Norconia QB18

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    • Norconia QB18

      Die Norconia QB18 ist ein Product der chinesischer Shanghai Industry Brand, und wird weltweit unter verschiedenen Markennamen vertrieben.
      In Deutschland ist sie auch als Hämerli Hunter Force 600 Combo im Packet mit einem ZF erhältlich, wobei das Hämmerli model in ein paar details (Schaftung, Visierung) ein bisschen edler wirkt. Dafür ist die Norconia mit etwa €89,- (Stand April 2017) im Onlinehandel wesentlich günstiger zu bekommen ist.

      Vom Konzept und Design her ist die Norconia QB18 ein klassiches Sportluftgewehr mit Knicklauf, ähnlich wie von etlichen anderen Produzenten angeboten wird (ich würde sie in einer Klasse zusammen mit Weihrauch HW35, HW50, Diana 35 und desweiteren einordnen).
      Hier zu sehen in kombination mit einem einfachen ZF und einem Abzugschloss.



      Die technischen Datensind auch klassenüblich:
      • Kaliber: 4,5 mm Diabolos ( .177 cal)
      • System: Federdruck / Knicklaufsystem
      • Echtholzschaft
      • Länge: ca. 1.110 mm
      • Gewicht: ca. 2.800 g
      • Energie: 170 m/s (unter 7,5 Joule)


      Nach etwa 1000 Schuße kann ich meine Eindrücke in Lob und Kritik teilen.

      Zuerst zum positiven:
      Die Norconia QB18 wirkt im ersten und auch im zweiten Blick ziemlich wertig, besonderes wenn unter pragmatischer Ansichtsweise betrachtet. Natürlich muss man hier die Erwartungen erstmal einpassen; für 90 Euro darf man kein edel gefertigtes Luxus-Sammelstück erwarten. Besonderes die Holzverarbeitung und -beschichtung weisen ihre Schwächen auf.
      Nichts desto trotz und gerade aus technischer Hinsicht, finde ich die Norconia ziemlich gut. Unter dem Strich ist die Holzschaftung ziemlich gut und die Haptik angenehm. Die Waffe liegt angenehm in der Hand, an der Wange und im Anschlag.

      Die Brünierung ist völlig in Ordnung.


      Die Schwächen liegen eher in den versteckten Details. Dort darf vielleicht der Sammler suchen. Im alltäglichen Gebrauch fühlt sich die Waffe recht gut an.
      Die Gummischaftkappe liegt gut an der Schulter und rutscht nicht weg (wer mal eine Walther Lever Action mal im Anschlag hatte, weiß wie anderes es sein kann :cursing: ).


      Die technische Verarbeitug ist sachlich nüchtern aber doch nicht zu spärlich. Die Laufkrönung ist da, sowohl in der Mündung...


      ...als auch in der Aufladungsseite...


      Der Keilverschluss ist sehr stabil. Die betätigung ist akzeptabel, im geschlossenen Zustand wackelt hier nichts und zwar garnichts.


      Insgesammt, von ein paar, technisch nicht so kritischen Punkten abgesehen...


      ... ist die Waffe wirklich garnicht so schlecht.

      Wer die Waffe zum schiessen kauft, und nicht unbedingt zum Sammeln, pflegen bzw. um ihre Schönheit zu bewündern, ist hier ausreichend gut bedient... Wenn es bloss nicht diese mit dem Abzug wäre... und hier hier kommen wir schon zur

      Kritik
      Beim Schiessen fällt (auch) dem Anfänger inrgendwann auf, das der Abzug sehr viel Kraft benötigt. Bis zum Druckpunkt ist alles in Butter. Aber an dem Punkt, wo man den eigentlichen Schuss geben, also den Kolben zur Bewegung freilassen will, ist die notwendige Kraft so groß, dass es einem sogut wie unmöglich wird das zu machen, ohne zu verreissen.
      An dieser Stelle will erwähnt werden, der Abzug besteht aus Plaste

      Das ist an sich nicht so schlimm. Zwar ist Kunststoff weltweit von "Kennern" verpönt, allerdings für die Funktion an sich hat es nicht nur Nachteile. Achja... und es rostet auch nicht...

      Das Problem besteht aber im inneren. Gerade an dem Punkt, der für die nützlbarkeit und die Schießleistungen so kritisch ist, gerade dort hat der Produzent gespart. So gespart, dass ich es fast als kriminell bezeichnen würde...

      Ich habe die Abzugeinheit ausgebaut mit der Absicht, wie im fernsehen gesehen :whistling: die kontaktflächen der Innereien zu polieren, damit das ganze geschmeidiger fünktioniert. Dabei habe ich festgestellt, das das Teil aus drei zusammen gebrattenen Schichten gestanztes und unentgratetes Blech besteht. Aus so beseidenem Material etwas brauchbares zu machen... nun ja... das sprengt meine technischen Fähigkeiten.

      Zweite Problemstelle: Das Systemverschluss besteht auch aus Plaste. Soweit nicht schlimm (rostet ja nicht, haben wir schon geschrieben). Allerdings, auch die Schraube, die den Sicherungsstab führt, besteht aus weichem Kunststoff. Ich habe es nicht geschafft die Sicherung so wieder einzubauen und die Schraube in ihre Führungsschiene einzubauen, dass die Sicherung auch funktioniert. Dabei habe ich ohne große Mühe auch das Gewinde dieser weichen Schraube teilweise zerstört. Die Sicherung habe ich letztendlich darausgelassen, wes nicht so zeitgemäss ist...


      Ich will meine Grobmotorik nich leugnen. Aber mit gescheiten Materialien, aus dem Technik- und nicht Spielzeugbereich, wäre es mir bestimmt nicht so leicht passiert.

      Fazit

      An sich ist die Norconia QB18 ein günstiges Luftgewehr, das klassisch gut aussieht und sich gut anfühlt und hätte gut funktionieren können. Im aufgelegten Zustand ist die (innere) Präzision wirklich in Ordnung. Zum mindest übertrifft sie meine Schießfähigkeiten bei weitem. Es wäre keine Match-Waffe, aber zum Spass, Plinken und scheibenschiessen wäre sie wahrscheinlich auch langfristig völlig ausreichend.

      Leider hat der Produzent die Wünsche und die Kaufargumente und -motivationen seiner Kunden all zu gut verstanden, und mehr Wert auf die äusseren als auf die inneren Qualitäten gelegt. Ich hoffe, dass andere Modelle und Exemplare dieser Marke besser funktionieren und aufgebaut sind als meine Norconia.

      Viele Grüße

      OLa

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