Handflammpatrone

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  • Handflammpatrone
    [BLOCK]Einschüssige, röhrenförmige, aus der Hand verschießbare Waffe der Bundeswehr, die einen Beutel mit rotem Phosphor verschießt. Die Handflammpatrone (DM 34, Bez. für die Gefechtsversion) ist nicht wiederverwendbar. [/BLOCK]


    Beschriftung auf der Waffe


    [BLOCK]Anstatt der ab dem Ersten Weltkrieg verwendeten tragbaren Flammenwerfer beschaffte die Bundeswehr Mitte der 60er Jahre Handflammpatronen. Diese waren deutlich kleiner, leichter, unkomplizierter in der Bedienung, weniger gefährlich für den Anwender und ließen sich auf dem Gefechtsfeld viel besser verbergen. Darüber hinaus hat eine H. eine größere Reichweite als ein durchschnittlicher tragbarer Flammenwerfer, wie z. B. der russische LPO 50.

    Die Grundidee der H. dürfte vom sog. "Volksflammenwerfer", auch "Flammenwerfer 46" genannt, beeinflusst worden sein. Dieser kleine Einstoßflammenwerfer war ebenfalls als "Wegwerfgerät" konzipiert und kam gegen Ende des Krieges noch in größerer Stückzahl zum Einsatz (etwa 12500 bis 15000 Exemplare). Besonders bei der Verteidigung von Berlin soll sich die Waffe (Reichweite ca. 35m) gut bewährt haben - u.a. auch bei der Bekämpfung von Panzern.

    Die sehr simpel aufgebauten, modernen Handflammpatronen sollten dazu dienen, befestigte feindliche Stellungen (vor allem im Orts- und Häuserkampf) zu vernichten und Fahrzeuge sowie eben auch Panzer zu bekämpfen und/oder zu blenden. Unter günstigen Bedingungen sollen sogar Kampfpanzer kampfunfähig gemacht werden können. Eine Beschädigung der optischen Einrichtungen (Winkelspiegel) und der Lukendichtungen ist ebenfalls zu erwarten. Die Reichweite der Waffe beträgt etwa 80 Meter. Wenn der abgeschossene Beutel nicht auf ein festes Hindernis trifft, zerplatzt er nach ca. 2 Sekunden Flugzeit in der Luft und der brennende Phosphor verteilt sich über ein Areal von etwa 15x50m.

    In der Regel waren u.a. alle Panzergrenadierschützentrupps der BW nach STAN mit mind. 10 Handflammpatronen ausgerüstet. Diese konnten in speziellen Halterungen im hinteren Kampfraum des Schützenpanzers Marder aufbewahrt werden und wurden im abgesessenen Gefecht in besonderen Beuteln "am Mann" mitgeführt. [/BLOCK]



    Das frühe Modell der Handflammpatrone DM 28 (Übungsausführung) - noch mit einem Drehknopf (s.u.) zum Auslösen und ohne den typischen Klappgriff aus Kst. der späteren Version.


    [BLOCK]Zum Abschuss muss man den klappbaren Kunststoff-Griff hinten an der H. ausklappen, arretieren und kann dann den Abzug betätigen. Für den Anschlag gibt es in der entsprechenden ZDV der Bundeswehr genaue Vorgaben, da der Rückstoß bzw. Hochschlag enorm ist. So gilt es, die Röhre mit der linken Hand fest zu umklammern.

    Offenbar werden die Handflammpatronen seit 2001 systematisch bei der Bundeswehr ausgemustert. Ob und in welchem Umfang sie in Gefechtseinsätzen benutzt wurden, ist unklar. Neben der Gefechtswaffe gab es auch entsprechende Übungsgeräte (siehe Fotos), die in der typischen lichtblauen Farbgebung gestaltet waren und mit Kalk gefüllte Beutel verschossen. Die Funktion war ansonsten aber identisch. [/BLOCK]

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