www.waffen-ostheimer.de    www.mega-waffen-softair-shop.de    

Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: CO2air.de. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

klikaha

Plinker

  • »klikaha« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 99

Registrierungsdatum: 19. September 2002

  • Nachricht senden

1

Freitag, 30. Juli 2004, 17:19

Vergleich: "Zwergenaufstand 2" – Reck Goliath vs. IWG Amazone

Zwergenaufstand 2 – Reck Goliath vs. IWG Amazone

Zu Beginn der SSW -Ära stellten kleine und leichte Taschenpistolen den größten Teil der verkauften Gas- und Schreckschusswaffen dar, diese waren teilweise Kopien bekannter „scharfer“ Taschenpistolen, zum größten Teil allerdings „Eigenkreationen“ der SSW- Hersteller. Veteranen dieser Gattung sind z.B. die „Reck P6 und die“SM 10“ der Firma „Rhöner Sportwaffen“, neueren Datums sind z.B. „ME Mini“, oder „Mauser WTP“. Erst später kamen Kopien von großen Orginalwaffen wie z.B. der Colt Government auf den Markt, diese erfreuten sich aber mit der Zeit einer solchen Beliebtheit, das sie die Taschenpistolen, bis auf wenige Ausnahmen, vom Markt verdrängten. Zwei dieser Ausnahmen sind die „Reck Goliath“ und die „IWG Amazone“. Beide Waffen stellen auch in anderer Hinsicht eine Besonderheit dar, denn im Gegensatz zu dem Gros der anderen Taschenpistolen verschießen sie nicht die Kaliber 8mm K, oder .315 K, sondern die starke 9mm PAK- Patrone.

Technische Daten:



Bei der Namensauswahl beider Waffen muss man schon etwas schmunzeln, zum Einen ist der Name für die Reck sinngemäß schlicht falsch (der kleine Bursche mit der Schleuder hieß David, -Goliath war der große Muskelprotz), zum Anderen würde eine der mythischen Amazonen eine Waffe die sie in ihrer Handfläche verschwinden lassen könnte wohl kaum ernst nehmen. Passender wäre also „Reck David“ und z.B. „IWG Winnetouch“ ;-) !





Die „Reck Goliath“ stammt in grader Linie von der „Reck G5“ im Kaliber 8mm K ab, die auch als „Reck Protector“und „Perfecta FBI 8000“ auf dem Markt zu finden war. Optisch ist die „Goliath“, abgesehen von der Beschriftung, praktisch nicht von der G5 (ältere „G5“ haben noch einen etwas anderen Abzug, dem der „P6“ ähnlich) zu unterscheiden, technisch wurden zur Aufnahme der großen 9mm Patronen Magazin, Magazinschacht und Lauf verändert, sowie vermutlich aufgrund der neuen PTB Vorschriften eine starke, dreiflügelige Laufsperre angebracht, die den relativ kleinen Lauf ziemlich ausfüllt.



Die ersten 9mm Waffen dieses Typs kamen noch unter dem Namen „Reck G5 – 9mm“ auf den Markt und kosteten zu dieser Zeit ca. 99 DM ( zum Vergleich: eine G5 in 8mm kostete ca. 80 DM), zur Zeit muß man für eine „Goliath“ jedoch mit einem Preis von ca. 55 Euro rechnen. Des Weiteren gab es parallel zur Einführung der 9mm Waffe noch die „Reck G5 light“ im Kaliber .315 K, diese wurde meines Wissens nach jedoch nur kurzzeitig hergestellt und ist auch recht selten, außerdem wurde die „Goliath“ auch noch unter dem Label „Alpina Sport“ auf den Markt gebracht.



Im Design der Goliath finden sich einige Stilelemente der alten „Reck P6“ und „P10“ (die ja auch so gut wie baugleich sind), sowie der „Reck Baby“ wieder, allerdings wirkt sie im Ganzen optisch etwas eleganter als diese Modelle. Ein „scharfes“ Vorbild habe ich für keine dieser Waffen gefunden, allerdings gab es in den 60ern eine Reck P8 im Kaliber 6,35mm, die der P6 gleicht wie ein Zwilling, nach der Modellbezeichnung wurde hier allerdings die „scharfe“ nach der Gaspistole gebaut, nicht umgekehrt. Vielleicht müssen sich Waffen, die unter den gleichen „engen“ Randbedingungen (Größe, Kaliber, Stand der Technik) konstruiert wurden einfach gleichen, z.B. sieht eine „Rhöner SM 10“ den Reck Waffen auch ziemlich ähnlich.
In den Siebzigern gab es dann noch eine „Perfekta Mod. 50“ im Kaliber 4mm M20 -diese Perfecta ist zumindest optisch mit der „Reck G5“ identisch.
Die „Goliath“ wird zur Zeit immer noch von Umarex hergestellt und meines Wissens nach nur in einer brünierten Version, mit schwarzen Kunststoffgriffschalen auf den Markt gebracht.
Meine „Reck Goliath“ stammt aus dem Jahr 2000.





