Prellschlag (lange Version)

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  • Prellschlag (lange Version)
    Bei der Schussabgabe mit einem Federdruck-Luftgewehr "fliegt" der Kolben - angetrieben duch die Hauptfeder in der Kompressionshülse nach vorne. Hierdurch erfährt das Federdruckgewehr einen Rückstoß (Aktion = Reaktion). Das (schwerere) Gewehr bewegt sich etwas nach hinten. Die Größe des Rückstoßes ist abhängig von der Beschleunigung des Kolbens durch die Feder und von seiner Masse (Gewicht). Der Rückstoß führt zu einer Rückwärtsbewegung der kompletten Waffe und gleichzeitig zu einer Drehung um einen imaginären Punkt, der von dem Schwerpunkt der gesamten Waffe und der Ankopplung des Gewehrs an den Schützen beeinflußt wird. Nicht vergessen: Der Diabolo ist garantiert noch im Lauf!

    Prallt der Kolben schließlich (hoffentlich gedämpft durch die komprimierte Luft in der Kompressionshülse!) an das vordere Ende der Kompressionshülse, entsteht der Prellschlag. Das Gewehr bewegt sich nach vorne. Hier eine sehr schöne animierte Demo zum zeitlichen Ablauf.

    Es erfolgt also ein zum Rückstoß gegenläufiger Impuls und zwar schon in dem Moment, in dem der Kolben auf das Luftpolster aufprallt. Dieser bringt noch mehr Unruhe in die Bewegung des Gewehrs. Vorgang ist vergleichbar mit dem Aufprall einer Billiardkugel (leicht - bewegt - Kolben) auf eine zweite Billiardkugel (schwer - ruhend - Gewehr). Je nachdem wo die erste Kugel die zweite trifft (relativ zum Schwerpunkt), bewegt sich diese geradlinig nach vorne (Ausnahme) oder eben nach links oder rechts.

    Der Gesamtschwerpunkt eines Federdruckluftgewehrs hängt natürlich auch davon ab, ob und wo ein schweres oder leichtes Zielfernrohr montiert ist und es noch andere fest montierte Anbauteile gibt. Ganz übel sind seitlich montierte Anbauteile, oder Anbauteile, die sich selbst wiederum relativ zum Gewehr bewegen können.

    Wie gesagt: Die Bewegung des Federdruckgewehrs durch Rückstoß und Prellschlag hängt auch davon ab, wie und wo es an den Schützen "angekoppelt" ist. Wo hält er es, wie er es hält und wie fest er es hält!

    Beim Rückstoß ist der Diabolo garantiert noch im Lauf, ob er bei Prellschlag auch noch im Lauf ist, könnte von dem speziellen Federdruckgewehr, der Schußentwicklungszeit und auch vor allem von der Lauflänge abhängen.

    Ein anderer Kontaktpunkt zum Schützen führt zwingend auch zu einer anderen Bewegung des Gewehrs, während der Diabolo noch im Lauf ist!!

    Deshalb muss ein Federdruckschütze das Gewehr immer absolut gleich halten, um keine Treffpunktverlagerung zu verursachen. Deshalb ist es so schwierig für den Federdruck-Schützen zu treffen, verglichen mit einem Pressluftgewehr oder einem Vorkomprimierer.

    Im Field Target Bereich hat der Federdruck-Schütze noch einen weiteren entscheidenden Nachteil: Durch das "Springen" des Gewehrs, kann er durch das Zielfernrohr - im Gegensatz zu Pressluft-Schützen - nicht den Diabolo im Flug sehen und vor allem auch nicht die Treffpunktlage im Ziel. Somit erhält er bei schwierigen Windverhältnissen keine Hinweise, die für das Treffen des nächsten Ziels sehr hilfreich sein können.

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