Info zu Bügelspanner gesucht

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    • Info zu Bügelspanner gesucht

      Hallo,

      ...es ist mir gelungen bissle zu delegieren und so wird mir das Christkindle,
      in Form der besten Ehefrau von allen, heuer einen Bügelspanner unter den
      Weihnachtsbaum legen.

      So schaut das alte Schätzchen aus. Also das Gewehr. Nicht die Gattin:



      Sieht eigentlich ganz ordentlich aus, braucht aber Zuwendung.

      Ist hier jemand am Start, der so einen Oldtimer schon mal zerlegt hat und Bilder

      oder gar eine Anleitung davon hat?
      Der Abzug ist auch nicht original. Wo könnte es so etwas geben?

      Bin für jeden Tip dankbar.

      liebe Grüsse ... Patrick
      Tom O'Toole said: 'Don't complicate your life!'
      __________

      ¡ No ahorcar Galgos !
    • moin teile finden fast unmöglich nach so langer zeit mußt du bilder suchen und nachfeilen sowas.

      wollt immer mal so einen haben auch in schlechterem zustand aber werden jedes jahr teurer. das macht keinen sinn mehr....
      hab nen kaufhauskatsalog hier von 1912 da sind die auch drin....

      gruß edwin
    • Vom äußeren Erscheinungsbild her habe ich exakt das gleiche, nur halt in deutlich abgegriffenerem Zustand.
      Schon mehrfach zerlegt, also frag einfach!
      Vieles erklärt sich aber von selbst.
      Das einzige, was recht blöd zu zerlegen und zu montieren ist, ist der Zylinder, jedenfalls dann, wenn man auf das Finish der Teile achten muss.


      Was lässt dich glauben, der Abzug sei nicht original?


      Stefan
    • Hallo,

      was es ist, kann ich nicht sagen. Es besitzt keinerlei Markings.

      Ist wohl ein typischer Vertreter der Bügelspanner, wie sie von
      den Firmen Will oder Manteuffel hergestellt und auch von
      vielen kleinen Manufakturen montiert wurden.

      Die Abzüge sind normalerweise viel filigraner und geschwungen.
      Dieser ist recht grob gearbeitet und ganz gerade. Sieht jedenfalls
      nicht so aus, wie man das kennt. Funktion ist allerdings einwandfrei.

      Alle Metallteile sind in einem sehr ordentlichen Zustand, nur das
      Holz wurde recht grob mit Lack zugekleistert.
      Ich würde das Gewehr gerne zerlegen und das Holz aufarbeiten.
      Mir wurde gesagt, dass der Zusammenbau recht kompliziert und
      für einen alleine kaum zu stemmen ist.

      Bevor ich mich in Schwierigkeiten bringe, würde ich gerne wissen,
      wie man das Teil am besten zerlegt und vor allem wieder komplettiert.

      Ich kann nirgends eine Beschreibung, Bilder oder eine Ex-Zeichnung
      dazu finden.

      liebe Grüsse ... Patrick
      Tom O'Toole said: 'Don't complicate your life!'
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    • Hmm,
      wüsste jetzt nicht was da kompliziert sein soll, hatte meines auch schon auseinander, hab noch nie ein LG gesehen was so schnell und einfach zerlegt und wieder zusammen gesetzt war, da sind ja kaum Teile drin verbaut.

      Ist auch recht robust gebaut, einzige Schwachstelle ist die Feder.

      Die brechen gerne mal, Ersatz dafür bekommt man nirgends, aber es sollen wohl auch normale Druckfedern funktionieren.

      Richtige Explosionszeichnung gibts davon auch gar nicht... aber ne Teileliste.


      Solid, fantastic, aerodynamic, safe, honest, sometimes evil. Attractive to have, bloody when you don't have her.
      When she talks, she talks about death. My Azra saves non-life imagination. We love you Azra, because you are evil.
    • Das große Problem ist, dass Schaft und System durch die gleichen Teile zusammengehalten werden, die dicken Platten oben auf und unten unter dem System.
      Mit etwas Glück kann man die Platten nach dem Entfernen der beiden Schaftschrauben und dem teilweisen Lösen der vorderen Schrauben hinten soweit auseinander drücken, dass man den Schaft rausnehmen kann, sie vorne aber noch den Deckel im Rohr halten.
      Vor der Aktion müsste eigentlich aber erstmal die Achsenschraube des Spannhebels raus, den klappt man dann soweit aus dem Schaft, das man den Querstift der Zugstange entfernen kann.
      Der Stift ist evtl. aber endfest, bei meinem ist er es, deshalb muss der Schaft nach Lösen der Achsenschraube vom System, dann kommt man an die Schraube, die Zugstange und Kolbenstange verbindet.
      Danach empfiehlt es sich, die vorderen Plattenschrauben wieder festzudrehen, außer man will an Feder und Kolben ran.
      Man kann das dann auch von Hand machen, ein Schraubstock mit Alu- oder anderen weichen Backen und genügend Spannweg oder eine passende gebaute Spannvorrichtung sind aber vielleicht die bessere Wahl.

