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Elchinator

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Sonntag, 4. September 2005, 00:28

NBB: Tanaka Revolver .357 Magnum "Smython" 6"

Tanaka Revolver .357 Magnum "Smython" 6"

Gewicht 680g
Länge 287.0 mm
Magazin 10 Schuss
Stärke 300 fps (Topgas), 250 fps (HFC134a)
Preis (USD/€) $169.50



Einleitung

"Smython" - was soll denn das sein ? Hat sich da ein taiwanesischer Billighersteller keine "Python"-Lizenz leisten können und, um einen Rechtsstreit zu vermeiden, diesen Kunstnamen gewählt ? Als ich dsa erste Mal die Verpackung bei meinem Händler sah, war das jedenfalls mein erster (und damit vorerst letzter) Gedanke zu dem Thema. Was für ein Irrtum...
Später habe ich dann noch einmal nachgeforscht. Wie kommt es, daß ein Händler, der sonst nur erstklassige Waren ordert, nun auf einmal billige Nachbauten verkauft. Und dabei als erstes festgestellt, daß der Hersteller "Tanaka Works" ist. Also kann das mit den fehlenden Lizenzen nicht stimmen. Die bauen nämlich auch einen Python. Und tatsächlich gab es einmal Revolver, die "Smython" oder "Smolt" genannt wurden. Der Grund war, daß Sportschützen den sehr genauen Lauf des Colt Pythons mit dem besseren Abzug der Smith & Wesson kombinieren wollten. Erst mit Einführung des "L-Rahmens", ebenfalls mit durchgehendem Ausstoßergehäuse, hat S&W ein eigenständiges Produkt gebracht, das diese Conversions überflüssig machte.

Ein Vierzöller wäre mir fast lieber gewesen, aber den gab es gerade nicht und der Sechszöller hat durchaus Vorteile in Bezug auf Genauigkeit und Stärke.



PEGASUS-System

Das patentierte PEGASUS-System für Gasrevolver von Tanaka Works unterscheidet sich in zwei Wesentlichen Punkten von den Systemen von Marushin, Tokyo Marui, KWC oder HFC. Zum einen befindet sich der Gastank nicht im Griffstück, sondern innerhalb de Trommel. Zum anderen kommen keine Ladepatronen zum Einsatz, sondern die sechs Patronenkammern nehmen je eine Kugel auf und werden durch ein verstecktes Magazin wieder aufgefüllt.
Die Trommel ist dabei hohl, bis auf die vorderen Patronenkammern. Im Inneren sind, wie erwähnt, der Gastank und das Ventil. Wenn der Hammer beim Schuß nach vorne schlägt, betätigt er einen Hebel, der durch die Trommelachse das Ventil kurz öffnet. Dabei wird dann die vor dem Lauf befindliche Kugel abgeschossen. Dreht sich die Trommel nun weiter, wird die leere Patronenkammer wieder aus dem Magazin gefüllt.
Dabei gibt es einen kleinen Unterschied zwischen dem System bei der Smith&Wesson-Serie und dem Colt S.A.A.. Bei letzterem befindet sich das Magazin im hohlen Hülsenausstoßer. Er befüllt dann imer genau die Kammer, die gerade abgeschossen wurde. Bei der SW-Serie ist das Magazin in der Trommel und füllt leere Kammern, bevor sie vor den Lauf gedreht werden. Die Trommel wirkt daher, bis auf die letzte Kammer, leer.



Der erste Eindruck

Mir kam der Revolver fast leicht vor, als ich ihn aus der Verpackung nahm. Mein anderer Tanaka, der Colt S.A.A. ist zwar nur unwesentlich schwerer, aber das macht wohl schon eine Menge aus. Trotzdem hat man sofort das "Tanaka-Gefühl": der Revolver ist sauber verarbeitet, robust und absolut hochwertig. Einziger Makel (der mir aber auch erst etwas später auffiel) ist ein Spalt unten am Griffstück. Durch Nacharbeit mit einer Feile ist es mir zumindest gelungen, den Spalt fast zu schließen. Er hat aber auch keinerlei Auswirkungen auf die Funktion und es bewegt sich auch nichts. Hätte ich ihn deswegen reklamiert, würden dem Produktionsleiter in Japan für so ein Versagen vermutlich die Finger abgehackt. Oder schlimmeres... Irgendwann hole ich mir (echte) Griffschalen für einen S&W K-Frame und das Problem dürfte völlig erledigt sein.



