Scharfschütze (1)

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  • Scharfschütze
    Scharfschützen, sind speziell ausgebildete und ausgerüstete Soldaten, die mit ihren Gewehren Ziele bis 1.200m, bei schweren Waffen (z. B. .50 BMG) auch bis zu 2.500m bekämpfen.
    Sie operieren alleine, im Trupp (2-5 Mann) oder als Teil einer Einheit (-> Designated Marksman) oder sind als eigenständige Einheit aufgestellt.
    Ihre Aufgaben sind vielfältig und beschränken sich nicht nur auf den präzisen Einzelschuss. Neben der Schießfertigkeit sind vor allem Ausdauer und Geduld, eine hohe physische und psychische Belastbarkeit Voraussetzung/ Bedingung für die Ausbildung und Verwendung als Scharfschütze.

    Militärische Scharfschützen müssen in der Lage sein, tagelang, auf sich allein gestellt, zu opererieren und im entscheidenen Moment auch fähig sein, den Abzug zu betätigen. Eben weil es nach einiger Zeit zu einer positiven Identifikation mit dem Aggressor kommen kann, welche zu einer Blockade/ der Unfähigkeit, den Auftrag zu erfüllen, führen kann.


    Ihre Hauptaufgaben sind
    • Sammeln von wichtigen Informationen, durch Beobachtung
    • Ausmachen von wichtigem Personal (z.B. vorgeschobene Beobachter der Artillerie; Bedienpersonal von Waffensystemen (z.B. Panzerabwerhwaffen)) und Führungskräften
    • Identifizieren von strategisch bedeutsamen Waffen und Stellungen (z. B. MG-Nest, gegnerischen Scharfschützen, Radaranlagen) und Kommunikationseinrichtungen (z. B. Funk),
    • Bekämpfen/ Ausschalten der o. g. strategisch wichtigen Personen und Geräte
    • Sicherung der eigenen Truppe/ Truppenteile




    Geschichte

    Die Anfänge
    Die Geschichte der Scharfschützen reicht zurück zu den Jäger- und Schützenbataillonen der deutschen Armeen im 18. Jahrhundert. Dafür wurden besonders schießfertige und talentierte Schützen rekrutiert, die meist aus Förster- und Jägerfamilien stammten. Sie erhielten Gewehre mit gezogenen Läufen und hatten (schon von Haus aus) die bessere Schießausbildung gegenüber der regulären Linieninfanterie.
    Die Erfahrungen der britischen Truppen im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775-1783), für die unter anderem deutsche Soldaten aus solchen Jägereinheiten dienten, nutzten sie auch während der napoleonischen Kriege und stellten im Jahr 1800 eine eigene Scharfschützeneinheit auf, welche 1802 ins reguläre Feldheer übernommen wurde.
    Ähnliche Einheiten wurden auch auf französischer Seite aufgestellt, jedoch mangelte es an notwendiger Ausrüstung (Büchsen), um diesen Truppen einen Vorteil ggü. den herkömmlichen Infanterieeinheiten zu gewähren.
    Auch im Russischen Zarenreich gab es Jäger- und Schützeneinheiten.
    In der KuK-Monarchie (Österreich-Ungarn) stattete man die Schützen sogar mit Luftgewehren (Girandoni Windbüchse?) aus.
    Im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-65) wurden auf Seite der Nordstaaten eigens Schützeneinheiten (1st & 2nd United States Volunteer Sharpshooter Regiment) aufgestellt.
    Während des (zweiten) Burenkriegs (1899-1902) erlitten britische Truppen schwere Verluste durch gut ausgebildete (Scharf)Schützen auf Seiten der Buren.


    Modernes Scharfschützenwesen
    Scharfschützen, so wie man sie heutzutage von Bildern und aus dem Fernsehen kennt, mit zotteligen Anzügen und Zielfernrohrgewehren, gibt es in dieser militärischen Ausrichtung erst seit dem Ersten Weltkrieg.
    Spätestens als der Krieg an den Fronten zum Erliegen kam, sann man über Waffen nach, die den Gegner punktuell stören konnten und ihn zu unüberlegtem Handeln zwingen konnten. Britische Offiziere nahmen es sportlich und versuchten mit privaten Afrika-Büchsen, den Gegner zu beharken. Bei den Franzosen verpflichtete man sogar Künstler und Botaniker, um möglichst realistische Tarnungen (-> Camouflage) anzulegen.



    Waffen & Ausrüstung
    Die Hauptwaffe des Scharfschützen (sofern einzeln tätig) ist das Scharfschützengewehr. Zur Eigensicherung führen Scharfschützen meist (eine) weitere Waffe(n) mit. Von der Pistole, über PDW/ MPi, bis zum Sturmgewehr.


    Bei der Primärbewaffnung lassen sich die Gewehrtypen wie folgt klassifizieren:
    1. Zielfernrohrgewehr: ein Standard-Gewehr (wie es in gleichem Kaliber und ähnlicher Ausführung auch bei der Truppe als Standardbewaffnung verwendet wird), mit entsprechenden Optiken zum Zielfernrohrgewehr erweitert
    2. Designated Marksman Rifle: (ehemaliges) Standardgewehr im größeren Kaliber (z.B. 7,62mm x 51) als das derzeit verwendete, mit Zielfernrohr zum ZF-Gewehr erweitert (z. B. M14)
    3. Scharfschützengewehr: eigens als solches entwickeltes und dafür beschafftes Gewehr (-> Scharfschützengewehr), in teilweise abweichendem Kaliber als es für Sturmgewehr/ MG Verwendung findet, z. B. G22 (Accurancy Intl. Ltd. AWM-F in .300Mag)
    4. Scharfschützengewehr, großer Reichweite: Gewehre in großen Kalibern, die mit entsprechender Munition auch auf große Entfernungen gegen Hartziele eingesetzt werden können (z. B. M82 in .50BMG), bishin zur Panzerbüchse.


    Ausrüstung
    Um erfolgreich zu sein, bedarf es ein klein wenig mehr, als nur dem Gewehr.
    (Ausrüstungsvorschlag gemäß VISIER Special 34)
    • Drag Bag (Gewehrfutteral, welches sich zum Hinterherziehen eignet; evtl. auch als Schießunterlage)
    • Mündungsschoner, Objektiv- und Okularschutz
    • Waffenreinigungsset mit Pinsel und Öl
    • Zweibein (oder selbst gebasteltes Dreibein)
    • Gehörschutz
    • Spektiv, Fernglas (mit Strichplatte), Entfernungsmessgerät
    • Reinigungsmittel für Optiken
    • Sniper Data Book, Schreibzeug, Taschenrechner, Maßband, Kompass, Windmesser, MilDot-Master und/oder andere Umrechnungstabellen
    • wetterfeste Kleidung/ Wechselwäsche
    • Tarnmaterialien (Ghilli-Suit, Tarnnetz, -schal, schminke)
    • Ellenbogen-/ Knieschoner
    • Zeltbahn, Isomatte
    • Wechselbekleidung, Wasservorrat, Verpflegung
    • Erste Hilfe Set, Anti-Mücken/ Zeckenmittel, Zeckenzange
    • Moskitonetz oder Mückenschutz
    • Taschenmesser, Multitool mit Inbus-/ Torxsatz (passend zu Waffe und Zubehör)
    • Pi-Päckchen (Nägel, Schrauben, Schnüre, Draht, usw.), Nähzeug
    • Gartenschere, Haumesser oder kleine Säge
    Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann je nach Auftrag, Einsatzort und zweck, Witterung entsprechend ergänzt oder gekürzt werden.

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