ERMA Schreckschußwaffen

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  • ERMA Schreckschußwaffen
    Status bez. der Erfassung von ERMA Schreckschuß-Waffen



    Im Folgenden möchte ich den aktuellen Stand bezüglich der Schreckschußwaffen-Erfassung von ERMA geben. Momentan (Stand 13. Juni 2011) sind 3528 Schreckschuss- (und 4410 „scharfe“) Waffen erfasst, wobei 2,0% der Einträge unvollständig sind (meist fehlt dabei das Beschußjahr) oder sie sind unlogisch (z.B. das Beschußjahr ist „völlig ausser der Reihe“, was z.B. beim Schlittentausch durch einen Vorbesitzer passiert, der aus zwei alten Teilen eines macht und so unwissentlich die Beschußstempel der einen mit der Seriennummer der anderen Waffe zusammenführt, aber auch völlig andere Ursachen wie beispielsweise den Abverkauf von "Altlasten" seitens des Werkes haben kann). Im Folgenden wird ausschließlich auf die Schreckschußwaffen eingegangen.



    Allgemein

    Insgesamt hat ERMA von 1974 bis 1997 SSWs (SSW = SchreckSchussWaffe, auch als Signal- oder Gaswaffe bezeichnet) hergestellt und in München staatlich beschiessen lassen. Nach dem traurigen Ende in Dachau wurden aus Restbeständen noch einige Waffen in Suhl montiert, welche auch dort beschossen worden sind. Alle bisher in der Datenbank erfassten Waffen aus Suhl wurden in den Jahren von 1998 bis 2000 beschossen und stammen fast ausschließlich aus den Baureihen EGP790, EGP490 und EGP459. Daneben gab es noch eine Handvoll in Suhl beschossene SSWs, die eigentlich zu diesem Zeitpunkt gar keine PTB-Zulassung mehr besaßen. Dazu gehören Waffen der Baureihen EGR66X und EGP88, als auch sehr wenige andere Modelle.



    Zu den einzelnen Modellen gebe ich weiter unten jeweils die Bereiche der bisher erfassten Seriennummern pro Baujahr an. Allerdings gibt es auch Sonderfälle, da ERMA bezüglich der Seriennummernvergabe nicht gerade perfekt organisiert war. So gab es z.B. vom scharfen EGM1 bzw. EM1 meines Wissens nach einen 1000er-Seriennummernblock, der aufgrund eines rückwärts gestellten Rollenstempels komplett zweimal vergeben wurde. Als Erma das merkte, wurden natürlich alle Waffen, denen sie noch habhaft werden konnten, durch einen vor der SN gestempelten Buchstaben einmalig gemacht. Alle haben sie aber nicht mehr bekommen und so gibt es ein paar dieser Waffen mit gleichen Seriennummern, was mit Sicherheit noch zum einen oder anderen Problem spätestens bei einer Zentralisierung der Schußwaffen-Datenbanken in Europa führen wird.... Auch tauchen immer mal wieder Waffen ohne eingeschlagene Seriennummer in Sammlerkreisen auf. So ist mir z.B. eine EGP75 mit PTB401 und Münchner Beschußstempeln ohne Seriennummer begegnet als auch eine EGP65 komplett ohne Beschuß und Seriennummer.

    Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass es einige wenige ERMA-Waffen mit einem der Seriennummer vorangestellten „A“ gibt, was zum Teil nachträglich, zum Teil aber auch anstatt der ersten „0“ direkt durch den Rollenstempel bei der Herstellung aufgebracht wurde. Welche Bedeutung dies hat, ist mir bis heute nicht klar, da die betroffenen Waffen keine gemeinsamen Merkmale aufweisen. Ferner gibt es zumindest eine Waffe mit einem der Seriennummer nachgestellten „+“, über dessen Bedeutung ich auch nichts weiß und einige ansonsten völlig serienmässige Erma-SSWs ohne den PTB-Stempel habe ich auch bereits gesehen, welche trotz des fehlenden Stempels ganz normal staatlich beschossen wurden und in den deutschen Handel gelangten.



    Alle frühen ERMA-Modelle wiesen braune, zweiteilige Plastikgriffschalen mit Erma-Logo auf, sofern keine Holzgriffschalen verbaut waren, alle späteren entweder scharze Plastikgriffschalen oder wiederum welche aus Holz. Die Umstellung von braunen auf schwarze Kunststoffgriffschalen ist irgendwann im Zeitraum 1982-84 erfolgt (je nach Modell). Ausnahmen stellen die EGP490 (normalerweise Gummigriffschalen) und die Geco P217 (komplett gegossenes Kunststoff-Griffstück ohne separate Griffschalen) dar. Wenn Holzgriffschalen ab Werk montiert waren, so sind diese bei der EGP45 + EGP75 + EGR66 + EGR77 zweiteilig und bei der EGP315 + EGP55 + EGP65 + EGP75S einteilig. Bei den späten Modellen gab es auch selten Schichtholzgriffschalen (EGP315, EGP515, IWC Lady). Ganz selten sind die orginalen Perlmuttersatz-Griffschalen (Perlit genannt), die es werksseitig für EGR66, EGR66X, EGP45, EGP490 und IWC Chief gab.



    Alle ERMA-SSW’s haben einen Stahlhahn, Stahl-Abzug, Stahl-Trommel und Trommelachse, Stahllauf bzw. Laufinnenrohr, Stahl-Stoßboden und alle Funktionsteile (Innereien) aus Stahl. Das gilt natürlich nur, wenn die Teile auch vorhanden sind. Bei einer Pistole gibt’s natürlich keine Trommelachse und die P217 hat keinen Hahn. Beim EGR66X ist alles aus rostträgem Stahl (Feinguß) gefertigt.



    Bis auf die ersten PTB69-Modelle haben alle Waffen ein M8x1.0-Feingewinde für einen Zusatzlauf zum Verschiessen von pyrotechnischer 15mm-Munition. Der Zusatzlauf mit der Erma-Teilenummer 6523 lag jeder Waffe serienmässig bei, auch den Waffen, die nicht unter dem Namen Erma vertrieben wurden (Crosman, Geco, IWC/IWG, Torro). Die Teilenummer war nicht bei allen Läufen eingeprägt. Der Zusatzlauf hat vier schräg nach vorne weisende Entlastungsbohrungen (jeweils alle 90 Grad) an der Seite und war stets brüniert, egal welches Finish die Waffe hatte. Einzige Ausnahme bildet der EGR66X, welcher mit einem baugleichen blanken Zusatzlauf mit gleicher Teilenummer aus rostträgem Stahl geliefert wurde. Die Größe der Entlastungsbohrungen wurde um 1994-95 von 4mm auf 6mm vergrößert, was mit der Einführung der neuen Kaliber (.315K und 9mmPA), als auch mit Defekten bei EGP881-Modellen zusammenhängt. Bilder der verschiedenen Versionen findet Ihr auch in einem Thread unter https://www.co2air.de/wbb2/thread.php?threadid=28750.



    Als Verkaufsverpackung für Erma-Kurzwaffen dienten Kartons. Bis 1977 waren diese außen hellblau und hatten eine rot beflockte Styroporeinlage mit Vertiefungen für die jeweilige Waffe und etwas Zubehör (z.B. Putzbürste, Zusatzlauf, Patronen). Diese sind bei Erma-SSW’s selten, da relativ wenige Schreckschußwaffen von Erma vor 1977 gefertigt wurden. Danach wechselte Erma auf dunkelbraune Kartons mit unbeflockter Styroporeinlage, welche von 1977 bis 1993 genutzt wurden. Die Torro-Modelle wurden in baugleichen hellgrünen Kartons verkauft. Ab 1993 bis zum Ende von Erma wurden hellgraue, einfachere Kartons ohne separate Einlage verwendet. Die gleichen einfachen Kartons dienten auch den Crosman- bzw. IWC-Modellen als Verpackung, wobei die Crosman- und IWC-Kartons ockerfarbig waren und mit rotem Crosman-Schriftzug bzw. mit schwarzem IWC-Logo bedruckt waren. Neben dem Signalbecher war auch eine Putzbürste allen Waffen beigelegt (natürlich nicht den Langwaffen), als auch eine Bedienungsanleitung in Deutsch, Französisch und Englisch und eine Garantiekarte, sowie teilweise Merkblätter. Die Langwaffen kamen in naturbraunen Kartons mit drei Styroporeinlagen, die jeweils an beiden Enden des Gewehrs und in der Mitte waren und die Waffe somit ordentlich fixierten. Beim EGG1 beinhaltete das mittlere Styroporteil auch eine Aussparung für das mitgelieferte 7-Schuß Magazin.



    Im Folgenden werden chronologisch die einzelnen Modelle beschrieben. Dabei wurde immer eine Modellreihe komplett abgehandelt, auch wenn dies spätere Versionen beinhaltete.