      Der Vorderschaft und der Lauf sind Peanuts.
      Konischen Achsenstift in die richtige Richtung raus, Entriegelhebel betätigen, und der Lauf fällt ab.
      Achsenstift des Hebels austreiben, dieser lässt sich inkl. Schenkelfeder seitlich rausziehen.
      Halteschraube(n) des Vorderschafts raus, dieser ist auch ab.
      Das sollte man übrigens alles weg haben, bevor man sich an Schaft oder System macht, dann ist alles einfacher zu händeln.

      Im Grunde ist das Teil alles andere als komplex aufgebaut, aber es hat halt ein paar Besonderheiten.


      Stefan
    • die bügelspanner wurden einerseits um 1910 und jünger auf der kimes in schiessbuden eingesetzt.

      andrerseits wurde damals auch in biergärten geschossen. soweit ich weiß, dort mit federbolzen.

      es gibt eine biergartenversion, wo um den blanken systemzylinder noch eine manschette drum war mit ner polsterung und rand an beiden enden der manschette.

      dort soll das gewehr aufgelegt worden sein. angeblich sollen das stuhllehnen gewesen sein.,wo das gewehr aufgelegt wurde.

      leider weiß ich noch nichts über die art des schiessens damals, oder ob und wie die schiessbsahn vom rest des biergartens abgetrennt war, und ob es eine vermischung von biertrinken und schiessen gab..

      ist zwar erst 100 jahre her, aber alles weiß man dann doch nicht mehr

      gruß edwin
    • Herzlichen Dank für die Infos!

      Technisch scheint mir alles in Ordnung zu sein.
      Durfte das Gewehr ausprobieren und es schießt
      sehr ordentlich.
      Ist im Kaliber 6,35, also recht dicke Dinger die Dias.

      Alle Funktionen sind gegeben. Lediglich der Verschluß
      des Spannhebels vorne beim Abzug ist sehr labberig
      und ungeführt. Wenn man den Lauf zuklappt, fällt der
      Spannhebel gerne mal nach unten.

      Der kurze Vorderschaft hat einen kleinen Riss, von einer
      Schraube ausgehend, deren Sinn sich mir nicht so recht
      erschliessen will.
      Und der Hinterschaft hat einige Schadstellen und wurde
      halt dick lackiert. Glänzt zwar schön, aber der Lackauftrag
      ist sehr ungleichmäßig und an einigen Stellen rissig.

      Ich mag's halt nicht so. Hab' immer das Gefühl,das Holz
      atmen muss und so überlackiert wird das nix.

      Die Basis jedenfalls ist sehr gut. Wird sicherlich ein
      Schmuckstück.

      liebe Grüsse ... Patrick
      Tom O'Toole said: 'Don't complicate your life!'
      __________

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    • @edwin2:

      Mike hat einen Bügelspanner, der auf Schießbuden verwendet wurde.
      Diese hatten vorne am Systemzylinder eine Ringmanschette für eine
      entsprechende Halterung am Schießstand von Schaustellern.



      Foto, Quelle: muzzle.de

      liebe Grüsse ... Patrick
      Tom O'Toole said: 'Don't complicate your life!'
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    • @Stefan:

      Die ist soweit ich es gesehen habe unten am Vorderschaft.

      Die, die ich meine, ist von oben auf der gegenüberliegenden
      Seite des Lauf-Verschlußhebels ins Holz eingedreht.



      @Eberhard: Danke! Wenn ich's zerlegt habe, schicke ich Dir Fotos.
      Tom O'Toole said: 'Don't complicate your life!'
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von verodog ()

    • Ich war bisher zweimal mit Freunden in Zella-Mehlis (übrigens bei Reisen zum Waffenmuseum in Suhl) und hab im dortigen Museum Im Beschussamt die Bügelspanner für mich "entdeckt".
      Dabei hat sich herausgestellt, dass 1. diese Stadt wohl die "Wiege" vieler bekannter Firmen ist und 2. über diese bekannten Firmen hinaus eine grosse Anzahl von Büchsenmachern und vor allem auch deren Vorlieferanten dort beheimatet war.
      Nach meinem Verständnis würde dort quasi vorindustrielles und handwerkliches "Outsourcing" betrieben. Größere Firmen kauften dort handwerklich gefertigte Roh-und Einzelteile und komplettieren dann ein Führungszeugnis, zum Beispiel auch den Bügelspanner. Vielleicht liege ich da falsch, aber der "Markenname" kam dann von der letzten Stufe vor dem Handel erst dazu. Das bedeutet aber auch, dass aufgrund handwerklicher Erzeugung wohl kaum zwei völlig identische Exemplare zu finden sind.
      Diese Situation ist auch bei den frühen Knickern zu beobachten, wo sehr ähnliche Muster unter verschiedenen Marken zu finden sind.
      Abschließend: ein Bügelspanner macht einfach Spaß
      Dreimal ist Bremer Recht
    • das oben genannte Diabolo 6,35 mm

      Es gibt allerdings auch Bügelspanner in 4,5 mm 5 mm und 5,5 mm.
      Angeblich auch in 4 mm. Solche habe ich aber noch nicht gesehen.
      Die 6,35 mm laufen durch den Originallauf, (6 1/3 mm) wenn selbiger etwas "geweitet" würde oder wenn die Dias "kalibriert" würden.
      Dreimal ist Bremer Recht
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