Bei der „IWG Amazone“ handelt es sich um eine recht kleine Taschenpistole, die sich grob am Design der Beretta 87 orientiert, aber deutlich kleiner ist und beim genaueren Hinsehen doch viele, deutliche Unterschiede zu diesem Modell aufweist.
Obwohl die eigentliche Hersteller- Firma „Enser Sportwaffen“ nun schon seit einigen Jahren nicht mehr existiert, ist die „Amazone“ noch immer auf dem Markt zu haben, und zwar vertrieben von der Firma „Melcher“ (ME) in Solingen. Zur Zeit ist sie in einer brünierten Version mit Kunststoffgriffschalen für ca. 80 Euro und in einer vernickelten Version für ca. 90 Euro zu haben.
Meine „IWG Amazone“ stammt aus dem Jahr 1998, wurde also wahrscheinlich noch von „Enser Sportwaffen“ vertrieben.
Die „Amazone“ wurde bereits in einem früheren Test besprochen, daher möchte ich mich an dieser Stelle kurz fassen.


Die Technik:

Beide Waffen sind vom technischen Konzept her fast identisch: es handelt sich um „hahnlose“ Single – Action Pistolen mit einfachen Abzugssicherungen. Beide haben einen nach oben offenen Schlitten, die Amazone natürlich mit dem Beretta- üblichen Steg, und die Schließfeder unter dem Lauf, die bei der „Amazone noch durch eine kurze Führungsstange geführt wird, die Auswerferkralle liegt bei Beiden Waffen mittig oben auf dem Schlitten. Keine der Waffen kann eine Entspannvorrichtung, oder einen „Schlittenfang“ aufweisen, der Verschluß der „Goliath“ wird nach dem letzten Schuss von der Magazinoberkante offengehalten, bei der „Amazone“ geschieht das jedoch nicht!



Die „Goliath“ hat den Magazinhalteknopf im Griffstück, an der Magazinhinterkante liegen, bei der „Amazone“ liegt der Knopf, Beretta- typisch, links am Griffstück, neben dem Abzugsbügel.
Auch das Zerlegen der Waffe geschieht bei beiden Modellen auf die gleiche Weise, hinten im Schlitten sitzt ein Verriegelungsblock, dieser ist bei der Goliath kreisrund, mit einem Schlitz in der Mitte, bei der Amazone sechseckig mit einem rechteckigen Fuß, also in etwa die Form des griechischen Großbuchstabens „OMEGA“. Drückt man diesen Verriegelungsblock mit einem Gegenstand, idealerweise einem kleinen Kunststoffstab, in den Schlitten, so kann man diesen hinten vom Griffstück abheben und dann abziehen. Hierbei ist etwas Vorsicht geboten, da der Verriegelungsblock bei beiden Waffen durch die Schlagbolzenfeder unter „Spannung“ gehalten wird, das große, kantige Verriegelungsstück der „Amazone“ bleibt meist im Schlitten hängen, das der „Goliath“ jedoch kann im ungünstigsten Fall, getrieben durch den Federdruck, meterweit wegfliegen und ist dann recht schwer wiederzufinden, es sei denn man fängt es vorher mit dem Mund, der Nase, oder einem Auge ein :cry:!

Ein Wort zur Sicherung: Wie schon gesagt handelt es sich in beiden Fällen um eine reine Abzugssicherung.
Bei der „Amazone“ wird der gespannte Schlagbolzen von einer federbelasteten Klinke gehalten. Mit dem Abzug wird diese Klinke über eine Schubstange nach vorn geschwenkt, wodurch der Schlagbolzen freigegeben wird. Die sogenannte Sicherung besteht in diesem Fall aus einem Excenter, der die Schubstange um ca. 2mm nach unten drückt, so daß sie die Klinke nicht mehr erreichen kann.
Der Abzug der „Goliath“ funktioniert ganz ähnlich, ist aber etwas komplizierter: Hier ist es ein, in einer senkrechten Bohrung im Griffstück untergebrachter, federbelasteter Rastbolzen, der den gespannten Schlagbolzen festhält. Dieser Bolzen ist durch einen seitlichen Stift locker mit einem Blechstück verbunden, das einen Winkelhebel bildet. Soll ein Schuss ausgelöst werden, wird über den Abzug ein zweites Blech vor das vordere Ende dieses Hebels geschoben, wodurch dieser abkippt, den federbelasteten Rastbolzen nach unten drückt und somit den Schlagbolzen freigibt. Anders als bei der „Amazone“ besteht die Sicherung darin, das die Schubstange, bzw. in diesem Fall das Blech durch eine Kralle festgehalten, und damit der ganze Abzug blockiert wird.