    EGP75 & EGP75S (& Crosman CX, Torro 75):

    Angefangen hat die Fertigung mit einer PPK-Kopie im Kaliber 8mmK (die ersten paar tausend Exemplare weisen interessanterweise eine Kaliberbezeichung "8mm" statt "8mmK" auf), die viele Teile mit der ERP74 im Kaliber 4mmM20 und der späteren EP752 im Kaliber .22l.r. von ERMA gemeinsam hat, wobei sich die EGP75 von der ERP74 (1974 auf dem Markt erschienen) ableitete und sich die EP752 (1979 auf dem Markt gekommen) von der EGP75S ableitete. ERMA erhielt die Bauartzulassung am 15.11.1974 von der PTB und es wurde die Zulassungsnummer 69 befristet für zwei Jahre vergeben. Bereits nach einem Jahr gab es kleine bauliche Veränderungen an der Waffe, wodurch bereits am 11.11.1975 eine aktualisierte Zulassung (wieder befristet für zwei Jahre) unter PTB 69/2 erteilt wurde. Wichtigste Neuerung gegenüber dem ersten Modell ist, dass nun ein Laufgewinde vorhanden war und damit ein passender Abschußbecher (bei Erma Zusatzlauf genannt) für 15mm-Signalmunition mitgeliefert wurde. Bei der Fertigung des Nachfolgers kam es am Anfang noch zu einem Zahlendreher, sodass einige frühe Modelle statt der PTB 69/2 Stempelung einen PTB 96/2 Stempel auf dem Schlitten aufweisen. Dies wurde aber noch innerhalb des Jahres 1976 behoben (und ist der Grund, warum die PTB nie die Zulassungsnummer 96 vergeben hat). Vor Ablauf der Frist wurde am 27.9.1977 das fast identische Nachfolgemodell mit PTB 69/3 für weitere zwei Jahre zugelassen.



    Doch ERMA arbeitete bereits an einem benutzerfreundlicheren (und einfacher und billiger zu fertigen) Nachfolgemodell mit Spannabzug, die EGP75S (S = Spannabzug, der gleiche, der später auch im Schwestermodell EP752 Verwendung fand). Die Einführung erfolgte im Jahr 1978 noch während der PTB69/3-Zulassung. Am 23.6.1978 wurde dann bereits die PTB 69/4 Zulassung an das Erma-Modell vergeben, welches mit dieser Zulassung bis 1985 gebaut und durch ein fast baugleiches Nachfolgemodell mit gleichem Namen unter PTB 401 (Zulassungs-Erteilung am 7.6.1985) von 1985 bis 1994 weitergebaut wurde. Von letzteren entstanden größere Mengen als von allen vorherigen Modellen und es gab davon zwei baugleiche Modelle für andere Märkte, die Crosman CX und die Torro 75, welche beide unter der gleichen Zulassungsnummer am 30.6.1992 zugelassen wurden. Am 30.6.1994 lief dann die gemeinschaftliche Zulassung PTB 401 der EGP75S und deren Schwestermodelle ab. Dies hing damit zusammen, dass der deutsche Gesetzgeber keine Neuzulassungen bzw. Zulassungsverlängerungen für SSW’s im Kaliber 8mmK erlaubte. Deshalb wurden zwei Nachfolge-Waffen in den Kalibern .315K und 9mmPA entwickelt (EGP715 und EGP790). Mehr zu den Nachfolgemodellen im entsprechenden Abschnitt weiter unten.



    Aufgrund von Zulassungsbestimmungen in einigen Ländern und anderen Gründen wurde bereits auf Basis einer PTB69/3-EGP75S ein Prototyp mit einem Ausschuß nach oben (realisiert durch einen am Lauf fixerten Aufsatz). 1984 wurden noch zwei fast baugleiche Prototypen-Kleinserien basierend auf der EGP75S gebaut. Dabei handelt es sich um die EGP75GB und EGP75P, die beide lediglich einen anderen Stahllauf und veränderten Schlitten aufweisen, um einen etwa 2mm großen Ausschuß nach oben (befindet sich direkt am Patronenlager) zu realisieren. Diese Waffen wurden von Hand aus Serienteilen gebaut und der PTB und teilweise auch dem Beschußamt zur Prüfung vorgelegt und auch beschossen. Beide Modelle weisen allerdings keine PTB-Zulassung auf und sind deshalb in Deutschland WBK-pflichtig. Die von Hand geänderten P-Modelle stellen dabei die Prototypen für die kurz darauf gebauten GB-Modelle dar. Für das GB-Modell wurde sogar ein Rollenstempel gefertigt, da mit diesem, wie auch bei den Serienwaffen, die Beschriftung auf den Schlitten aufgebracht wurde. Bei der EGP75P wurde eine sehr späte PTB69/4-EGP umgebaut und auf deren Schlitten das PTB-Zeichen und das „S“ in der Bezeichnung ausgefräst und and der Stelle des „S“ wurde noch ein „P“ graviert. Die Waffen haben logischerweise kein Gewinde im Lauf. Über die Anzahl und den Verbleib der Waffen ist mir nichts bekannt. Zumindest ein paar der Stücke sind heute in Sammlerhänden erhalten geblieben. All diese Prototypen weisen Seriennummern aus dem letzten Produktionsmonaten des PTB69/4-Modells auf.



    Ferner gab es für den französischen Markt noch eine EGP75E (E=Export), welche für die 8mmGR-Grenaillemunition entwickelt wurde. Diese Kleinschrotmunition war in der Zeit in Frankreich und Belgien sehr beliebt (und Erwerbsfrei) und viele deutsche SSW-Hersteller boten abgewandelte Modelle für diesen Markt an. Dabei ist die Laufsperre minimiert (nur 1-2mm lange Stahlplättchen, die in den Lauf hineinragen), damit das Schrot passieren kann. Da diese Waffen in Deutschland WBK-pflichtig sind, gehe ich nicht weiter auf dieses Modell ein (zumal diese Munition hierzulande als „verbotene Munition“ gilt). Interessant ist aber die Tatsache, daß die ersten Prototypen der EGP75E’s auf den EGP75S-Modellen der PTB401-Version basierten.



    Während brünierte Waffen die Regel sind, gab es auch sehr wenige veredelte Einzelstücke (z.B. vergoldeter Hahn und Abzug, Altsilber-Finish mit handgearbeiteten Arabeskengravuren, verchromt, ....). Bei den superseltenen Arabesken-Modellen, die komplett von Hand graviert waren, wurden die Beschußstempel normalerweise an der Schlitten-Innenseite aufgebracht. Auch kamen ein paar hochglanzverchromte EGP75S in den Handel. Bei den Waffen mit Holzgriff war dieser einteilig (abgesehen von den seltenen zweiteiligen Holzgriffschalen der frühen Modelle ohne Spannabzug) und bestand nicht etwa aus viel einfacher zu produzierenden Hälften, wie es sonst üblich war und auch bei ERMA bei den Plastik-Griffschalen praktiziert wurde. Neben den braunen (bis Anfang der 80er Jahre bei allen Erma-Pistolen mit Plastikgriffen zu finden) bzw. schwarzen (Umstellung erfolgte im Zeitraum 1981/82) Griffschalen und den erforderlichen Veränderungen für die Zulassung gibt es noch eine wichtige und von außen sofort ersichtliche Änderung im Laufe der Produktion und das ist das Design des hinteren Schlittenteils inkl. des dortigen Rahmenendes. Bis zur PTB69/4 haben die Waffen beidseitig 23 kleine Fingerrillen, um beim Zurückziehen des Schlittens nicht abzurutschen und weisen zudem ein geschwungenes Schlittenende mit einem spitzeren Griffstückende auf, wenn man von der Seite auf die Waffe sieht. Spätestens 1980 wurde diese Partie komplett überarbeitet. Nun haben die Waffen 12 grobe Fingerrillen am Schlitten und sind hinten komplett begradigt, wodurch auch die Spitze des Rahmenendes erheblich stumpfer ausfiel. Verwunderlich ist auch, dass der Schlitten nicht nur einmal, sondern in kurzer Zeit zweimal überarbeitet wurde. Der ursprünglich von der ERP74 stammende Schlitten wies eine separate, horizontal verstellbare Kimme auf, die beim Übergang von PTB69/3 zur PTB69/4 dem Rotstift zum Opfer fiel und durch eine fixe mitgegossene Kimme ersetzt wurde. Dies ist aber eher positiv zu bewerten, weil die orginalen Kimmen der frühen Schreckschußmodelle im Gegensatz zur Kimme der ERP74 und der EP752 bzw. EP752S keine Madenschraube zur zusätzlichen Fixierung hatten und deshalb im Alltag leicht verloren gehen konnten. Ganz abgesehen davon, dass eine einstellbare Kimme bei einer SSW keinerlei Nutzwert hat.



