Röhm RG 96 - Trocken repetieren mit Auswurfstörung - Konstruktionsfehler

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    • Röhm RG 96 - Trocken repetieren mit Auswurfstörung - Konstruktionsfehler

      Mahlzeit Freunde der geneigten SSW-Diskussion,

      ich möchte an dieser Stelle mal meine Beobachtung zum Thema "RG 96 Auswurfstörung beim Trockenrepetieren" dazugeben. Trockenrepetieren versteht sich hier MIT Munition.

      Ich beziehe mich thematisch auf (z.B.) folgende Topics:
      Ich grenze den folgenden Inhalt explizit gegen etwaige Zusammenhänge mit "RG 96 Auswurfstörungen beim Feuern" ab, da dieser Sachverhalt nichts mit der verwendeten Munition zu tun hat.

      Der Zusammenhang ist schwierig zu foto-dokumentieren, daher beschreibe ich schriftlich und vorrangig für RG 96-Besitzer.

      Die vorhandenen Berichte schildern ein, scheinbar generelles, Phänomen bzgl. Auswurfstörungen beim Trockenrepetieren der RG 96. Häufig wird dieser Effekt mit Auswurfstörungen beim Feuern vermischt/verwechselt.

      Die vorliegende RG 96 ist Beschuss AI mit PTB 699.

      Um nachzuvollziehen was hier mechanisch passiert, muss folgende Waffenkonfiguration hergestellt werden.
      • Waffe gesichert
      • Hahn in Sicherheitsrast
      Der Ladezustand der Waffe ist unerheblich.

      Der Schlitten der vorliegenden RG 96 lässt sich in diesem Zustand um ca. 5mm nach hinten schieben. Nach ca. 5mm ist der Anschlag des Schlittens an den Hahn in seiner Sicherheitsrast erreicht. Ein Ziehen des Schlittens über diesen Punkt hinaus würde die Waffe spannen bzw. beginnen sie zu spannen.

      Interessant ist hierbei der Spannvorgang über diese ca. 5mm bis zum Anschlag des Schlittens an den Hahn in Sicherheitsrast.

      Der aufmerksame RG 96 Besitzer wird hier feststellen das der Zugweg über diese 5mm in zwei Phasen zerfällt. Die ersten 3mm lassen sich widerstandsfrei ziehen. Hierauf folgt ein leichter Widerstand. Nach Überwindung dieses Widerstands lassen sich die restlichen 2mm ziehen, bis zum Anschlag des Schlittens an den Hahn in Sicherheitsrast nach ca. 5mm.

      Bei genauer Betrachtung wird der leichte Widerstand bei ca. 3mm, durch das Auftreffen des gefederten Schlagbolzens im Schlitten auf den Hahn in Sicherheitsrast erzeugt. Dies geschieht BEVOR der Schlitten als solches an den Hahn in Sicherheitsrast schlägt. Es ergibt sich hier ein winziger Spalt, welcher durch den Zug des Schlittens, bis auf diesen ersten Widerstand, zwischen Patronenlager und Stoßboden entsteht. Mit dem richtigen Lichteinfall sieht man was hier am Stoßboden passiert.

      Das auftreffen des Schlagbolzens auf den Hahn in Sicherheitsrast führt dazu das der Schlagbolzen nach vorne gedrückt wird. Dies geschieht über eine Länge von ca. 2mm (siehe oben), bis der Schlitten auf den Hahn trifft.

      Die Auslenkung des Schlagbolzens über diese 2mm nach vorne erzeugt eine Gegenkraft an der Kartusche, welche dazu führt das die/eine Kartusche von der Ausziehkralle beim Zurückziehen wieder ausgelöst wird, BEVOR diese die Kartusche an den Auswerfer transportieren konnte um sie auszuwerfen. Der Schlagbolzen drück faktisch die Kartusche von der Ausziehkralle zurück ins Patronenlager.

      Der geneigt SSW-Flüsterer versteht das dies für den Feuerbetrieb kein Problem ist bzw. sein muss, für das Trockenrepetieren sehr wohl. :)

      Positiv formuliert könnte man sagen, works as designed. Ich halte diese "konstruktive Eigenheit" jedoch faktisch für einen Konstruktionsfehler. Dies tue ich vor dem Hintergrund das alle anderen SSWs ihren Schlagbolzen beim Trockenrepetieren nicht in Richtung Kartusche auslenken.

      Man kann sich diese Mechanik auch gut durch das Trockenrepetieren mit Kartuschen mit völlig unbeschädigtem Zündhütchen ansehen. Der Schlagbolzen hinterlässt beim Trockenrepetieren einen minimalen Abdruck im Zündhütchen. Beim langsamen Trockenrepetieren merkt man zudem wie die Kartusche förmlich zurückfedert duch den federgespannten Schlagbolzen welcher gegen sie drückt beim Repetieren.

      Gruß der Wurstmann
    • Shoot - don't play!
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