Die Handlage des Revolvers ist sehr gut, was natürlich auch an den Target-Griffschalen liegt. Hahn und Trommelarretierung liegen gut erreichbar für den Daumen. Das bedeutet aber auch, daß ein Linkshänder hier spezielle Griffschalen braucht.
Fast das komplette Äußere besteht aus Plastik, also Rahmen, Lauf und Griff. Trommel, Trommelkrahn, Schloßplatte, Abzug, Hahn, Trommelarretierung und Teile der inneren Konstruktion (wie das Griffstück) bestehen aus Metall.



Sehr erstaunt hat mich die Tatsache, daß es sehr große "Tanaka"-Markings gibt. Das ist bei einer Custom-Waffe zwar nicht ungewöhnlich (Tuner schreiben ihren Namen ja auch auf die Waffen), fällt aber doch auf. So steht auf der rechten Laufseite "MFG TANAKA WORKS JAPAN - ASGK". Links dagegen "PYTHON .357" und ".357 MAGNUM CTQ"
Auf dem Rahmen findet sich links ein großes Smith&Wesson-Logo mit einem wiinzigen "Tanaka Works" darunter. Rechts wiederum "MADE IN JAPAN", "MARCAS REGISTRADAS", "SMITH & WESSON" und "TANAKA ASGK"



In der Packung befinden sich, neben der japanischen Anleitung, noch zwei (!) Packungen Kugeln, ein Loading-Tool und das Werkzeug-Set, bestehend aus Gasadapter, O-Ring (um die Verbindung von Gasflasche und Adapter abzudichten) und ein Inbus-Schlüssel für das Hop-Up.


Zeit für ein paar Probeschüsse. Das Laden verläuft hier etwas anders als bei meinem Colt S.A.A.. Da der "Vorratsbehälter" innerhalb der Trommel ist, sollte man diesen erst befüllen, ansonsten wird die Suche nach der richtigen Platzierung des Loadingtools etwas mühsam. Mit dem Loadingtool werden dann fünf Kugeln in eine spezielle Patronenkammer geladen, die später leere Kammern wieder auffüllt. Die übrigen fünf Kugeln verteilt man ganz normal auf die anderen Kammern.

Das Gasventil verbirgt sich wie immer im Inneren der Trommel und kann nur erreicht werden, wenn man die äußere Trommel so dreht, daß die "Patrone" mit der Öffnung genau darüber liegt. Obwohl die Trommel ausschwenkt, braucht man auch hier die spezielle Verlängerung für die Gasflasche. Wobei ein kürzeres Stück Rohr auch reichen würde, beispielsweise die Verlängerung, die Begadi verkauft. Das Befüllen braucht etwas Übung geht dann aber sehr schnell. Schon ein kurzer Gasstoß reicht für drei Magazine, also 30 Schuß, locker aus. Undichtigkeiten gibt es keine, nirgendwo zischt es oder gibt es gar Gasschwaden.



Der Hahn läßt sich wunderbar leicht spannen, durch die geriffelte Oberfläche rutscht er auch nicht so leicht ab. Das Abzugsgewicht bei Single-Action ist gering, aber es gibt einen klaren Druckpunkt. Das Schuß ist ein nicht besonders lautes "Plöpp", also etwas enttäuschend bei so einer wuchtigen Waffe. Für Zimmerschützen dagegen ist es ideal, kaum lauter als eine Spring.