    Die Seriennummern wurden durch die beschriebenen Evolutionsstufen hindurch fortlaufend vergeben, wobei die ersten Prototypen aus dem Jahr 1974 noch 5-stellige SN’s aufweisen und es einen kleinen Seriennummern-Sprung zur Einführung der EGP75S gab, da die höchsten bekannten EGP75-SN’s 0291xx sind und die EGP75S-Modelle mit Prototyp Nr.030000 beginnen. Beim Crosman-Modell wurde parallel mit SN 010000 angefangen (wobei zumindest eine Serienwaffe mit 3-stelliger SN bekannt ist) und die Torro-Modelle besitzen keinerlei Seriennummer (im Gegensatz zu den „scharfen“ Torro-Modellen). Allerdings gibt es Erma-typisch ein paar Ausreisser bei den Seriennummern. So ist mir eine EGP75S mit Griffstück aus den ersten PTB69/4- Produktionsmonaten und Schlitten mit PTB69/3 inklusive staatlichem Beschuß von 1992 in München zugelaufen. Auch weiß ich von einer EGP75 mit einer prägnanten Seriennummer aus dem Jahr 1975, welche aber mit PTB69/2 und 1978er Beschuß in den Handel gelangte. Hier scheint man werksseitig ein paar Altlasten verkauft zu haben.....



    Momentan erfasste Seriennummern-Bereiche:

    PTB69: 0000x (1974), 0003xx-0121xx (1975),

    PTB96/2: 0122xx-0142xx (1976),

    PTB69/2: 0149xx-0170xx (1976), 0172xx-0253xx (1977),

    PTB69/3: 0258xx-0274xx (1977), 0276xx-034xxx (1978 ),

    PTB69/4: 035xxx-038xxx (1978 ), 039xxx-045xxx (1979), 047xxx-054xxx (1980), 055xxx-0621xx (1981), 0623xx-0672xx (1982), 0674xx-0728xx (1983, hier gab es anfangs auch 5-stellige SN’s 674xx), 0729xx-078xxx (1984), 0795xx (1985),

    PTB401: 0796xx-080xxx (1985), 081xxx-0858xx (1986), 0859xx-0882xx (1987), 0885xx-0901xx (1988 ), 0906xx-091xxx (1989), 092xxx-095xxx (1990), 096xxx-105xxx (1991), 1059xx-110xxx (1992), 111xxx-11192x (1993), 11195x-114xxx (1994)

    CrosmanCX = 010xxx + 1xx (1993)



    Momentan sind in der Datenbank erfasst:

    54x PTB 69 aus den Jahren 1974 bis 1975

    13x PTB 96/2 aus dem Jahr 1976

    43x PTB 69/2 aus den Jahren 1976 bis 1977

    38x PTB 69/3 aus den Jahren 1977 bis 1978

    1x EGP75P aus dem Jahr 1984 (ohne PTB)

    1x EGP75GB aus dem Jahr 1984 (ohne PTB)

    210x PTB 69/4 aus den Jahren 1978 bis 1985

    264x PTB 401 aus den Jahren 1985 bis 1994

    7x Crosman CX aus dem Jahr 1993

    7x Torro 75 aus dem Jahr 1992



    EGP65:

    Nächste von ERMA auf den Markt gebrachte SSW wurde die am 11.11.1975 unter PTB 146 zugelassene EGP65. Auch diese Waffe ist für den Kaliber 8mmK ausgelegt. Sie ist im Gegensatz zur sehr ähnlich aufgebauten EGP55 nur mit einem SingleAction-Abzug ausgestattet. Das heisst, man muß den Hahn vor der Benutzung einmal spannen, sofern das nicht bereits durch Zurückziehen des Schlittens passiert ist. Das ist auch der Grund, warum der Abzug so weit hinten sitzt. Auch hier gab es mit den Modellen EP652 (Kal.22LfB) und EP655 (Kal. 6,35mm Browning) zwei scharfe Schwestermodelle, welche analog zur EGP65 jeweils das billigste Einstiegsmodell darstellten, weil sie durch ihre einfache Technik billiger zu fertigen waren. Diese Schwestermodelle weisen aber im Gegensatz zur EGP65 eine zusätzliche Flügelsicherung am Schlitten auf, während die EGP65 nur über eine Fallsicherung und eine Sicherungsraste für den Hahn verfügt. Übrigens sind die Magazine der EGP55 und EGP65 baugleich, obwohl ERMA diese teilweise entsprechend des Waffentyps beschriftete (warum auch immer der Aufwand statt die gleich mit EGP55/65 oder so ähnlich zu beschriften....).



    1985 lief die Zulassung ab und im Jahr 1986 (da habe ich noch kein schlüssiges Datum, da hier scheinbar eine entsprechende Bekanntmachung im Bundesgesetzblatt fehlt) wurde das fast baugleiche Nachfolgemodell mit der PTB 400 auf den Markt gebracht, welches bis 1994 gebaut wurde (die Zulassung lief am 31.3.1994 ab). Nachfolger wurde die weiter unten beschriebene EGP315 im Kaliber .315K, die optisch baugleich wirkt, aber doch einige Änderungen in sich birgt. Bis auf ein paar sehr seltene Einzelstücke in Altsilber mit handgearbeiteten Arabesken-Gravuren, sind alle erfassten Waffen brüniert. Abgesehen von solchen sehr seltenen handwerklich veredelten Modellen gab es scheinbar keine EGP65 mit Holzgriffschalen ab Werk, obwohl die Griffschalen der EGP55 baugleich sind und damit natürlich mittlerweile entsprechende Waffen existieren. Dies hängt wohl auch mit der Positionierung der EGP65 in Erma’s SSW-Sortiment zusammen, da diese das billigste Einstiegsmodell darstellte. Damit hatten alle Serienwaffen bis 1982/83 braune Kunststoff-Griffschalen und danach schwarze.



    Zur Orientierung gebe ich hier wieder die Seriennummern-Bereiche der erfassten Waffen wider:

    PTB146: 0000x (1975), 00000x-0067xx (1976), 0073xx-014xxx (1977), 015xxx-0210xx (1978 ), 0212xx-024xxx (1979), 026xxx-0284xx (1980), 0287xx-029xxx (1981), 031xxx (1982), 032xxx (1983), 033xxx (1984),

    PTB 400: 034xxx-0351xx (1986), 0358xx-0359xx (1987), 0360xx-0362xx (1988 ), 0369xx (1989), 038xxx (1990), 039xxx-044xxx (1991), 046xxx-04712x (1992), 0471xx-048xxx (1993), 049xxx-050xxx (1994).



    Momentan sind in der Datenbank erfasst:

    133x PTB 146 aus den Jahren 1975 bis 1984

    122x PTB 400 aus den Jahren 1986 bis 1995



    EGR66 & EGR66X (& IWC Chief):

    Am 18.5.1976 wurde die nächste Baureihe aus ERMA’s wachsenden SSW-Sortiment unter der Nummer PTB162 zugelassen – der Revolver EGR66 im Kaliber 9mmR (.380K). Dieser kompakte Revolver mit 2“-Lauf ist ein ziemlich exaktes Abbild des S&W-Revolvers Modell 36. So genau, das selbst deren Griffschalen passen (S&W J-Frame Round Butt). Auch von diesem Modell gab es „scharfe“ Schwestermodelle, die viele gleiche Bauteile aufweisen (ER422, ER423, ER432, ER438 und ER66; Kaliber von 4mmM20 bis hin zu .38 Special). Am 18.9.1980, erhielt die edelste Version dieser Baureihe (wenn nicht gar die beste jemals in Deutschland zugelassene Schreckschußwaffe....) unter der Nummer 162/2 ihre Zulassung – der EGR66X. Das ist die komplett in Edelstahl (eigentlich Feinguß) gefertigte Version des EGR66, von der es auch, wie könnte es bei ERMA anders sein, „scharfe“ Schwestermodelle (ER422X, ER440 und ER442) gibt, von denen viele Teile übernommen wurden. Nach entsprechenden Verträgen mit IWC wurde der EGR66 dann am 30.6.1992 unter der gleichen Zulassungsnummer mit minimalen Unterschieden auch als IWC Chief und IWC Gendarm zugelassen, wobei die Bezeichnung Gendarm nur auf den Prototypen zu finden war und sämtliche Serienwaffen, die von IWC vertrieben wurden, die Bezeichnung Chief aufwiesen. Später musste die Firma IWC ihren Namen in IWG ändern und so wurde der IWG Chief vermarktet, wobei ich noch keine derartig beschriftete Waffe gesehen habe. Scheinbar wurden nur die Kataloge, nicht aber die Waffen geändert. Alle Versionen wurden bis 1994 gebaut, zumindest vom EGR66X wurden noch weitere Waffen im Jahr 2000 aus Restbeständen montiert und in Suhl beschossen oder sind gar ohne Beschußstempel in den Handel gelangt! Auch vom EGR66 ist mir bereits eine 1995 beschossene Waffe untergekommen. Die Seriennummern wurden gemeinsam für alle vier Modelle vergeben.

    Daneben gab es für den französischen Markt noch eine Grenailleversion – den EGR66E. Auch dieser hat logischerweise keine PTB-Zulassung in Deutschland und kam hier auch nie in den Handel. Deshalb gehe ich hier nicht weiter auf dieses seltene Modell zum Verschiessen von Kleinschrot ein.



    Das Finish bei allen erfassten EGR66 war ab Werk brüniert (wobei es wohl auch einige sehr wenige vernickelte EGR’s gab, die intern zur Präsentationszwecken für ERMA von einem Zulieferer gemacht wurden), bei den IWC’s meist vernickelt (aber auch brüniert) und den EGR66X gab es in zwei Versionen: die frühen polierten Modelle und die späteren, die eine seidenmatte Oberfläche (perlgestrahlt) aufweisen.