Was ich mit dieser genauen Beschreibung noch einmal festhalten will ist, das bei beiden Waffen der gespannte Schlagbolzen nicht gesichert ist! Das heißt beide Waffen sind nicht fallsicher, - durch einen harten Stoß, oder Schlag kann sich durchaus auch aus der gesicherten, gespannten Waffe ein Schuß lösen! Mann sollte also weder die „Goliath“ noch die „Amazone“ geladen und gespannt mit sich führen :))!

Die Verarbeitung:

Die Oberflächen der „Goliath“ sind sehr sauber bearbeitet, Schlitten und Griffstück sind zum Teil sehr sauber poliert, zum Teil fein geschliffen, was der Waffe, in Verbindung mit der für Umarex Waffen unüblichen, dünnen und seidenmatt- schwarzen Brünierung, ein in ihrer Preisklasse ungewöhnlich edles Aussehen verleiht, -Formteilungsspuren sind nirgendwo zu sehen. Allerdings ist diese Brünierung nicht besonders abriebfest, meine Goliath zeigte schon nach kurzer Zeit „blanke“ Stellen an Kimme, Korn, und Laufmündung.
Alle Bauteile sind vorbildlich eingepasst der Übergang von den Griffschalen zum Griffstück zeigt weder Spalten, noch Kanten, das Magazin, wie auch der Schlitten hat nur minimales Spiel, alles in allem könnte die Goliath hier auch problemlos in der „100 Euro“ -Klasse mitspielen.
Was mir an der Goliath weniger gut gefällt, sind die nur „aufgemalten“ Beschriftungen, zwar sind diese bis jetzt noch gut lesbar, aber mit wäre deutlich wohler, wenn zumindest das PTB -Zeichen eingestanzt wäre, außerdem sieht diese Beschriftung irgendwie „billig“ aus!

Auch die Oberflächen der „Amazone“ sind recht sauber bearbeitet, sie sind ein kleines bischen rauh, fast wie ganz leicht Sandgestrahlt, und mit einer matt schwarzen Brünierung überzogen, die etwas abriebfester zu sein scheint als die der Goliath. Am Griffstück und am Abzug sind noch leichte Formteilungsspuren zu erkennen, die Griffschalen sind sehr dünn, aber sauber an das Griffstück angepasst, und „IWG -typisch“ mit einem Stift „angenagelt“.
Das Magazin der „Amazone“ ist noch recht gut eingepasst, wenn auch nicht ganz so gut, wie das der „Goliath“, der Schlitten allerdings hat mehr als einen Millimeter Spiel in seiner Führung, er lässt sich hin und her bewegen, und wenn man die Waffe schüttelt, klappert er fröhlich vor sich hin, obwohl er von der Schließfeder auf Spannung gehalten wird!
Alles in allem geht der Punkt in dieser Disziplin klar an die „Reck Goliath“!

Das Schießen:
Wenn man die „Reck Goliath“ in die Hand nimmt weiß man sofort: „das ist eine echte Taschenpistole“, oder auch: „irgendwie hab ich einen Finger zuviel“!
Tatsache ist, trotz der Magazinverlängerung ist das Griffstück der „Goliath“ so kurz, das ein halbwegs normal gebauter Mensch nicht alle Finger dort unterbringen kann, der Kleine bleibt halt unter dem Magazinboden in der Luft stehen!
Der Abzug der Goliath gehört mit zum Schlechtesten, was ich bisher in dieser Richtung kennengelernt habe, der Abzugsweg ist sehr kurz, was an sich ja gar nicht mal schlecht ist, aber der Abzugswiederstand ist sehr hoch und es gibt keinen definierbaren Druckpunkt. Mit der „Goliath“ einen Schuß abzufeuern ist in etwa so als wollte man ein massives Stück Holz zusammendrücken, man kann als Schütze eigentlich nie genau sagen, wann der Schuß denn nun los geht, und ist dann oft genug überrascht, wenn es schließlich doch knallt!
Meine „Goliath“ hatte noch eine weitere „Macke“, von der ich allerdings nicht weiß, ob sie Modelltypisch ist, und die sich auch recht leicht beheben lässt. Und zwar war die Sicherungsmechanik so leichtgängig, das sich die Waffe nach jedem Schuß automatisch sicherte – der Sicherungshebel fiel durch die Erschütterung einfach nach unten in die „gesichert“- Stellung! Dies konnte ich jedoch recht leicht beheben indem ich den Sichungshebel nach innen bog, so daß er sich unter Spannung an dem Halteblech in der Griffschale reibt.
Klammert man diese Probleme einmal aus, funktioniert die „Goliath“ allerdings einwandfrei, Ladehemmungen, oder ähnliche Probleme sind ihr fremd.
Rein theoretisch sollte eine so kleine Waffe wie die „Goliath“, die eine doch relativ starke Platzpatrone verschießt Maßstäbe in Sachen Lautstärke setzen, und auch ein gewaltiges Mündungsfeuer produzieren!- Das hier beides nicht zutrifft liegt wohl an dem relativ kleinen Laufinnendurchmesser und der unverschämt großen Mündungssperre der „Goliath“, die wohl nicht mehr allzuviel Verbrennungsgas durchläßt. Tatsächlich ist die kleine „Reck“ in beiden Disziplinen ehr Durchschnittlich, wobei der Knall für eine 9mm Waffe ungewöhnlich hell und „scharf“ ist.