Beim Double-Action fällt das hohe Abzugsgewicht auf. Man sollte hier also keine Präsizionswunder erwarten. Einen genauen Wert kann ich nicht angeben, vielleicht 2 Kilo. Auf jeden Fall verzieht man diese leichte Waffe relativ stark.

Die Genauigkeit ist ganz in Ordnung, wobei ich nach den ersten Schüssen zunächst noch das Visier einstellen mußte. Früher hatten Tanaka-Revolver den Ruf, etwas unpräzise zu schießen. Dies hing mit der Befestigung des Inner-Barrels zusammen, der sich beim Schuß leicht bewegen konnte. Ich muß das noch mal mit mehreren Schußreihen durchprobieren, aber mir scheint, als hätte Tanaka Works das mit diesem neuem Modell behoben.


Nähere Untersuchung

Neben dem schon erwähnten Spalt im Griffstück ist mir noch kein weiterer Fehler aufgefallen.

Das Visier ist mit zwei Schrauben einstellbar. Die Kimme hat eine weiße Markierung, das Korn leider nicht. Was aber auch wieder originalgetreu ist. Das macht das Zielen auf eine dunkle Scheibe zwar nicht unbedingt einfach, aber notfalls behilft man sich da mit einem weißen Lackstift.



Die Oberfläche der (äußeren) Metallteile ist allerdings lackiert, nicht brüniert, was auf lange Sicht Probleme machen könnte. Vorerst hält der Lack aber selbst an belasteten Stellen sehr gut.

Im Vergleich mit meinem Crosman Python (4,5mm CO2) sind sich beide Waffen sehr ähnlich. Die Läufe sind sogar aus gleichem oder ähnlichem ABS und kaum zu unterscheiden. Durch den hohen Anteil an Metallteilen und nicht zuletzt der CO2-Kapsel, ist der Crosman allerdings viel schwerer und wirkt dadurch realistischer. Was aber die Verarbeitung, Detailtreue und vor allem die Abzugscharakteristik angeht, geht nichts über den Tanaka.



Die Oberflächenstruktur der Trommel unterscheidet sich doch deutlich von der des Rahmens oder des Laufes. Die metallischen Teile glänzen sehr stark, während das Plastik eher matt wirkt. Hier hätte man bei Tanaka etwas mehr auf eine einheitliche Oberfläche achten sollen, so wirkt es etwas zusammengewürfelt. So weit ich mich daran erinnern kann, war der Unterschied beim schwarzen Colt S.A.A. nicht so stark sichtbar. Bei meiner verchromten Variante ist überhaupt kein Unterschied zwischen Metall und Plastik erkennbar. Wenn es mal eine verchromte Variante der Smython geben sollte, würde ich unbedingt diese empfehlen. Zumindest für Sammler.
Trotzdem würde ich das Äußere jetzt nicht negativ bewerten, immerhin gibt es auch bei Realsteel-Waffen Unterschiede in der Oberfläche. Daß der Lauf anders wirkt als die Trommel ist sogar realistisch, da beide Teile ja auch von unterschiedlichen Herstellern stammen sollen. Ich hätte mir bei Tanaka nur etwas mehr Sorgfalt gewünscht.

Die falschen Patronen hinten in der Trommel sind dagegen wieder sehr detailgetreu ausgeführt. Sogar die Beschriftung ist exakt - "R&B .357 MAGNUM" steht auf jeder Patrone.
Die Genauigkeit bei der Ausführung geht sogar so weit, daß der Lauf etwa einen halben Millimeter höher liegt als der Rahmen. Eben genau so, wie das bei Einzelteilen von verschiedenen Waffen passieren kann.



Wartung

Viel gibt es nicht zu Öffnen, die Griffschalen lassen sich durch abnehmen einer Schraube lösen, das Hop-Up ist diesmal erfreulich einfach erreichbar. Einfach die Trommel ausschwenken, oberhalb der Lauföffnung ist eine kleine Schraube, die mit dem Inbus-Schlüssel eingestellt werden kann.
Unter den Griffschalen befindet sich auch eine Schraube, mit der die Hahnfeder und damit auch die Stärke eingestellt werden kann.