    Die IWC/IWG-Version des EGR66 hatte einige Detailänderung gegenüber den Erma-Versionen. So ist beispielsweise der Lauf beidseitig angephast, die Holzgriffschalen wiesen keine Erma-Logos auf und die Rändellung am vorderen Ende der Trommelachse ist viel feiner als beim EGR66. Im letzten Produktionsjahr bekamen dann auch die EGR66 und EGR66X die Griffschalen ohne Logo und die feine Rändellung an der Trommelachse.

    Ferner gab es den EGR66 mit zwei unterschiedlichen Holzgriffschalen: einmal die normalen mit dem kurzen, unten abgerundeten Griff (die es über die Jahre in einigen Varianten gab) und einmal etwas längere, den Rahmen unten umschließende Griffschalen, die unten eckig abschließen und auch aus dem Regal der scharfen Schwestermodelle stammen. Auch den EGR66X gab es mit unterschiedlichen Griffschalen. Normalerweise wurden die rundlichen Holzgriffschalen mit Fischhaut (wie auch beim EGR66) verbaut. Später gab es auch ein paar Exemplare mit einem glatten Holzgriff ohne Fischhaut und dann wurde noch kurze Zeit limitierte Sondermodelle beider EGR’s mit Perlitt-Griffschalen (Perlmutt-Ersatz) vertrieben.



    Im gleichen Zeitraum 1984, als Erma die EGP45P und EGP75P Prototypen von Hand aus Serienteilen fertigte, entstand auch zumindest ein EGR66P in der gleichen Weise. Die Waffe weist einen Auschuß auf der Rahmenoberseite vor der Trommel aus. Grundsätzlich scheint 1984 eine sehr umtriebige Zeit bezüglich neuer SSW-Modelle bei Erma gewesen zu sein, da auch die EGR66E-Prototypen und viele andere SSW-basierende Prototypen in nur wenigen Monaten damals im Werk entstanden.



    Und auch hier möchte ich Euch die Seriennummern-Bereiche nicht vorenthalten. Wichtig ist, dass bis zum Jahr 1977 5-stellige Nummern und erst ab Ende 1977 die typischen 6-stelligen Nummern vergeben wurden. Da die Nummern fortlaufend waren, verzichte ich auf die Aufteilung nach Modellen. Im Jahr 1990 war die SN-Prägung leider nicht immer sauber ausgeführt bzw. der Stempel nicht in Ordnung, wodurch die 062xxx-Seriennummern teilweise wie 082xxx aussehen.



    000xx-0069xx (1977), 0076xx-0207xx (1978 ), 0209xx-0280xx (1979), 0289xx-038xxx (1980), 038xxx-0441xx (1981), 0448xx-0480xx (1982), 0482xx-0548xx (1983), 0545xx-0571xx (1984), 0572xx-0576xx (1985), 0575xx-0587xx (1986), 0588xx-059xxx (1987), 060xxx-0610xx (1988 ), 0611xx-0619xx (1989), 0620xx-0623xx (1990), 0627xx-064xxx (1991), 065xxx-0673xx (1992), 0676xx-0688xx (1993), 0684xx-07072x (1994), 07074x-0709xx (1995) + 3x EGR66X 068xxx 2000 in Suhl beschossen.



    Die in Suhl beschossenen Waffen weisen deshalb SN’s von 1994 auf, weil diese bereits vor dem Konkurs in Dachau auf die Rahmenteile geprägt wurden. Sicher ist, dass in Suhl keine Teile mehr hergestellt, sondern nur Waffen aus Ersatzteilen der ERMA-Insolvenzmasse zusammengesetzt wurden.



    Momentan sind in der Datenbank erfasst:

    392x PTB 162 (EGR66) aus den Jahren 1977 bis 1995

    13x PTB 162 (IWC Chief) aus den Jahren 1993 bis 1994

    1x IWC Gendarm (handgravierter Prototyp ohne Beschußzeichen)

    1x EGR66P aus dem Jahr 1984

    153x PTB162/2 aus den Jahren 1980 bis 2000



    EGP55 (& CrosmanPX):

    Am 4.7.1978 bekam die EGP55 (die Schreckschußversion der „scharfen“ EP552/552S/555, Kal.22LfB bzw. 6,35mmBr.) die Zulassungsnummer PTB 208. Auch sie ist für das Kaliber 8mmK ausgelegt. Diese Zulassung lief am 31.3.1985 ab. Bereits am 7.6.1985 wurde dann der fast baugleiche Nachfolger mit PTB 399 zugelassen von dem es ab dem 30.6.1992 unter der Bezeichnung Crosman PX ein Schwestermodell auf dem Markt gab (wurde ausschließlich von Crosman vertrieben). Dieses Schwestermodell wurde nur in geringer Stückzahl produziert.



    Speziell von der PTB 399 EGP55 gab es relativ große Mengen und so wurden diese Waffen aus originaler ERMA-Fertigung in Dachau noch bis ins Jahr 2005 neu und original verpackt von Händlern angeboten. Am 30.6.1994 lief aufgrund der bereits angesprochenen 8mmK-Thematik (siehe EGP75 Abschnitt) die Zulassung für die PTB 399 Waffen ab. Bis auf extrem wenige komplett hochglanzverchromte EGP55 mit PTB208 sind alle bisher erfassten EGP55 bis 1993 brüniert, im Jahr 1994 gab es dann auch einige komplett verchromte und teilverchromte (zwei jeweils gespiegelte Versionen, 1x nur Griffstück und Sicherungshebel verchromt und der Rest brüniert, sowie 1x genau entgegengesetzt) Versionen, teilweise sogar mit Holzgriffschalen. Die EGP55 sollte von der EGP515 ersetzt werden.



    Auch bei der EGP55 wurden die Seriennummern fortlaufend vergeben. Nur das Crosman-Schwestermodell hat einen eigenen Seriennummern-Pool. Deren Prototypen weisen 4-stellige Seriennummern 000x auf, während die Serienwaffen dann einen SN-Pool von 010xxx nutzen. Hier die Details der bisher erfassten Waffen:



    PTB208: 00000x (1978 ), 0004xx-0063xx (1979), 0069xx-011xxx (1980), 012xxx-016xx (1981), 017xxx-018xxx (1982), 019xxx-022xxx (1983), 023xxx-024xxx (1984), 026xxx-0273xx (1985)

    PTB399: 0274xx-0279xx (1985), 028xxx (1986), 029xxx-030xxx (1987), 031xxx-0324xx (1988 ), 0327xx-033xxx (1989), 034xxx-0377xx (1990), 0378xx-0446xx (1991), 0448xx-0500xx (1992), 0505xx-0510xx (1993), 0510xx-054xxx (1994).

    CrosmanPX = 00xx (Prototypen 1993) + 010xxx (1993)



    Momentan sind in der Datenbank erfasst:

    93x PTB 208 aus den Jahren 1978 bis 1984

    217x PTB 399 aus den Jahren 1987 bis 1994

    7x Crosman PX aus dem Jahr 1993



    KGP690:

    Zeitgleich (4.7.1978 ) zur gerade beschriebenen EGP55 kam mit der Zulassungsnummer PTB 209 eine weitere 8mmK-Pistole von ERMA, die KGP690, auf den Markt. Die ersten Prototypen tragen noch die ursprünglich angedachte Modellbezeichnung KGP690G und basieren auf einem KGP69-Griffstück. Auch diese Waffe hat sowohl „scharfe“ Verwandte (KGP68A & KGP69, Kal.22LfB & 7,65mm & 9mmKurz) aus dem Hause ERMA, als auch ein Vorbild (die Luger 08 ). Allerdings sind diese ERMA 08er Kopien deutlich kleiner als das Original. Es handelt sich um Kniegelenk-Pistolen, woher auch die Modellbezeichnung abgeleitet wurde. Dabei hat die KGP690, wie auch alle anderen Erma-Pistolen, eigentlich einen unverriegelten Feder-Masseverschluß und der Kniegelenkverschluß dient nur der Optik. Am 31.3.1985 lief die Zulassung PTB 209 ab. Im gleichen Jahr folgte der fast baugleiche Nachfolger mit der PTB 402, dessen Zulassung am 31.3.1993 ablief.



    Alle Waffen waren ab Werk brüniert und hatten entweder flache Holzgriffschalen mit Fischhaut oder braune Kunststoff-Griffschalen, die linksseitig eine breite Daumenauflage aufweisen und sich deshalb besser für Rechtshänder eignen. Irgendjemand hat dann später einmal ein paar dieser Waffen hochwertig vernickeln lassen und diese nachträglich veränderten Waffen tauchen von Zeit zu Zeit auf dem Gebrauchtmarkt auf. Es kann aber mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass es im Gegensatz zu anderen Modellen werksseitig nie eine verchromte oder vernickelte KGP690 gab. Die KGP690 ließ sich scheinbar in den späteren Jahren schlechter verkaufen, da von der frühen Version erheblich mehr Waffen in der Datenbank erfasst sind, was im krassen Gegensatz zu allen bisher erwähnten Baureihen steht und neben der KGP690 nur noch auf den EGR77 (siehe unten) zutrifft.



