teile eines Kamms. Die eine Seite trug den Schriftzug "unzer", die andere Seite "brechlich". 8)
    • plumbum wrote:

      In anderen Waffen-Kategorien scheint sich die Verwendung von Edelstahl ja auch nicht durchgesetzt zu haben, oder sehe ich das falsch ?
      Mit dem umgangssprachlichen Edelstahl meinst du vermutlich rostträgen Stahl. Fachlich korrekt haben beide Begriffe nichts miteinander zu tun.
      Double Action Revolver sind inzwischen zum großen Teil aus rostträgem Stahl.
      Sehr hochwertige Läufe sind auch oft aus rostträgem Stahl.
      Jagdwaffen (für schlechtes Wetter) gibt es auch einige, hauptsächlich aus den USA.
    • Wobei das Thema Rost und Schwarzpulver/Vorderlader oftmals schlimmer dargestellt wird, als es tatsächlich ist. Wird die VL-Waffe am selben Tag gereinigt, passiert absolut nichts. Wer zu 100% auf Nummer sicher gehen will, nimmt ein alkalisches Öl - zum Beispiel Ballistol - und putzt auf dem Stand ein paar mal durch.

      Das Öl trennt die noch im Lauf vorhandenen Salzteile vom Luftsauerstoff und neutralisiert die sauren Schwefelanteile aus dem Pulver. Zu Hause mit heißem, nicht kochendem Wasser durchspühlen, gut trocknen und ölen. Ich mach das seit fast 30 jahren so - bei mir ist noch kein VL am Rost gestorben.
      Nicht lang schnacken - einfach machen!