Tuning

Tuningteile speziell für diesen Revolver habe ich noch keine gefunden, allerdings ist er auch recht neu und das kann sich somit jeden Tag ändern. Prinzipiell passen natürlich alle Teile, die für die anderen S&W Revolver der K-Frame-Reihe (M10, M19, M66 usw.) passen. Außer dem Lauf, natürlich.
Wie bereits erwähnt, passen natürlich auch Anbauteile der echten Waffe, wie beispielweise Griffschalen. Allerdings liegt der Preis für ein paar Nill-Holzgriffschalen ungefähr in der gleichen Höhe, wie der Preis für den Revolver. Und gebrauchte Griffschalen sind in Deutschland noch relativ selten.
Ansonsten dürfte noch Visierschienen für die Python (z.B. von Marui) passen. Erfahrungswerte gibt es aber dafür noch nicht.


Schußtest

Das Nachladen mit dem Loadingtool funktioniert ganz gut. Da es möglich ist, mehr als die fünf Kugeln für das interne Magazin einzufüllen, kann man mit etwas Übung den Ladevorgang stark beschleunigen. Dazu füllt man das Magazin im Zylinder per Loadingtool, dreht ihn eine Runde, wobei das Magazin die leeren Kammer füllt, bis zur sechsten Kammer, die noch leer ist. Nun setzt man wieder das Loadingtool an und füllt das Magazin erneut. Auf diese Weise ist man zumindest schneller, als wenn man die Kugeln einzeln lädt. Für AIPSC reicht das zwar noch nicht, aber zumindest für Spieler als Backup.
Bei der Stärke hat ein unmaßgeblicher Dosentest ca. 0,5 Joule mit HFC134a ergeben. Dieser Wert dürfte für alle Tanaka-Revolver ziemlich ähnlich sein. Je nach dem, wie die Schlagfeder eingestellt ist und welches Gas man verwendet kann der Wert sicher zwischen 0,45 und 0,6 Joule schwanken.Die effektive Reichweite liegt, wie bei allen Pistolen dieser Bauart, bei 25 bis 30 Metern.

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Fazit

Tanaka ist wieder einmal ein hervorragender Revolver gelungen. Bei der ersten Serie gibt es noch die eine oder andere Kinderkrankheit, wie die nicht ganz paßgenauen Griffschalen oder das andere Finish der Metallteile. Insgesamt ist der Revolver aber sehr stabil und hochwertig verarbeitet und auf jeden Fall ein Sammlerstück. Für Spieler und Sportschützen ist er nur bedingt geeignet. Vielleicht noch etwas eher für Spieler, da er mit stärkerem Gas schon eine ganz gute Reichweite hat. Wenn entsprechende Tuningteile verfügbar sind, dürfte sich die Leistung sogar noch steigern lassen.

Für den Smython gilt das gleiche, was auch für alle anderen Revolver von Tanaka Works gilt: es wäre schön, wenn es ihn endlich mal in Deutschland zu einem vernünftigen Preis zu kaufen gäbe. Die wenigen Modelle, die es gibt, sind mit 300,- Euro überteuert. Ein Tanaka ist viel wert, aber jeden Preis muß man nicht zahlen. Unter 200,- Euro wird der Preis realistisch. Und für diesen Preis bekommt man dann keinen besseren Revolver.

Man kann nur hoffen, daß die Händler und Importeure in Deutschland aufwachen und statt den billigen taiwanesischen Kopien endlich die hochwertigen Originale importieren. Pythons von Tokyo Marui zu realistischen Preisen (< 160,- Euro) wären schon ein Anfang. Tanaka Revolver zu realistischen Preisen (< 200,- Euro) wären das Optimum.


Links

Realsteel:
http://www.securityarms.com/20010315/gal…s/2600/2647.htm
http://www.munts.nl/main.html (Special Projects)
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Elchinator« (6. September 2005, 19:34)