    Das es bei Erma immer mal wieder Unstimmigkeiten gab, zeigen KGP690-Pistolen mit Seriennummern 314xxx (Beschuß 1989 in München). Die Griffstücke mit diesen Seriennummern wurden im Werk versehentlich mit dem Rollenstempel des scharfen Schwestermodells KGP69 beschriftet und tragen deshalb eine Seriennummer aus dem Pool dieser Waffe. Vor der Auslieferung wurde händisch eine „0“ zur Vervollständigung der Bezeichnung eingeschlagen (aus KGP69 mach KGP690). Ferner existieren Waffen, denen per Hand ein „A“ hinter die Seriennummer eingeschlagen wurde. Ob dies im Erma-Werk gemacht wurde, lässt sich im Gegensatz zu anderen Modellen hier nicht zweifelsfrei belegen.



    Hier die Details der Seriennummern, welche momentan in der Datenbank erfasst sind. Die Seriennummern begannen scheinbar mit 000000 und nicht mit 000001, wobei letztere noch die Prototypen-Bezeichnung KGP690G trägt.

    PTB209: 000001-0008xx (1978 ), 001xxx-0054xx (1979), 0058xx-0076xx (1980), 0077xx-008xxx (1981), 0091xx-0094xx (1982), 0095xx-01051x (1983), 01054x-0118xx (1984),

    PTB402: 0119xx-0121xx (1985), 0124xx-0128xx (1986), 0129xx-0134xx (1987), 0136xx-0139xx (1989, zusätzlich 3147xx-3149xx, wie im Text beschrieben), 0141xx-0142xx (1990), 0143xx-0145xx (1991).



    Momentan sind in der Datenbank erfasst:

    212x PTB 209 aus den Jahren 1978 bis 1984

    78x PTB 402 aus den Jahren 1985 bis 1991



    EG294:

    Am 16.5.1979 erhielt ERMA die Zulassung PTB 230 für das EG294, ein Lever-Action Gewehr im klassischen Winchester Modell 94 Stil, welches auch in zahlreichen „scharfen“ Varianten (EG71, EG712, EG73, EG76, EG76E, Kaliber von 4mmR lang bis .22WMR), als auch als Infrarot-Variante (EG80) im Produktportfolio von ERMA existierte. Das Gewehr teilt sich viele Teile mit seinen „scharfen“ Verwandten und ist die einzige seitens ERMA jemals in Deutschland zugelassene SSW im Kaliber .22lg. Relativ wenige Modelle wurden davon abgesetzt und dementsprechend ist das Modell recht selten. Das lag wohl auch an der damals noch freien Erwerbsmöglichkeit des Schwestermodells EG76 im Kaliber 4mmR lang.



    Ferner hat das EG294 im Gegensatz zum zweiten in Deutschland seitens der PTB zugelassen Schreckschuß-UHR-Gewehr (UHR = Unterhebel-Repetierer), dem Reck Lever-Action, leider einen Ausschuß nach oben und nicht nach vorne. Aber im Gegensatz zum Reck LA funktioniert die EG294-Mechanik ERMA-typisch perfekt mit den .22lg-Platzpatronen. Am 30.6.1994 lief die Zulassung des EG294 ab. Das normale EG294 wurde mit hellen oder dunklen Buchenschaft geliefert. Optional gab es auch einen Nußbaumschaft, da die Schäfte identisch mit den „scharfen“ Schwestermodellen sind. Ferner gab es noch eine erheblich seltenere Variante mit 8kant-Lauf und einer einfachen (maschinell aufgebrachten) Arabeskengravur auf dem Schloßkasten. Da der Ausschuß nach oben erfolgte, gab es keine Möglichkeit des Verschießens von pyrotechnischer Munition und damit wurde diesem Gewehr kein Signalbecher beigelegt.



    Hier die Details der Seriennummern, welche momentan in der Datenbank erfasst sind. Allerdings sind momentan nur 33 EG294 in der Datenbank erfasst. Unikum ist eine Waffe, die eine 7-stellige SN aufweist. Dabei wurde wohl eine Ziffer „hinten dran gehängt“. Nähere Hintergründe dazu konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen. Hier die Bereiche:

    0001xx-0006xx (1979), 0008xx-0011xx (1980), 0014xx (1981), 0019xx (1986), 0020xx (1987), 0021xx (1988 ), 0022xx (1989), 0023xx-00250x (1992), 00253x (1993), 00257x (1994), 0027xx (1995)



    EGR77:

    Der EGR77 wurde am 19.7.1979 durch die PTB zugelassen und damit hatte ERMA auch eine Schreckschuss-Variante ihrer „großen“ Revolver (ER77, ER772, ER773, ER777; Kaliber von 4mmM20 bis zu .357 Magnum), Abbild des S&W Modell 19, auf den Markt. Auch hier ist die Nähe zum Smith & Wesson Vorbild so nah, dass die S&W-Griffschalen (K-Frame Round Butt) passen. Es gab zwei Versionen: die erste mit PTB 233, die von 1979 bis 1993 gebaut wurde (die Zulassung lief am 31.7.1993 ab) und die neuere mit PTB 601 (Zulassung vom 31.10.1993 bis zum 31.10.1997), die in erheblich kleinerer Stückzahl gebaut wurde und leider eine unschöne, unzentrische Mündung aufwies. Beide Versionen gab es sowohl mit einem kurzen 2,5“, als auch mit einem langen 4“ Lauf, wobei die 4“-Variante erst 1981 auf den Markt kam. Es werden vereinzelt vernickelte Varianten auf dem Gebrauchtmarkt angeboten. Hierbei ist auf eine perfekte Oberflächengüte und einen perfekten Schloßgang zu achten, da diese ansonsten nicht für ERMA von deren Zulieferern gemacht wurden, sondern nachträglich durch Dritte entstanden sind. ERMA ließ zumindest ein paar Waffen für Präsentationszwecke vernickeln, die aber nicht in den normalen Verkauf kamen.



    Neben den normalen „scharfen“ und den SSW-Waffen gab es auch Grenailleversionen mit 2,5“-Lauf für den französischen Markt (EGR77E im Kal.9mmFlobert-GR lang & ER35Gren im Kal.35GR, wobei letzterer mir nur als einzelner Prototyp aus dem Jahr 1991 bekannt ist) und eine Infrarot-Variante mit 4“-Lauf, den ER83. Ich mir allerdings nicht sicher, ob der ER83 wirklich in den Handel gelangte. Zumindest weiß ich von zwei Exemplaren dieses Revolvers in Sammlerhänden in Deutschland und den USA.



    Der EGR77 wurde neben den beiden unterschiedlichen Längen auch noch mit unterschiedlichen Griffschalen angeboten. Standard waren Holzgriffschalen-Hälften, die exakt der Griffstückgröße entsprachen. Ferner gab es für beide Versionen auch schwarze Pachmayr-Gummigriffschalen ab Werk und für die 4“-Version gab es desweiteren aufwendig gefertigte große Holzgriffschalen mit Punzierung. Letztere Version wurde dann von den Marketing-Experten Combat-Version genannt und der Griff stammt vom bekannten Griffschalen-Hersteller Karl Nill, der für Erma auch alle Sport-Holzgriffschalen für die scharfen Versionen und die Griffschalen der EP422 herstellte.



    Die Seriennummern wurden fortlaufend mit den bereits bekannten (und noch nicht geklärten) Sprüngen vergeben. Das heißt es gibt keine extra Nummernblöcke für die seltenere 4“-Version.

    PTB233: 0000xx-0018xx (1980), 002xxx-004xxx (1981), 005xxx-0066xx (1982), 0068xx-007xxx (1983), 008xxx-009xxx (1984), 0100xx (1985), 010xxx (1986), 012xxx-015xxx (1987), 016xxx-0182xx (1988 ), 0183xx-0206xx (1989), 0206xx-0224xx (1990), 0226xx-0241xx-0242xx (1991), 0244xx-025xxx (1992), 026xxx-0271xx (1993),

    PTB601: 0273xx-0280xx (1994), 0282xx-0285xx (1995), 0286xx-02874x (1996), 02876x (1997), 0292xx (1999) + 1x 0287xx ohne Beschuss.



    Momentan sind in der Datenbank erfasst:

    162x PTB 233 mit 2,5“-Lauf aus den Jahren 1979 bis 1993 (bei 3 ist die Lauflänge unklar)

    70x PTB 233 mit 4“-Lauf aus den Jahren 1981 bis 1993

    46x PTB 601 mit 2,5“-Lauf aus den Jahren 1994 bis 1999

    26x PTB 601 mit 4“-Lauf aus den Jahren 1995 bis 1997



    EGP45 (& Crosman PK, IWC Officer, Torro 45):

    Die EGP45 folgte Anfang 1982 auf dem Markt der 8mmK-Pistolen. Deren nächstverwandtes Schwestermodell mit den meisten Gleichteilen ist die EP452 (Kal.22LfB). Das Design orientiert sich grob am Colt Officer ACP Modell, ist aber technisch eher mit der Walther PPK verwandt. Die Waffe erhielt die Zulassung PTB 297 und wurde bereits 1985 durch das fast baugleiche Modell mit der PTB Nummer 398 ersetzt. Am 30.6.1992 bekam die EGP45 mit PTB 398 noch drei baugleiche Schwestermodelle in Form der IWC Officer (bzw. IWG Officer), der Torro 45 und der Crosman PK. Während die IWC/IWG und die Crosman Pistolen Lizenzbauten für die jeweiligen Unternehmen waren und von denen auch vermarktet wurden, war der Name Torro ein Markenname von ERMA unter dem ERMA selbst auf einigen internationalen Märkten mit verschiedenen SSW’s und auch scharfen Waffen (z.B. Torro.22, baugleich zum EM1) präsent war. Am 30.6.1994 lief die Zulassung all dieser Waffen aufgrund der in Deutschland nicht mehr möglichen 8mmK-Waffen-Zulassung ab (siehe hierzu Abschnitt EGP75).