Die „IWG Amazone“ liegt für ihre geringe Größe hervorragend in der Hand, ihr Griffstück ist grade groß genug um alle Finger unterzubringen, es sei denn man hat eine ungewöhnlich große Hand!
Ihr Abzug ist sehr leichtgängig, hat aber einen etwas zu langen Abzugsweg, und keinen genau definierbaren Druckpunkt, -ist also zwar nicht als besonders gut einzustufen, aber um Klassen besser, als der „Goliath“- Abzug.
Die Feuerkraft der „Amazone“ ist wohl am ehesten mit einer (Umarex)“Walther PP“ zu vergleichen, nur ist diese deutlich größer und schwerer, woraus sich ergibt das die „Amazone“ in dieser Kategorie innerhalb der Westentaschenklasse wohl den Ton angibt!
Was mich an der „IWG“ etwas stört ist die fehlende Markierung des Sicherungshebels, wenn man die Waffe nicht kennt, oder nicht oft benutzt, kommt man doch schon mal in die Situation, daß man sich fragt: „ist die Pistole nun gesichert, oder nicht?“
Benutzt man die Waffe häufig, oder läßt sie lange gespannt, so zeigt die Schlagbolzenfeder der „Amazone“ relativ schnell Ermüdungserscheinungen, diese äußern sich darin, daß die Patronen nicht mehr zuverlässig gezündet werden und, was deutlich schlimmer ist, der Verriegelungsbolzen der Waffe, der ja durch die Schlagbolzenfeder unter Spannung gehalten werden soll, hält die Waffe nicht mehr zuverlässig zusammen! In diesem Fall kann es passieren, das sich der Schlitten einfach vom Griffstück löst, wenn man ein voll geladenes Magazin in die ungespannte Waffe einführt.
Wird die Waffe jedoch ordentlich behandelt und gepflegt, fuktioniert sie überwiegend einwandfrei.

Das Entspannen der geladenen Waffe erfolgt bei beiden Kandidaten auf die gleiche, umständliche Weise: -Magazin entnehmen, Schlitten nach hinten ziehen (und die aus dem Lauf ausgezogene Patrone auffangen), dann den Schlagbolzen „leer“ abschlagen lassen.



Fazit

Wäre ein DA- Abzugssystem und eine zuverlässige Schlagbolzensicherung vorhanden, wäre die Amazone sicher „die“ Selbsverteidigungs -SSW überhaupt, keine Andere kann bei derart geringer Größe und Gewicht eine Feuerkraft von 7 (bzw.8) Schuss in 9mm PAK vorweisen. Die „Goliath“ ist sicher auch nicht schlecht, hat aber zusätzlich das Handicap des kleinen 4- Schuß Magazins.
So wie die beiden Pistolen aber nun vor mir liegen sind sie zum Zweck der SV eigentlich ungeeignet. Für die Sylvesterknallerei ist die Amazone genausogut geeignet wie jede andere Waffe mit 7, oder 8 Schuss -, ihre geringe Größe fällt hierbei nicht ins Gewicht, die „Goliath“ ist mit ihren vier Patronen allerdings kaum zu gebrauchen.
Interressant sind beide Waffen für Sammler von Taschenpistolen, die „Goliath“ wegen ihrer langen „Ahnen“- und Variantenreihe, die „Amazone“ wegen ihrer Beretta- Optik.