    Wie auch bei der EGP75S, gab es bei der EGP45 zwei verschiedene Prototypen. Dabei handelt es sich analog zur 75er um die EGP45GB und die EGP45P. Die Veränderungen der Waffen gegenüber den PTB-zugelassenen Ursprungsmodellen entsprechen dem der analogen EGP75xx-Prototypen und deshalb verweise ich hier nur auf den Abschnitt der EGP75. Auch gab es von der EGP45 eine Kleinschrotversion für den französischen Markt, die EGP45E, im Kaliber 8mmGR. Näheres hierzu im EGP75 Kapitel, wobei ich in diesem Artikel nicht detailiert auf diese Waffen eingehen werde.



    Alle erfassten EGP45, Crosman PK und Torro 45 waren brüniert, während die meisten IWC’s verchromt waren (es gab aber auch brünierte). Die PTB297 Waffen wurden scheinbar alle mit Holzgriffschalen ausgeliefert, während die späteren PTB 398 Waffen zum Großteil schwarze Kunststoff-Griffschalen, einige Holzgriffschalen und eine sehr kleine Menge auch Perlitt-Griffschalen (Perlmuttersatz) aufwiesen. 1993 wurden auch einige Waffen mit Holzgriffschalen ausgeliefert, bei denen die typische Erma Messingplakette fehlte.



    Wie bei allen Waffen hier noch ein paar Daten über die vergebenen Serienummern. Auch bei diesem Modell wurden die Nummern kontinuierlich zwischen den verschiedenen Schwestermodellen vergeben (wobei die Torro’s wahrscheinlich keine Seriennummern aufweisen und die Crosman’s analog zu den EGP75S-Schwestermodellen einen eigenen Seriennummern-Bereich haben dürften) und waren auch, bis auf eventuelle Seriennummernsprünge, fortlaufend zwischen den PTB-Nummern.

    PTB297: 000xxx-0025xx (1982), 0028xx-006xxx (1983), 007xxx-0093xx (1984), 0093xx-0110xx (1985),

    PTB398: 0114xx-0116xx (1986), 012xxx-013xxx (1987), 014xxx (1988 ), 015xxx-0160xx (1989), 0163xx (1990), 0169xx-0195xx (1991), 0197xx-0211xx (1992), 0212xx-0227xx (1993, IWC bis 0229xx), 0228xx-025xxx (1994).



    Momentan sind in der Datenbank erfasst:

    71x PTB 297 aus den Jahren 1982 bis 1985

    1x EGP45P aus dem Jahr 1984 (ohne PTB)

    1x EGP45GB aus dem Jahr 1984 (ohne PTB)

    145x PTB 398 (EGP45) aus den Jahren 1986 bis 1994

    12x IWC Officer aus den Jahren 1993 bis 1994

    keine IWG Officer

    keine Torro 45

    1x Crosman PK



    EGP88 & EGP881:

    In den kommenden Jahren kamen lediglich bereits beschriebene Nachfolge-Zulassungen auf den deutschen Markt. Das änderte sich erst 1988, als mit der PTB-Nummer 476 die EGP88 im Kaliber 8mmK zugelassen wurde. Diese SSW orientiert sich grob am Design der Walther P38 und besitzt mit der EP882 (Kal.22LfB) ein „scharfes“ Schwestermodell mit einigen Gleichteilen im Hause ERMA. Auch eine Grenaille-Version im Kaliber .35GR, die EGP88E, gab es, welche fast komplett auf der EGP881 basiert. Im gleichen Jahr begann auch die Fertigung einer Kaliber .35K Variante, der EGP881 mit der PTB 477. Dabei ist interessant, dass die Zulassung der .35K-Variante am 23.12.1988 erteilt wurde, es aber sehr viele Waffen mit dem Beschußjahr 1988 gibt. Somit hat ERMA scheinbar bereits vorgefertigt und ein größeres Kontingent beschiessen lassen und nach Erteilung der Zulassung nur noch die entsprechende Prägung vorgenommen. Beide Waffen wurden Anfangs mit EGP88 beschriftet und die Bezeichnung EGP881 für die .35K-Variante kam erst im späteren Verlauf der Fertigung (während 1989) auf. Der deutsche Gesetzgeber sorgte dann sehr schnell dafür, dass Waffen im Kaliber .35K nicht mehr weiter zugelassen werden konnten (weil scharfe Kal.7,65mm Patronen in die Magazine und Kartuschenlager passten) und so endete die Fertigung der EGP881 bereits nach kurzer Zeit im Jahr 1990 (die auf zwei Jahre befristete Zulassung lief am 23.12.1990 aus, einzelne Restexemplare wurden 1991 beschossen), während die EGP88 noch bis zum Ablauf ihrer Zulassung am 30.6.1994 weitergebaut wurde.



    Alle mir bekannten Waffen sind brüniert und weisen schwarze Kunststoff-Griffschalen auf, bis auf die allerersten Prototypen, die schwarz lackierte Holzgriffschalen aufweisen. Interessant bei diesem Modell ist, dass es neben der Einführung der neuen SSW-Kaliber .315K und 9mmPA mit der Auslöser für die Vergrößerung der Bohrungen im ERMA-Zusatzlauf war. Nachdem die relativ starke Kal.35K-Version (EGP881) auf dem Markt war, wurden einige stark verschmauchte und defekte Waffen zurück an das Werk gesandt. All diese Waffen zeigten, dass die Läufe durch eine größere Anzahl Platzpatronen mit aufgeschraubtem Zusatzlauf für 15mm-protechnische Munition zum Großteil von Ablagerungen zugesetzt waren und es durch die damit einhergehende Druckerhöhung zu einem Bruch des Zinkdruckguß-Schlittens beim Rücklauf kam. Der vordere Steg des Schlittens brach dabei ein- oder beidseitig ab. Erma vergrößerte daraufhin die Entlastungsbohrungen der Zusatzläufe, als auch in Relation die Zündbohrung, damit die Energieabgabe für die pyrotechnische Munition gleich blieb. Diese neuen Zusatzläufe wurden dann allen ERMA SSW's beigelegt und wiesen die gleiche Teilenummer auf, wie anfangs bereits erwähnt.



    Beide Waffen teilten sich die Seriennummern, wobei ursprünglich jeweils komplette SN-Blöcke den Modellen zugeordnet wurden. Im Gegensatz zur bei ERMA üblichen 6-stelligen SN, tragen alle EGP88/881 nur 5-stellige SN’s. Der Seriennummerblock 00001-01999 wurde für die 8mmK-Modelle verwendet, während der folgende Block von 02000-03999 für die .35K-Modelle benutzt wurde. Danach ist nicht ganz klar, welche exakten Fertigungskontingente verteilt wurden da zwar das Gros der erfassten Waffen in das System passt, aber eben nicht alle. Zumindest der erste Prototyp hatte ferner eine 6-stellige Seriennummer (000001) und ist, da es sich um ein Vorserienexemplar handelt, nicht beschossen worden. Interessant dabei ist, dass trotz der blockweisen Seriennummernvergabe der erste Prototyp der 8mmK- und der .35K-Variante jeweils die SN 000001 tragen. Abschließend gab es insgesamt etwa acht EGP88-Exemplare mit Suhler Beschuß aus dem Jahr 2000, als eigentlich seit Jahren die Zulassung der Waffe und des Kalibers 8mmK abgelaufen war.



    Leider sind speziell bei diesen beiden Baureihen relativ häufig die Beschußjahresstempel unleserlich. Hier die bisher gesammelten Daten, bei denen diese Stempel identifizierbar waren:

    PTB476: 000xx-018xx (1988 ), 040xx-041xx (1989), 042xx-045xx (1990), 052xx-064xx (1991), 065xx-071xx (1992), 072xx-079xx (1993), 080xx-093xx (1994),

    PTB477: 020xx-030xx (1988 ), 032xx-0490x (1989), 0494x-0583x (1990), 0584x-060xx (1991).



    Momentan sind in der Datenbank erfasst:

    142x PTB 476 aus den Jahren 1988 bis 1994

    62x PTB 477 (EGP88-Prägung) aus den Jahren 1988 und 1989

    25x PTB 477 (EGP881-Prägung) aus den Jahren 1989 bis 1991



    EGG1:

    Am 30.10.1990 wurde mit dem EGG1 ERMA’s letzte Waffe im Kaliber 8mmK unter der PTB-Nummer 529 zugelassen. Dabei handelt es sich um das einzige jemals in Deutschland zugelassene Selbstlade-Schreckschußgewehr. Es ist dem M1-Carabine nachempfunden und hat mit dem EM1, EGM1, Torro.22, Ranger, usw. (Kaliber .22LfB) einige „scharfe“ Verwandte, mit denen viele Bauteile geteilt wurden. Auch gab es ein Infrarot-Schwestermodell, das EG811, welches mit der Ermatronic-Technik ausgestattet war. Im Gegensatz zum EGM1 wurde das EGG1 leider ausschließlich brüniert geliefert. Zumindest gab es aber einige Exemplare mit der militärischen M1-Schäftung, die in Deutschland als „Export-Version“ bezeichnet wurden und aufgrund des Anscheinparagrafs leider nicht hier verkauft werden durften. Da die Schäfte, wie auch die für dieses Gewehr niemals angebotenen Lochschäfte aber einfach zu beschaffen sind und perfekt passen, gibt es mittlerweile das eine oder andere umgebaute EGG1.



    Serienmäßig waren bei Auslieferung ein großes 7-Schuß- und zwei kleine 3-Schuß-Magazine dabei. Leider hat ERMA damals kein noch größeres Magazin gebaut, obwohl es so etwas beim EGM1 gab und damit der entsprechende Magazinmantel bereits vorhanden gewesen wäre. Am 30.6.1994 lief die Zulassung des EGG1 aus und konnte aufgrund des Kalibers auch nicht weiterverlängert werden (siehe EGP75-Abschnitt).



    Wie bei der KGP690 passierte es Erma auch beim EGG1, während eines Produktionlaufes den falschen Rollenstempel eingesetzt zu haben. Allerdings war der Rollenstempel geteilt und es wurde fälschlicherweise lediglich der Seriennummern-Stempel des EGM1-Mod.70 benutzt. Dies geschah im Jahr 1992 und die entsprechenden EGG1 weisen Seriennummern von 046xxx auf. Beim EGG1 sind häufig die Beschußstempel nicht sehr gut zu lesen und so geben die folgenden Daten nur Bruchstücke wieder. Hier die Seriennummern, welche eindeutig Beschußjahren zugeordnet werden konnten.

    000001-0001xx (1990), 0002xx (1991), 0003xx-00043x (1992, zusätzlich 046xxx, wie im Text beschrieben), 00045x-00052x (1993), 00058x-0007xx (1994).



    Momentan sind 64 EGG1 in der Datenbank erfasst.



    EGP315 (& IWC Lady):

    Mit der EGP315 kam 1993 die erste ERMA-SSW im neuen Kaliber .315K heraus. Sie wurde unter PTB 560 am 28.2.1993 zugelassen und entspricht im Wesentlichen der EGP65, wenn auch technisch einige Änderungen vorgenommen worden waren. Es gab auch ein fast baugleiches Schwestermodell, die IWC Lady, die über die Firma IWC vertrieben wurde. Analog zum IWC-Schwestermodell des EGR66 weist auch die IWC Lady geringfügige Abweichungen zum Erma-Pendant auf. So ist beispielsweise der Schlitten vorne beidseitig angephast. Wie auch bei allen anderen Lizenzbauten wurden diese Waffen bei ERMA für die jeweiligen Firmen hergestellt und ausschließlich von denen vertrieben. Ferner wurden von der EGP315 relativ viele Waffen vernickelt ausgeliefert. Auch die IWC Lady gab es brüniert oder vernickelt. Standard waren schwarze Kunststoff-Griffschalen. Es gab aber auch Holz- und auch Schichtholz-Griffschalen. Die Holzgriffschalen sind dabei einteilig und baugleich zu denen der EGP55, während die Schichtholz-Griffschalen zweiteilig sind.



    Obwohl die EGP315 der offizielle Nachfolger der EGP65 ist, begannen die Seriennummern für diese Waffe wieder bei 000001, während die SN’s der baugleichen IWC Lady bei 010001 anfingen. Dabei wurde zumindest ein paar EGP315 mit IWC-Griffstücken ausgeliefert, weil diese vernickelten EGP‘s über IWC-Seriennummern verfügen (die Griffstücke beider Waffen sind bis auf die Seriennummern absolut identisch). Hier die Details:

    EGP315: 0000xx-00125x (1993), 00128x-0016xx (1994),

    IWC Lady: 0100xx-0102xx (1993), 0104xx-0106xx (1994).



    Momentan sind in der Datenbank erfasst:

    46x EGP315 aus den Jahren 1993 und 1994

    12x IWC Lady aus den Jahren 1993 und 1994



    EGP790 & EGP715:

    Im Jahr 1994 musste ERMA dann alle vorhanden SSW-Kurzwaffen im Kaliber 8mmK auf die neuen Kaliber .315K und 9mmPA anpassen, da die deutsche Zulassung des Kalibers 8mmK auslief. Aus dem bereits beschriebenen Modell EGP75S wurde eine 9mmPA Version (die EGP790, zugelassen am 30.6.1994 mit PTB 645) und eine .315K Version (die EGP715, zugelassen am 31.5.1994 mit PTB 646) entwickelt und dabei wurde auf viele Teile aus dem Vorgängermodell zurückgegriffen. Die Waffen waren brüniert und hatten normalerweise schwarze Kunststoff-Griffschalen, seltener auch einteilige Holzgriffschalen. Während die EGP790 vermarktet wurde, hat ERMA trotz der PTB-Zulassung die EGP715 nie vermarktet und es wurde nur eine kleine Serie für die Zulassung hergestellt. Diese Entscheidung muss sehr kurzfristig getroffen worden sein, da das Modell bereits in einigen Prospekten und Katalogen beworben wurde. Wenn jemand ein solches Modell und/oder die Bedienungsanleitung davon besitzt, möge er mich bitte kontaktieren. Während die auf zwei Jahre befristete Zulassung der EGP715 nicht verlängert wurde und damit am 31.5.1996 ablief, hat ERMA die Zulassung der EGP790 einmal um die üblichen zwei Jahre verlängert, wodurch diese erst am 31.12.1998 ablief.



    Bei den Seriennummern kann ich momentan keinerlei Aussage über das Modell EGP715 machen, da die einzige bisher erfasste EGP715 ein Prototyp ist. Allerdings, und das gilt auch für alle folgende Modelle, hat ERMA bei jedem Modell die 6-stellige Seriennummer bei 010001 (bzw. 010000) starten lassen. Warum dies geschah und ob die „1“ an der zweiten Stelle irgendeine Bedeutung hat, kann ich nicht sagen. Der ersten Prototypen tragen unverständlicherweise die SNs 00000x. Hier die bisherigen Details der EGP790:

    010xxx (1994), 0111xx-0114xx (1995), 0115xx-0124xx (1998, Montage und Beschuß in Suhl).



    Momentan sind in der Datenbank erfasst:

    52x EGP790 aus Dachau aus den Jahren 1994 bis 1995

    91x EGP790 aus Suhl aus dem Jahr 1998

    1x EGP715



    EGP490, EGP415 & EGP459:

    Wie bereits erwähnt, musste ERMA ihre 8mmK-Modelle an die neuen Kaliber anpassen. So wurde aus der EGP45 die EGP490 & EGP459 (beide 9mmPA), sowie die EGP415 (Kaliber .315K). Warum es zwei 9mmPA-Versionen mit geringfügig unterschiedlichem Design gab, kann ich nicht nachvollziehen. Am 30.6.1994 wurden aber mit der PTB 647 die EGP490, am 31.5.1994 mit der PTB 648 die EGP415 und am 30.6.1994 mit der PTB 655 die EGP459 zugelassen. Alle mir bekannten Waffen waren brüniert. Dabei hat die EGP490 als einzigste Erma-SSW einen matt-brünierten Schlitten, während ihr Griffstück und die anderen Modelle normal glanz-brüniert sind. Die EGP490 wurde normalerweise mit scharzen Gummi- oder Kunststoff-Griffschalen, die anderen Waffen mit schwarzen Kunststoff-Griffschalen geliefert. Es gab für kurze Zeit auch ein paar EGP459/490 mit Perlit-Griffschalen (= Perlmutt-Ersatz) ab Werk. Ursprünglich waren für die EGP490 die punzierten Holzgriffschalen des scharfen Schwestermodells angedacht und einige frühe Kataloge und Preislisten weisen dies auch so aus. Ausgeliefert wurde dann aber mit den Gummigriffen, sofern nicht die einfachere Version mit Kunststoff-Griffschalen geordert wurde. Analog zur EGP715 wurde die EGP415 trotz erfolgreicher Zulassung nie auf den Markt gebracht. Wenn jemand ein solches Modell und/oder die Bedienungsanleitung davon besitzt, möge er mich bitte kontaktieren. Die Zulassung der EGP415 lief am 31.5.1996, die der EGP490 und EGP459 am 31.12.1998 ab. Letztere wurden nach dem Konkurs auch in Suhl aus Restteilen montiert und dort staatlich beschossen. Allerdings gibt es zumindest von der EGP490 noch Waffen mit einem Beschuß aus dem Jahr 2000, als die Zulassung seitens der PTB längst abgelaufen war. Wie das hierbei rechtlich aussieht, kann ich nicht sagen.



    Die Seriennummern fingen für die EGP459 bei 010001 an. Bei der EGP490 wurden erst 5-stellige Seriennummern beginnend mit 10001, später auch 6-stellige Nummern mit vorangestellter „0“ oder „A“ vergeben. Wie eingangs erwähnt, habe ich keine Ahnung, wofür das „A“ stand. Sowohl der erste Prototyp der EGP490, als auch der erste der EGP459 tragen im Gegensatz zu den Serienmodellen die SN 000001. Hier die bisherigen Daten:

    EGP490: 100xx-102xx (1994), 104xx-113xx (1995), A11xxx (1999 in Suhl montiert und beschossen), A11xxx + 011xxx-012xxx (2000 auch aus Suhl),

    EGP459: 010xxx (1994), 0120xx-0126xx (1995), 0127xx-013xxx (1998 & 1999 in Suhl montiert und beschossen).



    Momentan sind in der Datenbank erfasst:

    38x EGP490 aus Dachau aus den Jahren 1994 bis 1995

    36x EGP490 aus Suhl aus den Jahren 1999 bis 2000

    keine EGP415

    48x EGP459 aus Dachau aus den Jahren 1994 bis 1995

    10x EGP459 aus Suhl aus den Jahren 1998 bis 1999



    EGP515:

    Die EGP515 wurde auch am 30.6.1994 zugelassen und zwar mit PTB 649 und ist der Kaliber .315K-Nachfolger der EGP55, von der viele Bauteile übernommen wurden. Bisher sind mir lediglich zwei EGP515 bekannt, die beide einstellige Seriennummern aufweisen. Ferner existieren Fotos und auch zeitgenössische Katalog-Einträge mit Bestellnummern der Waffe. Auch hier lief die auf zwei Jahre befristete Zulassung ohne Verlängerung am 30.6.1996 bereits ab. Laut Katalog-Unterlagen gab es die brünierte Waffe mit schwarzen Kunststoff-, mit den einteiligen Holz- und auch mit zweiteiligen Schichtholz-Griffschalen. Dabei sind Griffschalen baugleich zu denen der EGP315 und EGP55. Analog zu den Modellen EGP415 und EGP715, wurde die EGP515 nie vermarktet und nur in einer Kleinstserie für die Zulassung hergestellt. Wenn jemand ein solches Modell und/oder die Bedienungsanleitung davon besitzt, möge er mich bitte kontaktieren.



    Momentan sind in der Datenbank erfasst:

    2x EGP515 aus dem Jahr 1994



    Geco P217:

    Dies ist die letzte von ERMA in Dachau gebaute Schreckschußpistole, die am 29.2.1994 die Zulassung PTB 672 erhielt, doch erst 1995 in den Handel kam. Am 28.2.1996 lief bereits die Zulassung wieder ab. Sie wurde im Auftrag von Dynamit Nobel gebaut, um sie unter deren Markennamen Geco zu vertreiben. Sie hat als reine Auftragsarbeit kein "scharfes" Schwestermodell im Hause ERMA und lehnt sich im Design stark an das damals aktuelle Glock 17 Modell (2. Generation Glock-Griffstück) an. Es war sogar so, dass die ersten Prototypen auf modifizierten Original-Glock-Griffstücken mit aus dem vollen gefrästen Schlitten gefertigt wurden. Zumindest einer dieser Prototypen hat überlebt und befindet sich aktuell in Sammlerhand in Österreich.



    Die Waffe hat stets ein dunkles Kunststoffgriffstück und war entweder mit brünierten oder mit vernickelten Schlitten zu kaufen. Bei den Waffen mit vernickelten Schlitten sind auch die beidseitig zugängliche Verschlußsperre und der Schlittenfanghebel vernickelt. Der Stahllauf war fest mit dem Kunststoff-Griffstück verstiftet und war entweder blank oder brüniert. Es gab zwei verschiedene Laufsperren. Aufgrund eines konstruktiven Problems wurde noch im ersten Jahr eine überarbeitete Version herausgebracht, die äußerlich kaum von der ersten Version unterschieden werden kann. Das Problem war schwerwiegend, da ERMA gezwungen wurde, alle der ersten Versionen zurückzuholen bzw. auszutauschen. Diesbezüglich gab es auch einen in Caliber/DWJ/Visier publizierten Rückruf. Aufgrund vieler Auslieferungen im ersten Jahr gibt es aber nach wie vor einige Waffen der ersten Generation auf dem Gebrauchtmarkt. Zur Unterscheidung Folgendes:

    1. Version: Beschußstempel auf dem Schlitten „KF“ (=1995), Seriennummer unter 017000 und kein in der Ecke auf der linken Seite (aus Schützensicht) des Abzugsbügel geprägtes „G“

    2. Version: Hat grundsätzlich das in der Ecke auf der linken Seite (aus Schützensicht) des Abzugsbügel geprägte „G“. Das sind in erster Linie alle Waffen mit 1996er Beschußjahr, sowie die sehr späten 1995er-Modelle und die zurückgeholten 1.Version-Waffen, die ERMA auf die 2.Version umbaute. Sofern der Umbau 1995 erfolgte, gab es normalerweise nur einen zusätzlichen Nitro-Beschußstempel auf dem Lauf. Wenn dies allerdings erst nach 1995 passierte, tragen die Waffen auf dem Lauf alle drei Beschußstempel. Bei diesen seltenen Waffen sind dann beispielsweise 1995er Beschußstempel auf dem Schlitten und 1997er Beschußstempel auf dem Lauf.



    Die Seriennummern beginnen wieder bei 010001 (abgesehen von ein paar Prototypen). Der Wechsel zur 2.Version vollzieht sich scheinbar bei 017000, da ab diesen Punkt keine alten Versionen mehr nachweisbar sind. Einzigstes sicheres Unterscheidungsmerkmal scheint aber nach wie vor das linksseitig auf die Ecke des Abzugbügels geprägte „G“ zu sein. Hier die aktuellen Daten.

    01005x-01723x (1995), 01725x-0197xx (1996).



    Momentan sind in der Datenbank erfasst:

    1x Prototyp mit Glock17-Griffstück aus dem Jahr 1994;

    177x P217 aus dem Jahr 1995 (1x Prototyp + min. 57 der Waffen waren noch 1.Version, 23 wurden bereits 1995 bei ERMA auf die 2.Version umgebaut, zwei 1996, 14 weitere sind erst 1997 umgebaut worden, bei 25 weiteren ist der Umbauzeitpunkt unbekannt und die letzten Auslieferungen sind auch bereits vom neueren Modell. Bei den restlichen 23 P217 kann ich nicht sagen, ob bzw. wann sie umgebaut worden sind);

    84x P217 (2.Version) aus dem Jahr 1996







    Abschließend noch etwas Statistik. Zuerst einmal die Aufteilung der erfassten Waffen nach Kaliber. Von den aktuell erfassten Waffen sind:

    0,9% im Kaliber .22lg,

    1,7% in .315K,

    2,5% in .35K,

    15,2% in 9mmPA,

    24,6% in 9mmR und

    55,1% in 8mmK.





    Bei der Aufteilung nach Design, sind:

    0,9% im Winchester Mod.94 Design (EG294),

    1,8% M1 Carbine Design (EGG1),

    6,5% Walther P38 Design (EGP88 & EGP881),

    7,4% Glock 17 Design (Geco P217),

    8,2% Luger P08 Design (KGP690),

    8,7% S&W Mod.19 (EGR77),

    8,9% Erma EP65x (EGP315 & EGP65),

    9,2% Walther TPH Design (EGP55 & EGP55),

    10,3% Colt Officer ACP Design (EGP45 & EGP415 & EGP459 & EGP490),

    15,8% S&W Mod.36/60 (EGR66 & EGR66X)

    22,2% Walther PPK (EGP75 & EGP75S & EGP715 & EGP790).





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Comments 0

  • mischael1 -

    Habe heute auch eine dieser wunder schönen KGP 690 erhalten, mit der Seriennummer 001190 und den Beschussstempeln Adler mit N Schild mit Rautenmuster und Schild mit 79.

  • flyfree -

    [size=12][font='Times New Roman']Neben
    den normalen „scharfen“ und den SSW-Waffen gab es auch
    Grenailleversionen mit 2,5“-Lauf für den französischen Markt (EGR77E im
    Kal.9mmFlobert-GR lang & ER35Gren im Kal.35GR, wobei letzterer mir
    nur als einzelner Prototyp aus dem Jahr 1991 bekannt ist) und eine
    Infrarot-Variante mit 4“-Lauf, den ER83. Ich mir allerdings nicht
    sicher, ob der ER83 wirklich in den Handel gelangte. Zumindest weiß ich
    von zwei Exemplaren dieses Revolvers in Sammlerhänden in Deutschland und
    den USA.

    Ich besitze auch einen - Seriennummer 000014 :)

    Normal gekauft 1981 als Junge vom lange gesparten Taschengeld




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